Protest der Bauunternehmen In Ramsloh und Barßel wurden Rathaustüren zugemauert
Die Baubranche fühlt sich aufgrund einer schlechten Auftragslage im Wohnbau allein gelassen. Die Unternehmer erwarten dramatische Auswirkungen, sollte die Politik nicht gegensteuern.
Ramsloh/Barßel - Mit dem Aufruf „Wir mauern am 15. Dezember die Rathaustüren zu und blockieren die öffentliche Verwaltung als Symbol der weitgreifenden Blockade durch das Nichtstun der Bundesregierung“ haben am Freitag zahlreiche Unternehmen der Baubranche die Türen zu den 13 Rathäusern im Landkreis Cloppenburg zugemauert. Besucher mussten sich gedulden. Auch die Türen zu den Rathäusern in den Gemeinden Saterland und Barßel wurden zugemauert.
Mit der Aktion wollen die Unternehmen auf die schlechten Rahmenbedingungen in der Branche aufmerksam machen. Als es noch dunkel war, rückten beim Rathaus in Ramsloh zahlreiche Saterländer Unternehmen mit Steinen, Karre und Mischmaschine an. Sie mauerten die Eingangstür symbolisch zu.Große Plakate machten auf den Unmut der Unternehmen aufmerksam. Beispiel: „Ampel weg – Baubranchen muss gefördert werden“, oder seitens der Bau-Innung Cloppenburg „Skandal! Die Regierung richtet diesen Betrieb zugrunde“.
Unternehmen wollen ein Zeichen setzen
„Wir wollen ein erstes Zeichen setzen, dass es so nicht weiter gehen kann. Wenn es der Baubranche nicht gut geht, hat dies große gesellschaftliche Auswirkungen in alle Richtungen“, sagt Henrik Hawighorst vom Bauunternehmen MHS-Bau Saterland. Der Unternehmer hat die Aktion im Saterland federführend organisiert. „Momentan schaffen wir die Zukunft für unsere Gesellschaft ab. Jungen Familien und Menschen wird die Perspektive genommen. Familien werden auf dem Wohnungsmarkt in Stich gelassen“, sagt Stefan Lindemann aus Sedelsberg, der einen Zimmereibetrieb leitet.
Der Aktion schloss sich auch die Tischlerei HTM von Andreas Herbers an. „Die Probleme der Mittelschicht werden ignoriert“, sagt Herbers. In der jetzigen Situation ist das Bauen für den „Normalverdiener“ kaum mehr möglich.
Bürgermeister zeigen Verständnis
Verständnis für die Aktion vor seiner Eingangstür des Rathauses hatte Bürgermeister Thomas Otto. „Die Blockade war mit uns abgesprochen und ich unterstütze die Aktion der Unternehmen. Die derzeitige Situation ist nicht einfach. Es muss was passieren. Menschen wird die Zukunft verbaut, indem man für diese nichts mehr baut. Die derzeitige Regierung muss handeln“, sagt Otto.
Ebenso wie im Saterland wurde auch in Barßel die Eingangstür des Rathauses symbolisch zugemauert. Auch dort zeigte Bürgermeister Nils Anhuth Verständnis für die Aktion. „Bauunternehmer Hartmut Schoone hatte den „Mauerfall“ mit mir abgesprochen. Wohnraum wird dringend benötigt. Auch hier in der Gemeinde Barßel. Das merken wir immer wieder“, so Anhuth.
Gegen Mittag endet die Protest-Aktion. Die Mauern werden wieder entfernt.