Projekt in Westoverledingen  Gemeinde Westoverledingen reagiert auf die Klimakrise

| | 17.11.2023 18:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Im Steenfelder Hammrich gibt es einen Windpark (Foto). In der Gemeinde Westoverledingen sollen noch weitere Fläche ausgewiesen werden, auf denen Windkraftanlagen aufgestellt werden können. Foto: Ammermann
Im Steenfelder Hammrich gibt es einen Windpark (Foto). In der Gemeinde Westoverledingen sollen noch weitere Fläche ausgewiesen werden, auf denen Windkraftanlagen aufgestellt werden können. Foto: Ammermann
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Die Kommune gründet eine Gesellschaft für „Erneuerbare Energien“. Das Unternehmen ist für die Errichtung, den Erwerb und den Betrieb von Anlagen zur Gewinnung von regenerativer Energie zuständig.

Westoverledingen - Die Klimakrise ist ein Dauerthema – auch in der Gemeinde Westoverledingen. Darauf wies Rolf Hüser, Erster Gemeinderat der Kommune, während der jüngsten Sitzung des Rates der Gemeinde im Rathaus in Ihrhove hin. Die Kommune reagiert jetzt auf eine Vorgabe des Landes Niedersachsen für den Landkreis Leer – der Ausweisung von weiteren Flächen für den Bereich der Windenergie in den Gemeinden. Sie gründet jetzt die „Gesellschaft für Erneuerbare Energien Westoverledingen mbH“ (GEEW). Nach Auskunft von Hüser steigt die Gemeinde damit in ein neues Geschäftsfeld ein – und zwar in die Möglichkeiten zum Bau, Erwerb und den Betrieb von Anlagen zur Gewinnung von regenerativer Energie oder die Option zur Beteiligung an Wind- und Freiflächenphotovoltaikparks.

Hüser machte deutlich, dass er aufgrund der Vorgaben des Landes davon ausgehe, dass auch in Westoverledingen weitere Flächen für den Bereich der Windenergie ausgewiesen werden müssen. Um einer Verspargelung der Landschaft durch Windkraftanlagen zu verhindern, müsse die Kommune aktiv werden, so Hüser. Wie berichtet, hat die Gemeinde bereits im vergangenen Jahr beim Fachbüro Diekmann, Mosebach & Partner aus Rastede eine Standortpotenzialstudie für Windenergie in Auftrag gegeben. Herausgekommen sind vier Flächen mit einer Gesamtflächengröße von rund 580 Hektar. Zum Vergleich: Ein Fußballfeld ist etwa 0,7 Hektar groß. Das bedeutet, dass aktuell Flächen in der Größe von rund 82 Fußballfeldern in Westoverledingen eingeplant werden, auf denen Windkraftanlagen aufgestellt werden könnten. Allerdings werden diese Flächen aktuell geprüft, es steht nicht fest, ob und wo künftig Windkraftanlagen in der Gemeinde stehen werden. Die endgültige Entscheidung muss der Rat nach Abschluss des Verfahrens treffen, so Hüser.

Politik will Einfluss nehmen können

Die künftige Standortfrage will die Kommune nicht nur privaten Investoren überlassen. Und private Investoren, die Anlagen errichten wollen, haben laut Hüser bereits bei der Verwaltung angefragt. Deshalb gründet die Gemeinde die „Gesellschaft für Erneuerbare Energien Westoverledingen mbH“. „Damit die Politik ihre Einflussmöglichkeiten bei dem wichtigen Zukunftsthema Energie bestmöglich ausüben und auch die Gemeinde finanziell davon partizipieren kann, bietet sich die Gründung einer neuen Gesellschaft für das Geschäftsfeld direkt durch die Gemeinde an“, so Hüser. Die Haftung der Gemeinde wird sich dadurch auf ihren Geschäftsanteil in Höhe von 25.000 Euro beschränken.

Der Rat stimmte bei einer Gegenstimme der Gründung der neuen Gesellschaft zu. Zuvor hatte bereits der Verwaltungsausschuss (VA) – das wichtigste politische Gremium nach dem Gemeinderat – die Gründung befürwortet. Es wird die zweite Gesellschaft der Gemeinde Westoverledingen sein. Es gibt bereits die 100-prozentige Tochtergesellschaft „Wohnungsbau- und Entwicklungs GmbH Westoverledingen“ (WEW), die sich insbesondere um die Vermarktung von Baugrundstücken kümmert.

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