Bunt statt braun  Landwirte protestieren in Barßel gegen Nazi-Vergleich

Heiner Stix
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Von Heiner Stix
| 16.01.2024 13:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Neben Wilfried Meemken (2. von links) und Anita Lucassen (3. von rechts) protestierten insgesamt rund 200 Landwirte in Barßel dagegen, mit Rechtsextremen in einen Topf geworfen zu werden. Foto: Stix
Neben Wilfried Meemken (2. von links) und Anita Lucassen (3. von rechts) protestierten insgesamt rund 200 Landwirte in Barßel dagegen, mit Rechtsextremen in einen Topf geworfen zu werden. Foto: Stix
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Man lasse sich nicht mit rechtsextremen Kräften in einen Topf werfen, so die Kernaussage. Auslöser waren Aussagen einer Rathausmitarbeiterin in den Sozialen Medien.

Barßel - Während in Berlin am Montag rund 10.000 Bauern demonstrierten, versammelten sich in Barßel rund 100 Landwirte vor dem Rathaus und weitere 100 bis 150 auf dem Parkplatz vor dem Hafenbad. Sie wollten mit ihrer Aktion deutlich machen, dass sie sich nicht von rechtsextremen Kräften instrumentalisieren lassen. Gleichzeitig äußerten sie ihren Unmut darüber, dass sie mit Akteuren der rechtsextremen Szene in einen Topf geworfen werden.

Auslöser war ein Bericht dieser Zeitung, in dem die Facebook-Posts einer Mitarbeiterin des Barßeler Rathauses thematisiert wurden. Die Frau hatte in ihren Posts von „Nazi-Bauern“ und Kriminellen geschrieben und sich dabei vor allem auf die Blockade einer Fähre mit Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck, aber auch auf Straßenblockaden durch Traktorfahrer bezogen. „Wir müssen es entschieden ablehnen, wenn wir als Nazis tituliert werden“, sagte Landwirt Wilfried Meemken dazu. Seiner Ansicht nach leide das Ansehen der gesamten Gemeinde, wenn eine Rathausmitarbeiterin solche Äußerungen von sich gebe.

Unterstützung von Barßels Bürgermeister

Auch Anita Lucassen vom Vorstand des Kreislandvolkverbandes Cloppenburg wandte sich gegen Versuche, Landwirte und Rechtsextreme in einen Topf zu werfen. „Landwirtschaft ist bunt, nicht braun“, unterstrich sie mit Blick auf ein gleichlautendes Transparent, das die Landwirte am Bauzaun des neuen Barßeler Rathauses angebracht hatten.

Unterstützung bekam sie dabei von Barßels Bürgermeister Nils Anhuth. „Ich kann das, was auf dem Transparent steht, zu einhundert Prozent unterstützen“, sagte er. Gleiches gelte für die friedlichen Proteste der Landwirte und die damit verbundenen Forderungen. Eine Stellungnahme zum Auslöser der Demo vor dem Rathaus vermied er, was bei den Landwirten nicht gut ankam. Andererseits, so Lucassen im Gespräch mit der Presse, wisse man in Barßel sehr gut, dass der Bürgermeister immer ein offenes Ohr für die Landwirte habe und sie im Rahmen seiner Möglichkeiten unterstütze.

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