Investitionen in Gebäude  In dieser Reihenfolge sollen die Grundschulen in Leer ausgebaut werden

Rieke Heinig
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Von Rieke Heinig
| 11.12.2023 08:29 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
An der Daalerschule soll unter anderem die Toilettensituation verbessert werden. Foto: Wolters/Archiv
An der Daalerschule soll unter anderem die Toilettensituation verbessert werden. Foto: Wolters/Archiv
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Die Gebäude der Grundschulen in Leer sind teils in sehr schlechtem Zustand. Weil das Geld nicht reicht, um alle auf einmal anzugehen, wurde eine Reihenfolge für Sanierung und Ausbau erstellt.

Leer - Die Leeraner Grundschulen sollen baulich, energetisch und digital fit für die Zukunft gemacht werden. Zudem ist geplant, dass alle sieben Einrichtungen bis Ende 2025 Ganztagsschulen sind. Bis dahin ist noch eine Menge zu tun. Aktuell gibt es weder genug Räume für die Klassen, noch für Gruppen- oder Förderarbeit. Mensen und Sporthallen sind entweder nicht vorhanden oder – wie auch der Rest der Gebäude – teilweise stark sanierungsbedürftig. Das geht aus einer Beschlussvorlage aus dem Leeraner Ratsinformationssystem hervor.

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Ein entsprechendes Zehn-Jahres-Konzept wurde von der Verwaltung erarbeitet und soll bis Ende des Jahres von der Politik beschlossen werden. Um die Grundschulen in Schuss zu bringen, hat die Stadt im Rahmen dieses Konzepts eine Liste erstellt, die nach und nach abgearbeitet werden kann. Denn: Alle Maßnahmen gleichzeitig umzusetzen, sei wegen der hohen Kosten schlichtweg unmöglich. „Diese Prioritätenliste zeigt uns erst einmal, in welcher Reihenfolge wir die Dinge angehen. Die Finanzen werden uns sicherlich die nächsten zehn Jahre im Haushalt begleiten“, sagte der Leeraner Bürgermeister Claus-Peter Horst am Donnerstag, 2. Dezember 2023, im Schulausschuss. Dort wurde die Verwaltung von der Politik beauftragt, die Prioritätenliste wie vorgeschlagen umzusetzen.

In dieser Reihenfolge sollen die Schulen ausgebaut werden

Stimmt der Stadtrat in dessen Sitzung am 21. Dezember auch noch zu, stehen die Grundschulen Bingum, Logabirum und die Ludgerischule ganz vorne in der Reihenfolge. Dort sollen ab dem Schuljahr 2026/27 für den Ganztagsbetrieb zunächst Container aufgestellt werden. Anschließend beginnen Sanierung, Ausbau und Erweiterung der Grundschule Logabirum. Um die Daalerschule zu entlasten, sollen in diesem Zuge zudem die Schulbezirke verändert werden. Als drittes stehe laut Liste die Sanierung der Daalerschule an. Begründet wird dies mit dem schlechten baulichen Zustand der Gebäude und der großen Schülerzahl.

Daraufhin ist geplant, die Eichenwallschule für den endgültigen Ganztagesbetrieb auszubauen und zu sanieren. Ist dies erfolgt, werde ein Teil der Grundschule in Bingum abgerissen, neugebaut und erweitert. Das liege dort ebenfalls nicht nur daran, dass sie für den Ganztagesbetrieb nicht groß genug ist, sondern auch am desolaten baulichen Zustand des Gebäudes. Daraufhin wird nach aktueller Planung die Ludgerischule für den Ganztagesbetrieb erweitert. Zum Schluss soll noch das Gebäude im Hoheellernweg 10 saniert werden, um den Raumbedarf der Hoheellernschule zu decken. Abseits dieser Liste wird zudem wird das Gebäude im Hoheellernweg 10a für die Hoheellernschule nutzbar gemacht, sobald die aktuellen Mieter ausgezogen sind.

Kauf des ehemaligen Sparkassengebäudes war „Glücksgriff“

Ein Puzzlestück bei der Schulausbauoffensive sei zudem der Kauf des ehemaligen Sparkassengebäudes in Heisfelde gewesen, wie Bürgermeister Claus-Peter Horst erst kürzlich in einem Gespräch mit dieser Zeitung sagte. Der Rathauschef hatte den Kauf als „absoluten Glücksfall für die Stadt Leer“ bezeichnet. Dies begründete er vor allem mit den unzulänglichen räumlichen Kapazitäten in der benachbarten Eichenwallschule. Das zusätzliche Gebäude sei im Zuge der städtischen Schulbauoffensive eine ideale Option, um dort kurzfristig – zumindest in Form einer Zwischenlösung – dringend erforderliche Räume zu schaffen. Für den Kauf des Gebäudes zahlt die Stadt 950.000 Euro.

Bis alle Schulen baulich in der Zukunft angekommen sind, muss etwas improvisiert werden. Aus diesem Grund hat der Verwaltungsausschuss der Stadt beschlossen, an der Daalerschule zwei Container für Toiletten aufzustellen. Das teilte Bürgermeister Horst kürzlich mit. Damit solle die Toilettensituation verbessert werden. Zunächst sei die Versorgung der Container mit Strom und Wärme schwierig gewesen. In einem ersten Entwurf hätten Kabel quer über den Schulhof gelegt werden müssen. Nun habe man eine andere Lösung gefunden. Die Container werden direkt an die Heizungsanlage angeschlossen. Auch die Stromversorgung sei jetzt einfacher möglich. Für Jungen und Mädchen soll es jeweils einen Toilettencontainer geben.