Mercedes in Leer  Neues Autohaus in Logabirum – ein Blick hinter die Fassaden der Baustelle

Rieke Heinig
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Von Rieke Heinig
| 06.12.2023 13:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Geschäftsführer Jan Peters hat einen Einblick in die Bauarbeiten gegeben. Foto: Ortgies
Geschäftsführer Jan Peters hat einen Einblick in die Bauarbeiten gegeben. Foto: Ortgies
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Die Score-Tankstelle auf dem ehemaligen Onkel-Heini-Gelände in Leer steht schon eine Weile. Auch beim neuen Autohaus tut sich einiges und die Eröffnung rückt näher. Wir haben uns innen umgeschaut.

Leer - Mehr als sieben Jahre ist es inzwischen her, dass die Völcker und Peters GmbH verkündet hat, von der Leeraner Weststadt nach Logabirum umziehen zu wollen. Da das Unternehmen neben Mercedes inzwischen auch andere Marken betreut und einen großen Anteil des Umsatzes mit Fahrzeugaufbauten und -konstruktionen erwirtschaftet, war es notwendig gewesen, den Standort zu verlegen. Und wer von der Autobahn über die B436 nach Leer fährt, kann es sehen: Das neue Autohaus auf dem alten Gelände des Zoos von Onkel Heini in Logabirum nimmt inzwischen immer mehr Gestalt an.

Die Werkstatthallen haben ihre Tore schon erhalten. Foto: Ortgies
Die Werkstatthallen haben ihre Tore schon erhalten. Foto: Ortgies

„Wir planen, zwischen Ostern und Sommerferien 2024 zu eröffnen und endgültig an den neuen Standort umzuziehen“, sagt Jan Peters, Geschäftsführer des Unternehmens, bei einem Besuch der Redaktion an der Baustelle. Das bedeutet aber nicht, dass die Räumlichkeiten bis dahin leerstehen. Wer im Vorbeifahren genau hinschaut, sieht, dass in einigen Räumen im südwestlichen Teil des Komplexes Licht brennt. Durch die Fenster sind Angestellte zu sehen, die an ihren Computern arbeiten. „Die IT ist in Teilen schon eingezogen und checkt die Technik“, sagt Peters.

In den Hallen werden unter anderem noch Kabel verlegt. Foto: Ortgies
In den Hallen werden unter anderem noch Kabel verlegt. Foto: Ortgies

Emsige Arbeiter in riesigen Hallen

Durch einen Vorhang aus Plastik, der die Kälte abhalten soll, geht er daraufhin in die erste Halle. Türen gibt es in diesem Teil des Gebäudes noch nicht. Dafür sind die riesigen Tore, durch die später die Lastwagen einfahren, schon eingesetzt. Bauarbeiter sind emsig dabei, Kabel zu verlegen, die noch teilweise von der Decke hängen. „In den Hallen werden später einmal Lkw repariert, auf- und ausgebaut“, verrät Peters und nimmt eine Treppe hinunter in eine der Gruben. Sind die Hallen in Betrieb genommen, werden dort die Handwerker unter den schweren Fahrzeugen stehen, um an diesen zu arbeiten. Nur der Kopf des Geschäftsführers überragt noch den Rand. Er zeigt in Richtung Decke. „Das gelbe dort ist der Deckenkran, mit dem schwere Teile gehoben werden.“

In diesen Gruben wird gearbeitet. Foto: Ortgies
In diesen Gruben wird gearbeitet. Foto: Ortgies

Lange danach gesucht werden, was er damit meint, muss auch mit dem ungeschulten Auge nicht. Die bunte Gerätschaft hebt sich zwischen Metall, Beton und den Holzbalken ab. „Die Balken bleiben so. Unser Anspruch war es, viel Holz zu verbauen. Das werden Sie noch merken, wenn es in den späteren Ausstellungsbereich geht“, verspricht der Geschäftsführer, während er die Treppe wieder hinaufsteigt. Bis es so weit ist, führt der Weg durch die Türen mit grünem Plastik-Behang von einer Halle in die nächste. Jede wirkt noch größer als die vorige. „Am alten Standort in der Weststadt hatten wir insgesamt rund 2000 Quadratmeter. Jetzt haben wir zwischen 3200 und 3700 Quadratmeter an reiner Werkstattfläche“, so Peters.

Die Hallen wirken riesengroß, wie Jan Peters zeigt. Foto: Ortgies
Die Hallen wirken riesengroß, wie Jan Peters zeigt. Foto: Ortgies

Holzoptik soll für gemütliche Atmosphäre sorgen

Während der eine Teil des Gebäudes schon so gut wie fertig erscheint, ist das eigentliche Autohaus bisher eher ein Gerippe aus Holz. Eine Decke gibt es noch nicht, geschweige denn Fenster. Eine der letzten Holzwände wird gerade dafür vorbereitet, mit einem Kran ins erste Geschoss gehoben und eingepasst zu werden. Über eine schmale Stein-Treppe geht Jan Peters voran. Das Obergeschoss ist schneebedeckt, dennoch gehen die Arbeiten voran. „Hier wird die Verwaltung einmal sitzen. Von innen und außen wird das Holz gut sichtbar bleiben“, sagt Peters. Das soll für eine einladende und gemütliche Atmosphäre für Personal und Kundschaft sorgen. Nebenan werde eine Kantine mit eigener Küche und Balkon für die Angestellten eingerichtet.

Das Obergeschoss ist mit Schnee bedeckt. Hier wird die Verwaltung einziehen. Foto: Ortgies
Das Obergeschoss ist mit Schnee bedeckt. Hier wird die Verwaltung einziehen. Foto: Ortgies

Zum Schluss geht es über dieselbe Treppe wieder nach unten. „Und in diesem Bereich werden dann die Autos gezeigt“, sagt der Geschäftsführer und läuft über die an dieser Stelle noch offenen Wände hinaus. Bis auch diese Lücke geschlossen ist, dürfte es nicht mehr allzu lange dauern. „Die Jungs arbeiten sehr schnell“, lobt Peters die Handwerker, die derweil die Holzfassade mit dem Kran in die Höhe hieven.

Im Erdgeschoss des Holzanbaus werden einmal die Autos ausgestellt. Foto: Ortgies
Im Erdgeschoss des Holzanbaus werden einmal die Autos ausgestellt. Foto: Ortgies

Beruhigend, sagt er, denn so könne nun eingeschätzt werden, wann die Kundinnen und Kunden mit einer Eröffnung und die Anwohner am alten Standort mit einer Entlastung rechnen können. „Ich kann durchaus verstehen, dass es die Anwohner stört, wenn da ständig Lkw langfahren. Und inzwischen haben wir eine Verzögerung von eineinhalb Jahren“, so Peters. Genehmigungen, die mehr Zeit als gedacht in Anspruch nahmen und Lieferschwierigkeiten von Metall und Holz: „Damit hatten wir einfach Pech“, sagt er. Bei einem letzten Blick zurück auf die Baustelle bevor es zurück zum Auto geht, baumelt die schwere Holzfassade schließlich in der Luft. Bis zum Feierabend dürfte das Gerüst des neuen Autohauses fertig sein.

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