Neues Gebäude  Bau der neuen Fahrradstation am Bahnhof in Leer rückt näher

Jonas Bothe
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Von Jonas Bothe
| 18.11.2023 08:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Derzeit gibt es nur einen in die Jahre gekommenen Unterstand für Fahrräder am Leeraner Bahnhof. Das soll sich ändern. An dieser Stelle soll die Fahrradstation entstehen. Foto: Bothe
Derzeit gibt es nur einen in die Jahre gekommenen Unterstand für Fahrräder am Leeraner Bahnhof. Das soll sich ändern. An dieser Stelle soll die Fahrradstation entstehen. Foto: Bothe
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Der Fahrradunterstand am Leeraner Bahnhof ist in die Jahre gekommen. Mit Fördermitteln soll eine Fahrradstation entstehen. Der Bau hatte sich aber verzögert. Wann geht es los? Wir haben nachgefragt.

Leer - Wer am Leeraner Bahnhof momentan sein Fahrrad abstellen will, findet einen Unterstand vor, der schon deutlich bessere Tage gesehen hat. Die Räder stehen dicht an dicht – und längst nicht für alle ist Platz unter dem Dach. Das soll sich ändern. Eine Fahrradstation soll errichtet werden. Sie gehört zum Projekt FaCit (Mit dem Fahrrad in der City), was bereits zum Großteil umgesetzt wurde und der Stadt insgesamt 3,2 Millionen Euro Fördergeld bringt. Etwa 1,4 Millionen Euro davon entfallen auf die noch zu bauende Fahrradstation.

Was und warum

Darum geht es: Die Vorbereitungen für den Bau der neuen Fahrradstation in Leer gehen in die finale Phase.

Vor allem interessant für: Radfahrer in Leer und Menschen, die den Bahnhof in Leer nutzen

Deshalb berichten wir: Die Stadt hatte auf eine Aufräumaktion beim Fahrrad-Unterstand am Bahnhof hingewiesen. Wir haben uns daraufhin gefragt, was der Stand bei der neuen Fahrradstation ist.

Den Autor erreichen Sie unter: j.bothe@zgo.de

Nachdem es anfangs Verzögerungen bei den Planungen gegeben hatte, rückt nun der Bau des Gebäudes näher. „Geplant ist ein Baustart ab dem zweiten Quartal 2024“, teilt Stadtsprecher Patrick Düselder auf Anfrage mit. Derzeit erarbeiteten die beauftragten Planer die Ausführungsplanungen. Außerdem würden erste Leistungsverzeichnisse für die Ausschreibung erstellt. Die Fertigstellung ist abhängig von den Angeboten der zu beauftragenden Firmen.

Fahrradstation in Leer soll Platz für 400 Räder bieten

Die Pläne hatten Anfang des Jahres wegen Bedenken der Deutschen Bahn geringfügig angepasst werden müssen. Die größte Änderung ist, dass die geplante Fahrrad-Waschanlage ausgelagert wurde und nun zwischen Fahrradstation und Bahnhofsgebäude angesiedelt wird. Die Zahl der Fahrräder, die untergebracht werden können, soll bei rund 400 liegen. Auch alle anderen Service-Angebote, darunter die öffentliche Toilette, sowie Ladestationen für E-Bikes würden umgesetzt. Zusätzlich werde ein barrierefreier Zugang zu Gleis 1 angelegt.

So soll die Fahrradstation aussehen. Visualisierung: Stadt Leer
So soll die Fahrradstation aussehen. Visualisierung: Stadt Leer

Für die Baugenehmigung seien die Gespräche und Verträge mit der Deutschen Bahn mittlerweile abgeschlossen, teilt Stadtsprecher Düselder mit. „Alle Auflagen und Hinweise bezüglich der Planungen wurden abschließend im Mai 2023 in der Stellungnahme der DB AG zusammengefasst und an die Baubehörde zu dem Bauantrag kommuniziert“, heißt es dazu seitens der Bahn. Damit habe die Deutsche Bahn ihre Pflicht erfüllt. „Zudem wurde im Oktober 2023 ein Gestattungsvertrag über die Regelung zu diversen Baurechtlichen Themen sowie die Inanspruchnahme von Bahngelände abgeschlossen.“

Stadt will fortlaufend Kontakt zur Deutschen Bahn halten

Mit den Auflagen und Hinweisen der Bahn seien beispielsweise die Sicherheitsabstände zu den Gleisen gemeint. Die Bedenken hatten im vergangenen Jahr zu Unstimmigkeiten zwischen Bahn und Stadt geführt – und zu den geringfügig angepassten Plänen. Grund ist, dass entlang der Bahnstrecke auf den Oberleitungsmasten eine Speiseleitung, eine Stromleitung, verlaufe, die Triebfahrzeuge mit Strom beliefert. Zu dieser sei im Falle eines einstöckigen Neubaus zwingend ein Sicherheitsabstand von fünf oder dreieinhalb Metern zur Hinterkante der Mastfundamente einzuhalten, da ansonsten Lebensgefahr bestehe.

Aufgrund der Nähe zur Bahn werde es für die Baustelleneinrichtung und die Bauphase fortlaufenden Kontakt mit der Deutschen Bahn zur Abstimmung geben, betont Patrick Düselder. Auswirkungen auf den Bahnverkehr werden die Arbeiten für die Fahrradstation nicht haben. „Es sind uns keine einschränkenden Bautätigkeiten bekannt“, teilt die Bahnsprecherin mit. „Wir haben darauf hingewiesen, dass es zu keinen Auswirkungen auf den Bahnverkehr kommen darf.“ Wann die Fahrradstation in Betrieb genommen werden kann, steht noch nicht fest. „Die Fertigstellung ist abhängig von den Angeboten der zu beauftragenden Firmen“, so Patrick Düselder.

Bis es so weit ist, muss der alte Fahrrad-Unterstand am Bahnhof genutzt werden. Doch nicht alle Räder, die dort stehen, werden regelmäßig benutzt. Das Bürgerbüro der Stadt räumt deswegen gemeinsam mit der Polizei und dem Baubetriebshof der Stadtwerke regelmäßig auf. Die Räder, die den Anschein erwecken, nicht mehr benutzt zu werden, wurden am Donnerstag markiert. Nach vier Wochen wird dann laut Stadtverwaltung überprüft, ob die Räder tatsächlich nicht bewegt wurden. Diese und fahruntaugliche Räder werden am 19. Dezember abgeholt. Stellt jemand fest, dass sein Rad entfernt wurde, kann es beim Baubetriebshof abgeholt werden.

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