Cambridge  Wegen Haltung zu Antisemitismus: Harvard-Präsidentin Gay tritt zurück

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Von AFP User
| 02.01.2024 20:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Claudine Gay ist nicht mehr Präsidentin der Harvard-Universität. Foto: imago images/USA TODAY Network
Claudine Gay ist nicht mehr Präsidentin der Harvard-Universität. Foto: imago images/USA TODAY Network
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Die Harvard-Universität in den USA gehört weltweit zu den renommiertesten Hochschulen. Nun tritt die Leiterin Claudine Gay zurück. Der Grund: ihre schwammige Haltung zum Thema Antisemitismus.

Wegen ihrer Haltung zu Antisemitismus auf dem Campus wird die Präsidentin der US-Elite-Universität Harvard nach Informationen der Universitätszeitung nun doch zurücktreten. „Harvard-Präsidentin Claudine Gay wird am Dienstagnachmittag zurücktreten“, meldete die Zeitung „The Harvard Crimson“. Das Blatt berief sich auf „eine Person, die über die Entscheidung informiert ist“. Gays Amtszeit werde die kürzeste in der Geschichte der Harvard-Universität sein. Von Seiten der Universität gab es zu dem Bericht zunächst keine Reaktion.

Mitte Dezember hatte Gay einen Rücktritt noch abgewendet, nachdem sich das Hochschulführungsgremium Harvard Corporation hinter sie gestellt hatte. Gay – die erste afroamerikanische Präsidentin in der Geschichte von Harvard – war zuvor bei einer Kongressanhörung zum Thema Antisemitismus befragt worden. Dabei antwortete sie auf die Frage, ob Studenten, die auf dem Campus zum „Völkermord an Juden“ aufrufen, gegen die Verhaltensregeln der Unis verstoßen: „Es hängt vom Kontext ab.“

Seit dem Angriff der radikalislamischen Hamas auf Israel am 7. Oktober und dem darauf folgenden Beginn der israelischen Bombardements von Zielen im Gazastreifen haben antisemitische Vorfälle und Hassverbrechen gegen Juden, aber auch Muslime, in den USA zugenommen. Auch an Hochschulen gab es antisemitische Aktionen.

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