Tipps gegen das Traurigsein  Hier zeigt sich die dunkle Jahreszeit von der schönsten Seite

Vera Vogt
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Von Vera Vogt
| 06.11.2023 18:38 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Altstadt in Leer kann sich sehen lassen, wenn es dunkel wird. Foto: Ortgies
Die Altstadt in Leer kann sich sehen lassen, wenn es dunkel wird. Foto: Ortgies
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Die frühe Dunkelheit verdirbt so manchem die Stimmung. Aber an einigen Orten im Kreis Leer ist es dann erst so richtig schön. Hier kommen die Tipps.

Rheiderland/Leer - Trübes Wetter und frühe Dunkelheit schlagen im November so manchem auf das Gemüt. Das muss aber nicht sein: So mancher Ort in der Region zeigt seine Schönheit erst so richtig, wenn es dunkel wird. „Man kann derzeit schon gegen 17 Uhr zum Spaziergang aufbrechen und sich die spezielle Stimmung ansehen“, sagt Kurt Radtke, Geschäftsführer der Touristik GmbH „Südliches Ostfriesland“. Besonders, wenn das Wetter nicht so usselig sei, habe das seinen eigenen Reiz. Für Touristen, aber natürlich auch für Einheimische, haben wir mit seiner Hilfe einige Orte in der Region herausgesucht, die zu einem Besuch einladen. „Natürlich kann man noch viel mehr entdecken“, fügt Radtke hinzu.

Was und warum

Darum geht es: Die Tatsache, dass es früh dunkel wird, muss nicht unbedingt etwas Negatives sein. Jedenfalls kommen so manche Orte in der Gegend dann so richtig zur Geltung.

Vor allem interessant für: diejenigen, die etwas gegen den Herbstblues machen wollen

Deshalb berichten wir: Die Tage werden kürzer.

Die Autorin erreichen Sie unter: v.vogt@zgo.de

Ein weiterer Vorteil eines Spazierganges: „Durch die körperliche Aktivität steigt der Serotoninspiegel im Körper. Serotonin ist ein Hormon, das auch als Glückshormon bezeichnet wird. Es wirkt stimmungsaufhellend und antriebssteigernd“, erklärt beispielsweise die Krankversicherung AOK als Gegenmittel für den Herbstblues. Die Region hat jedenfalls einiges zu bieten, was in der Dunkelheit besonders schön sein kann. Hier kommen einige Tipps:

1. Häfen, Schiffe, Schönheit

Schöne Fassaden reihen sich aneinander, die Törfwievkes arbeiten im Schein der Lichter, im Wasser spiegeln sie sich: Der Alte Hafen in Weener ist auf jeden Fall eine der Top-Adressen, wenn die Dunkelheit so langsam aufzieht. „Schön nümig“ sei es dort, findet Radtke. Das gelte für einige Häfen. Auch der in Leer habe einiges zu bieten: „Gerade, wenn dann noch die Beleuchtung der ‚Prinz Heinrich‘ hinzukommt“, sagt er.

Der Alte Hafen in Weener lädt zu einem Spaziergang ein. Foto: Vogt
Der Alte Hafen in Weener lädt zu einem Spaziergang ein. Foto: Vogt
Auch der Hafen in Ditzum habe seinen Charme in der Dämmerung. „Wenn an den Häfen das Wasser glatt ist und sich alles spiegelt, das hat schon etwas ganz Besonderes“, sagt er.

2. Großes Werk, große Aussicht

Lichter, Wasser und Technik: Das Emssperrwerk ist ein Blickfang. Foto: NLWKN
Lichter, Wasser und Technik: Das Emssperrwerk ist ein Blickfang. Foto: NLWKN
„Magisch“ nennt er es: Das Emssperrwerk bei Gandersum in der Dämmerung. Das 476 Meter lange Bauwerk sei eines der modernsten Sperrwerke in Europa, schreibt der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), der das Emssperrwerk unterhält. „Ein beeindruckender Beleg deutscher Ingenieurskunst quer durch die Ems“, schreibt die Touristik GmbH. Der gigantische Wall aus Stahl und Beton staue bei Bedarf das Wasser der Ems auf und schütze vor Sturmfluten. Es ist aber auch etwas fürs Auge.

Das Emssperrwerk kann sich auch bei beginnender Dunkelheit sehen lassen. Foto: NLWKN
Das Emssperrwerk kann sich auch bei beginnender Dunkelheit sehen lassen. Foto: NLWKN
Wenn man etwas Schönes bei eintretender Dunkelheit suche, sei man dort richtig, so Radtke. Es gibt allerdings auch bei hellichtem Tage Führungen – aber nur bis Ende Oktober. Derzeit muss man sich das Bauwerk auf eigene Faust anschauen.

3. Bummel und Nachtwächter

Ein weiterer Tipp: Die Altstadt in Leer. Das Licht dringt aus den Schaufenstern, die Laternen leuchten. „Perfekt, um durch die Straßen zu bummeln“, sagt der Tourismus-Experte.

Zusammen mit Therese und dem Schienfatt.

Gepostet von LEER entdecken am Freitag, 1. September 2023

Wer dabei noch etwas erfahren möchte, kann auch eine Zeitreise in das 19. Jahrhundert machen: Nachtwächter – Schienfattloper – führen vom Museumshafen aus für rund 90 Minuten durch die Franzosenzeit um 1810, heißt es von den Verantwortlichen. Preis: Neun Euro pro Person.

4. Adel und Müller

So manche Sehenswürdigkeit wird abends umso sehenswerter: Dazu gehört nach Radtke zum Beispiel die Evenburg in Leer. Das Gebäude werde zu bestimmten Anlässen beleuchtet, der Park lade zum Spaziergang ein. Die Burg Stickhausen sei ebenfalls immer ein Blickfang.

Zum Beispiel bei der Veranstaltung Lücht un Spööl kann sich die Evenburg sehen lassen. Foto: Ortgies/Archiv
Zum Beispiel bei der Veranstaltung Lücht un Spööl kann sich die Evenburg sehen lassen. Foto: Ortgies/Archiv

Aber auch viele Mühlen würden in Herbst oder Winter geschmückt, meist die in Logabirum oder Stapelmoor, zählt er auf.

5. Natur pur

Solche Sonnenuntergänge bei der Bohrinsel überzeugen. Foto: Archiv
Solche Sonnenuntergänge bei der Bohrinsel überzeugen. Foto: Archiv
Die Bohrinsel in Dyksterhusen sei ebenfalls ein guter Ort, wenn man den Herbst in Ruhe genießen wolle. Auch dort ist das Wasser wieder ein Punkt, der besonders überzeuge. „Von der ehemaligen Bohrinsel bei Dyksterhusen aus hat man einen tollen Blick über die Meeresbucht Dollart! Unser Tipp: Bei schönem Wetter können Sie gegen die Abendstunden einen tollen Sonnenuntergang bestaunen“, schreibt die Gemeinde Jemgum dazu.

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