Korso von morgens bis abends  Große Verkehrsbehinderungen am Untenende in Rhauderfehn

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Von der GA-Redaktion
| 08.01.2024 18:54 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Dicht an dicht reihten sich die Traktoren am Westrhauderfehner Untenende gegen Mittag. Foto: Hellmers
Dicht an dicht reihten sich die Traktoren am Westrhauderfehner Untenende gegen Mittag. Foto: Hellmers
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Viele Landwirte und weitere Protestierende haben am Montag für große Verkehrsbehinderungen auf dem Untenende in Rhauderfehn gesorgt. Wir haben mit dem Hauptorganisator der Korsofahrt gesprochen.

Rhauderfehn/Westoverledingen/Ostrhauderfehn/Saterland/Barßel - Viele Landwirte und andere Protestierende haben am Montag mit ihren Traktoren, Autos und weiteren Fahrzeugen viele Straßen in Ostfriesland, im Emsland und im Kreis Cloppenburg blockiert.

Mit Sprüchen protestierten die Landwirte gegen die Regierung. Foto: Hellmers
Mit Sprüchen protestierten die Landwirte gegen die Regierung. Foto: Hellmers

Auch zahlreiche Firmen aus dem Rhauderfehner Gewerbegebiet und weitere Unternehmen haben sich an der rund zwölfstündigen Protestaktion der Landwirte beteiligt. Zusammen mit Landwirten drehte der Konvoi, der unter dem Motto „Das Baugewerbe unterstützt unsere Landwirte“ an der Protestaktion teilnahm, etliche „Ehrenrunden“ auf der Bundesstraße 438 zwischen Rhauderfehn, Ostrhauderfehn und auch innerhalb von Rhauderfehn. „Ich bin begeistert, wie viele Unternehmer, Landwirte und auch Privatpersonen an der Aktion teilgenommen haben“, sagte Hauptorganisator Dennis Thoben. Nach Angaben des Unternehmers waren zeitweise mehr als 200 Fahrzeuge unterwegs. „Es sind ja nicht nur die Landwirte betroffen, sondern auch wir Unternehmer“, so Thoben. Das sieht auch Arne Mertens von der Firma Baumpflege Mertens in Westoverledingen so. Beispielhaft nannten die beiden Firmeninhaber die steigenden CO2-Steuern, die steigenden Dieselkosten und die steigenden Kosten für Materialien. „Es ist eine Phase erreicht, da können wir diese steigenden Kosten nicht mehr an unsere Kunden weitergeben. Die können das auch nicht mehr finanzieren“, sagte Mertens.

Für den Rettungsdienst wurde es am Untenende wegen der Protestfahrt zeitweise sehr eng. Foto: Hellmers
Für den Rettungsdienst wurde es am Untenende wegen der Protestfahrt zeitweise sehr eng. Foto: Hellmers

Verzögerungen bei Notfalleinsätzen

Immer wieder musste der Rettungsdienst mit Sitz an der 1. Südwieke in Rhauderfehn zu Einsätzen ausrücken – allein bis 14 Uhr waren es fünf Einsätze. Dabei mussten die Sanitäter mit ihren Einsatzfahrzeugen auch über das Untenende fahren. Die Teilnehmer des Protestkonvois fuhren dann mit ihren Wagen auf den Seitenstreifen und teilweise auch auf den Rad- und Fußweg. Die Rettungsfahrzeuge konnten zwar nicht so schnell wie sonst über das Untenende fahren, aber sie kamen durch. In zwei Fällen, das teilte Philipp Koenen, Pressesprecher des Landkreises Leer, auf Anfrage mit, ist es zu einer Verzögerung gekommen. Einmal in Rhauderfehn und einmal in Nortmoor. „Ob diese Verzögerung medizinisch relevant war oder die Hilfsfristen dadurch überschritten wurden, können wir noch nicht sagen“, sagte Koenen. An der großen Protestaktion in Hesel nahmen viele Landwirte aus der Region teil.

Landwirte aus Westoverledingen fuhren am Montag auch durch Ihrhove. Foto: Ammermann
Landwirte aus Westoverledingen fuhren am Montag auch durch Ihrhove. Foto: Ammermann

Nach Auskunft von Bernhard Bekebrok, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Zweigvereins Ihrhove und Umgebung, machten sich mehr als 120 Landwirte und weitere Unternehmer mit ihren Treckern, Lastwagen und Bullis von Großwolde aus auf den Weg nach Hesel.

Zur Protestaktion in Hesel waren auch viele Landwirte aus dem Oberledingerland mitgefahren. Foto: Ortgies
Zur Protestaktion in Hesel waren auch viele Landwirte aus dem Oberledingerland mitgefahren. Foto: Ortgies

Bei der Meyer-Werft in Papenburg war man von den Protest-Aktionen kaum betroffen. „Insgesamt war es heute Morgen rund um die Werft ruhiger als von uns erwartet“, teilt Werft-Sprecher Florian Freimann auf Nachfrage mit. „Wir hatten ja bereits im Vorfeld an alle Mitarbeiter kommuniziert, sich auf mögliche Verkehrsbehinderungen einzustellen, sodas bei uns alle gut auf den heutigen Tag vorbereitet waren.“ Solidarität für die Bauern gibt es auch von der heimischen Molkerei Rücker. „Grundsätzlich liegt uns als Familienmolkerei am Herzen, dass es eine starke heimische Landwirtschaft gibt“, so das Unternehmen.

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