Geld für Altbausanierungen So kann die Altstadt von Weener weiter aufblühen
Wegen zahlreicher Leerstände und vor sich hingammelnden Häusern war Weener zeitweise in Verruf geraten. Dann setzte ein regelrechter Sanierungsboom ein. Der könnte jetzt sogar noch Auftrieb bekommen.
Weener - Der alte Hafen mit seinen denkmalgeschützten Häusern ist das Aushängeschild von Weener. Vor allem die historischen Gebäude in der Norderstraße und am alten Hafen sind Hingucker – nicht nur für Touristen. So manch ein Schandfleck mauserte sich in den vergangenen Jahren durch eine Sanierung zu einem echten Schmuckstück. Ein Grund für die positive Entwicklung: Die Altstadt ist im Jahr 2009 ins Förderprogramm städtebaulicher Denkmalschutz aufgenommen worden. Die Entwicklung könnte durch eine Anhebung der Förderpauschalen jetzt noch weiter vorangetrieben werden. Inkrafttreten soll die überarbeitete Förderungsrichtlinie mit Beschlussfassung durch den Rat der Stadt Weener am Donnerstag, 14. Dezember 2023.
Das Schmuddel-Image, das die Altstadt viele Jahre wegen der vielen Leerstände und verfallenden Gebäude hatte, ist Vergangenheit und hat sich in den vergangenen zehn Jahren ins Gegenteil gewandelt. Die aus Weener stammende Leeranerin Lore Prahm, die aus Weener stammt, hat gemeinsam mit ihrem Mann Günther mehrere denkmalgeschützte Gebäude sanieren lassen und ihnen neues Leben eingehaucht – unter anderem dem Frone-Haus in der Norderstraße, dem ältesten Gebäude der Stadt. Das Ehepaar war Vorbild für weitere Investoren.
Hauseigentümer scheuten hohe Kosten
Für Hauseigentümer ist die Sanierung denkmalgeschützter Gebäude mit hohen Kosten verbunden. Die Aussicht auf Fördergeld bot offenbar bei einigen einen Anreiz, die Sanierung der maroden Gebäude anzupacken. Das Programm löste einen regelrechten Sanierungsboom aus. In den zurückliegenden Jahren sind in der Altstadt von Weener mehr als 60 denkmalgeschützte Privatgebäude saniert worden, teilte Kerstin Beier, Sprecherin der Stadt Weener, mit.
„Es wurden insgesamt etwa 2,2 Millionen Euro Fördergeld für die Sanierungsmaßnahmen eingesetzt“, so die Stadtsprecherin. Ein Drittel der Sanierungskosten übernimmt die Stadt Weener. Der Sanierungsboom wirkte sich nicht nur auf das Erscheinungsbild der Altstadt aus. Auch die heimische Wirtschaft profitierte, weil zahlreiche Bauunternehmen und Handwerksbetriebe aus dem Rheiderland Aufträge erhielten. Beantragt werden können aber nicht nur Zuschüsse für Sanierungen privater Gebäude. Mit Hilfe von Fördermitteln können auch öffentliche Plätze, Straßen und Grünflächen städtebaulich aufgewertet werden.
Höhere Fördersätze
Inwiefern profitieren sanierungswillige Hausbesitzer von der nun angepassten Modernisierungsrichtlinie? „Das Programm als solches hat sich nicht grundlegend geändert“, sagt Kerstin Beier, „es wurden unter anderem lediglich die Pauschalfördersätze angepasst.“ Für Baudenkmäler wurde die Summe um 7000 Euro auf maximal 57.000 Euro erhöht. Für die Sanierung von Gebäuden, die das Ortsbild prägen, geschichtlich oder bauhistorisch von Bedeutung sind, können Eigentümer ein Förderung von maximal 34.000 Euro erhalten.
Nach den Worten der Stadtsprecherin handele es um eine formale Anpassung. „Die Stadt hofft natürlich, dass weiterhin viele Hausbesitzer das Programm in Anspruch nehmen werden, um eine Aufwertung der Gebäude zu erreichen.“
Wer in den Genuss von Fördergeld kommen will, der darf sich von einem gewissen Aufwand nicht abschrecken lassen. So muss beispielsweise ein Gesamtkonzept für die Maßnahme erstellt werden und das gesamte Vorhaben mit Fotos dokumentiert werden. In der Vergangenheit hatte dieser bürokratische Aufwand einige Hausbesitzer sogar veranlasst, bei der Sanierung ihrer Gebäude auf die Förderung zu verzichten. Unbürokratischer ist die überarbeitete Form offenbar nicht geworden. „An dem Verfahren hat sich nichts verändert“, so Beier, „es werden weiterhin Modernisierungsverträge auf Basis von privaten Sanierungskonzepten geschlossen.“