Leipzig  Till Lindemann sperrt Journalisten aus: Akkreditierungen bei Konzerten verweigert

Maximilian Matthies
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Von Maximilian Matthies
| 10.11.2023 17:55 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Rammstein-Frontmann Till Lindemann ist mit seinem neuen Album „Zunge“ auf Solo-Tournee. Zu Konzerten erhalten einige Pressevertreter keinen Zutritt. Foto: dpa/Malte Krudewig
Rammstein-Frontmann Till Lindemann ist mit seinem neuen Album „Zunge“ auf Solo-Tournee. Zu Konzerten erhalten einige Pressevertreter keinen Zutritt. Foto: dpa/Malte Krudewig
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Das Auftaktkonzert bei der Solo-Tournee von Rammstein-Frontmann Till Lindemann in Leipzig war ausverkauft. Einige Journalisten mussten allerdings draußen bleiben. Am Rande kam es zu Protesten.

Rammstein-Frontmann Till Lindemann ist am Mittwoch mit seiner Solo-Tournee gestartet. Zum Auftakt in die Leipziger Quarterback Arena kamen rund 12.000 Fans. Das Konzert war ausverkauft. Einige Journalisten, die eine Akkreditierung angefragt hatten, waren jedoch nicht zugelassen. Am 15. November tritt Lindemann in der Emslandarena in Lingen auf.

Laut Berichten der „Leipziger Volkszeitung“ und der „Stuttgarter Nachrichten“ erhielten Pressevertreter dieser beiden Medien keinen Zugang zu den Konzerten. Auch die Deutsche Presse-Agentur verzichtete wegen fehlender Akkreditierungen auf eine Berichterstattung. Betroffen waren neben Leipzig Konzerte am Freitag in Düsseldorf und am Sonntag in Münster.

Wie die „Westfälischen Nachrichten“ berichteten, war auch ein Journalist jener Zeitung für das Konzert im Messe- und Congress Zentrum Halle Münsterland nicht zugelassen. Vor dem Auftritt am Sonntag war eine Kundgebung als Protest gegen den Sänger angekündigt.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) reagierte: „Es sei völlig inakzeptabel, wenn die Zulassung von Berichterstattern zu den Konzerten vom Gutdünken des Rockstars und seines Managements abhänge“, sagte der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster in einer Mitteilung. Zum Entzug von Akkreditierungen ohne Angabe von Gründen hieß es: „Das riecht nach einer Retourkutsche für die kritische Berichterstattung über Lindemann in vielen Medien während der letzten Monate“. Das Management von Till Lindemann reagierte bislang nicht auf eine Anfrage unserer Redaktion.

Der Rammstein-Sänger stand zuletzt wegen Vorwürfen von Frauen im medialen Fokus. In dem Zusammenhang war das Thema Sexismus und Machtmissbrauch bei Konzerten aufgekommen. Lindemann hat die Vorwürfe gegen sich zurückgewiesen. Die Staatsanwaltschaften in Berlin und Litauen stellten Untersuchungen wegen der Vorwürfe ein.

Rund 600 Menschen demonstrierten am Mittwochabend in Leipzig gegen das Lindemann-Konzert. Die Aktion im Vorfeld des Auftritts verlief „weitestgehend störungsfrei“, teilte die Polizei mit. Einzelne Straftaten seien jedoch aufgenommen worden – unter anderem wegen Beleidigung und einer verfassungsfeindlichen Geste.

Zudem wurde laut Polizei eine Werbetafel mit Hilfe von Werkzeug geöffnet und dabei beschädigt sowie das Plakat des Rammstein-Sängers überklebt. In mehreren Fällen hätten Demonstranten zudem gegen das Vermummungsverbot verstoßen. Die polizeilichen Ermittlungen laufen.

Lesen Sie auch: Rammstein gehen 2024 wieder auf Europa-Tour – Konzerte auch in Deutschland

Die Tournee von Till Lindemann zu seinem neuen Solo-Album „Zunge“, das am 3. November erschienen ist, führt durch 24 Städte in Europa. Spielstätten in Deutschland sind neben Leipzig, Düsseldorf (10. November), Münster (12.11), Bamberg (14.11), Lingen (15.11), Frankfurt (17.11), Kassel (18.11), Trier (20.11), Hamburg (8.12), Stuttgart (16.12) und München (18.12).

Mit Material von dpa

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