Hamburg Medienkonsum des Kindes: Studie zeigt, was Eltern am meisten ängstigt
Mediensucht, gefährliche Kontakte, Mobbing: Für Eltern ist es schwierig, Kinder vor den Gefahren des Internets zu schützen. Eine Studie zeigt nun, um was sich Eltern beim Medienkonsum ihrer Kinder am meisten sorgen.
Als Elternteil die Kontrolle über die digitale Mediennutzung des eigenen Kindes zu behalten, ist nicht immer einfach. Zwar besaßen laut der KIM-Studie (Kinder, Internet, Medien) des Medienpädagogischen Verbands Südwest im vergangenen Jahr mit 44 Prozent weniger Kinder im Alter von 6 bis 13 Jahren ein Smartphone als noch zehn Jahre zuvor (49 Prozent). Allerdings hat sich auch das digitale Angebot gewandelt, sodass heutzutage andere potenzielle Einflussquellen für das Kind existieren.
Entsprechend bestehen seitens der Eltern weiterhin Sorgen bezüglich der Mediennutzung der Kinder. Laut der repräsentativen Studie „Junge Familien 2023“ der Pronova BKK sorgen sie sich vor allem davor, dass ihre Kinder Kontakt zu gefährlichen Menschen pflegen (45 Prozent). Auch Mediensucht sehen 41 Prozent als Gefahr an. So berichten fast 45 Prozent der Eltern von Streit über die Dauer der Mediennutzung. Außerdem sorgen sie sich um TikTok-Challenges (38 Prozent), Mobbing (37 Prozent) und die Verringerung der längerfristigen Konzentrationsfähigkeit (37 Prozent). Für die Studie wurden 1000 Haushalte mit Kindern befragt.
Doch wie sehr sind die Sorgen begründet? Der Studie zufolge haben 12 Prozent bei ihren eigenen Kindern erlebt, dass in der Vergangenheit tatsächlich der Kontakt zu einer gefährlichen Person bestand; 17 Prozent der Befragten hätten so etwas im persönlichen Umfeld miterlebt. Bei der Mediensucht sind es mit 14 und 23 Prozent etwas mehr, die entsprechende Erfahrungen gemacht haben.
Dabei glauben viele Eltern zu wissen, mit wem die Kinder über das Internet im Kontakt stehen. Bei den 6- bis 9-Jährigen sind 85 Prozent der Eltern davon überzeugt, größtenteils oder sehr genau Kenntnis darüber zu haben. Bei den 10- bis 13-Jährigen sind es 81 Prozent. Mit Blick auf das Suchtverhalten der sozialen Medien oder Internetspielen sind ebenfalls vier von fünf Befragten in beiden Altersgruppen sicher, das Nutzungsverhalten der Kinder in diesen Bereichen zu kennen.
Obwohl diese Gefahren bestehen, verteufeln die Eltern das Internet nicht. So glauben drei Viertel der Befragten, dass durch digitale Medien wie Internet und Handy-/Computerspiele Kinder wertvolle Dinge lernen können, wenn es um Schul- oder Allgemeinwissen geht. 61 Prozent sehen den positiven Effekt, dass Kinder durch das Internet soziale Kontakte leichter aufbauen und halten können. Und etwas mehr als die Hälfte (54 Prozent) sieht eine Förderung der Sozialkompetenz durch soziale Medien und Videospiele.
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Wenn es um Spiele geht, sehen die Eltern noch weitere Vorteile. Sechs von zehn Befragten verbinden damit positive Effekte bei der Förderung von der Denkleistung sowie von der Kreativität. Für ebenso viele stellt das gemeinsame Spielen zudem eine wichtige Eltern-Kind-Zeit dar.