125 Menschen kamen Pro-Palästinenser-Demo auf Denkmalsplatz in Leer
Auf dem Denkmalsplatz in Leer haben rund 125 Menschen einen Waffenstillstand im Gaza-Streifen gefordert. Zwei junge Frauen mussten wegen ihrer Plakate auf die Polizeiwache.
Leer - Sie skandierten „Freiheit für Gaza“ und „Waffenstillstand jetzt sofort“. Rund 125 Menschen trafen sich am Freitagnachmittag auf dem Denkmalsplatz in Leer zu einer pro-palästinensischen Demonstration. Unter dem Titel „Frieden und Freiheit für die Kinder von Gaza“ versammelten sich die Menschen, hissten palästinensische Flaggen und riefen „Freiheit für Palästina, Freiheit für Gaza“.
Statement gegen Hass auf Juden
Aufgerufen zu der Kundgebung hatte Mohamad Almohamad, der auch zu der Menge sprach. Noch vor der Kundgebung wiederholte er mehrfach, dass antisemitistische Äußerungen bei der Demonstration keinen Platz hätten. „Wir sind gegen Hass auf Juden oder andere Religionen“, sagt er. Auch der Tod von israelischen Zivilisten sei schrecklich. Er kritisierte hingegen das Vorgehen Israels und die Lage der palästinensischen Zivilisten im Gazastreifen. Er kritisierte die Medien und beklagte, dass darüber kaum berichtet werden würde. „Wir fordern die Einhaltung der Menschenrechte, eine Waffenruhe und humanitäre Hilfe für den Gazastreifen“, so Almohamad in seiner Rede. Er warf Israel Völkermord an den Menschen in Gaza vor.
Während die meisten Teilnehmer sich die Reden nur anhörten oder „Freiheit für Gaza“ riefen, hatten einige die Palästina-Flagge dabei, einige trugen auch das traditionelle Palästinensertuch. Kinder hielten Bilder von anderen Kindern im zerbombten Kriegsgebiet in die Höhe. Das Demo-Thema „Frieden für Kinder in Gaza“ geriet in den Wort-Beiträgen allerdings in den Hintergrund.
Eine Gruppe junger Frauen war allerdings mit Plakaten gekommen. Auf einem war zu lesen „Palestine will be free, from the river to the sea.“ Mit dem Satz ist gemeint, es solle ein freies Palästina geben auf einem Gebiet vom Fluss Jordan bis zum Mittelmeer – dort wo sich jetzt Israel befindet. Es stellt also das Existenzrecht Israels in Frage. Wegen des Anfangsverdachts auf eine Straftat, es könnte hierbei um Volksverhetzung gehen, wurde die junge Frau in Leer von der Polizei mit auf die Wache genommen – auch, weil sie sich nicht ausweisen konnte.
Nun prüfen die Beamten, ob es strafrechtliche Konsequenzen für sie haben wird. Ebenfalls in der Gruppe zeigte eine junge Frau das Schild „Stop doing, what Hitler did to you“, was ebenfalls von der Polizei erst verboten wurde. Auch hier prüft die Polizei nun, ob der Anfangsverdacht einer Straftat vorliegt. Beide konnten nach der Aufnahme ihrer Personalien die Polizeiwache wieder verlassen.
Zahlreiche Einsatzkräfte
Die Kundgebung wurde begleitet von zahlreichen Einsatzkräften, die allerdings bis auf die Auseinandersetzungen mit den beiden Plakatschreiberinnen, nicht viel zu tun bekamen. „Der Verlauf ist als störungsfrei und friedlich zu bezeichnen“, teilte die Polizei nach der Kundgebung mit.
Am 7. Oktober hatten Terroristen der im Gazastreifen herrschenden Hamas in Israel ein Massaker unter Zivilisten mit rund 1400 Toten angerichtet und mehr als 200 Menschen verschleppt. Seither greift Israels Armee Ziele in dem abgeriegelten Palästinensergebiet an. Dabei starben dort nach palästinensischen Angaben schon Tausende Menschen.