Heizkosten Hunderttausende EWE-Kunden müssen mehr für Strom und Gas bezahlen
Wer seinen Strom und sein Gas von EWE bezieht, sollte dieser Tage seinen Briefkasten im Auge behalten. Ab Januar müssen nämlich viele Kunden mehr bezahlen.
Oldenburg/Ostfriesland - Strom und Gas werden ab Januar für Hunderttausende Kunden in der Region wieder teurer. Grund: Die staatlichen Energiepreisbremsen laufen früher aus, als zunächst geplant. Und das trifft nun auch die Kunden des Oldenburger Energiedienstleisters EWE. Fast jeder dritte Kunde muss nun mehr zahlen. Das teilte EWE am Mittwoch mit. Tiefer in die Tasche greifen müssen aber wohl auch die Kunden anderer Energiedienstleister.
Betroffen vom Wegfall der Preisbremsen sind laut EWE die Kunden, deren Preis pro Kilowattstunde Strom oder Gas beziehungsweise Wärme oberhalb der Preise liegen, ab denen die Preisbremse greift. Die Grenzbeträge liegen bei brutto 40 Cent pro Kilowattstunde für Strom, bei Gas sind es 12 Cent pro Kilowattstunde und bei Wärme 9,5 Cent pro Kilowattstunde. Beträge, die darüber liegen, werden noch bis zum Ende des Jahres vom Staat übernommen. Ab 1. Januar 2024 entfällt dann diese Entlastung. Betroffen sind davon laut EWE sowohl Kunden in der Gas-Grundversorgung als auch ein Teil der Strom- und Gaskunden mit Sonderverträgen sowie auch Wärmekunden. Durch den Wegfall der Preisbremsen erhöhten sich nun die monatlichen Abschläge, so die Oldenburger.
Infos per Brief oder E-Mail
EWE informiert die Kunden in den nächsten Tagen nach eigenem Bekunden per Brief oder E-Mail zu dem Thema. Gleichzeitig bittet EWE darum, die Zählerstände zum 31. Dezember dieses Jahres telefonisch oder online durchzugeben. Eine Änderung von Abschlagsbeträgen sei seitens der Kunden nicht notwendig. Sie erfolge für die betroffenen Kunden automatisch. Insgesamt betrifft der Wegfall der Preisbremsen weniger als ein Drittel der EWE-Energiekunden, so der Energieversorger.
Die Oldenburger beliefern nach eigenen Angaben im Nordwesten Deutschlands, in Brandenburg und auf Rügen sowie in Teilen Polens rund 1,4 Millionen Kunden mit Strom und rund 700.000 Kunden mit Erdgas. Der Großteil der Kunden ist im Nordwesten zu finden. Betroffen wären in unserer Region also schätzungsweise mehr als 400.000 Strom- und mehr als 200.000 Gaskunden.
Infos auch auf einer eigenen Website
EWE zeigt sich über das vorzeitige Auslaufen der Energiepreisbremsen wenig begeistert. Zum Ende des Jahres liefen nach jetzigem Stand die staatlichen Preisbremsen für Strom und Gas sowie Wärme aus, heißt es in einer Mitteilung des Konzerns. Die Bundesregierung habe sich gegen die Option entschieden, die Preisbremsen bis Ende März kommenden Jahres zu verlängern. „Wir hätten uns, vor allem im Hinblick auf die aktuelle Heizperiode, eine Fortführung der Energiepreisbremsen im Sinne unserer Kunden gewünscht“, sagte Oliver Bolay, Geschäftsführer von EWE Vertrieb laut Mitteilung.
„Wir halten es für wichtig, zum Thema Ende der Preisbremsen rechtzeitig und umfassend zu informieren, ebenso zu den weiteren politischen Themen rund um Energiepreise (Entwicklung der Netzentgelte, Rücknahme der Mehrwertsteuer-Senkung, CO2-Steuer, etc.), wo zurzeit hohe Unsicherheit herrscht. Aus diesem Grund bietet EWE dazu im Internet weitergehende Informationen an“, wird Bolay zitiert. Weitere Informationen finden sich demnach unter ewe.de/energiemarkt-aktuell.