Überfall in Friesoythe  Drei Männer nach Angriff auf Dealer in Dauerarrest

Franz-Josef Höffmann
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Von Franz-Josef Höffmann
| 02.11.2023 18:13 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Das Jugendgericht am Cloppenburger Amtsgericht verurteilte die drei jungen Friesoyther. Foto: Höffmann
Das Jugendgericht am Cloppenburger Amtsgericht verurteilte die drei jungen Friesoyther. Foto: Höffmann
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Im Raum stand sogar eine mehrjährige Haftstrafe, die von der Staatsanwaltschaft gefordert wurde. Eine 22-Jährige aus Friesoythe soll den Raub eingefädelt haben.

Friesoythe/Cloppenburg - Drei junge Friesoyther im Alter von 17, 18 und 19 Jahren sollen einen vermeintlichen Drogendealer in den Hinterhalt gelockt, zusammengeschlagen und ausgeraubt haben. Diesen schweren Raub büßen die Angeklagten nun mit ihrer Freiheit. Das Jugendgericht am Cloppenburger Amtsgericht verurteilte sie nicht nur zur Teilnahme an einem Anti-Gewalt-Training und zur Zahlung eines Schmerzensgeldes an das Opfer, sondern verhängte auch je einen Dauerarrest von vier Wochen.

Im Vergleich zu dem, was die Staatsanwaltschaft gefordert hatte, darf das als mildes Urteil gesehen werden. Die Staatsanwaltschaft wollte das Trio für 2,5 Jahre in Jugendhaft sehen. Dabei verwies sie auf das Strafrecht für Erwachsene. In Anbetracht der Tat hätte ein Strafmaß von bis zu fünf Jahren im Raum gestanden.

22-Jährige soll den Überfall eingefädelt haben

Dreh- und Angelpunkt des Überfalls soll eine 22-Jährige aus Friesoythe gewesen sein. Die drei Angeklagten sollen mit ihr zusammen am Tattag gefeiert und Drogen konsumiert haben. Weil nicht genügend Rauschmittel vorrätig waren, seien sie auf die Idee gekommen, einen Dealer auszurauben, den die 22-Jährige kannte.

Die 22-Jährige soll den Dealer mit einem Anruf zu einem Treffpunkt bestellt haben. Sie selbst hielt sich im Hintergrund. Die drei Angeklagten lauerten ihm maskiert und bewaffnet mit einer Art Baseballschläger im Gebüsch auf. Als der vermeintliche Dealer eintraf, stürmten sie los, schlugen und traten auf ihn ein und verletzten ihn nicht unerheblich. Dann raubten sie den Feststellungen zufolge das Opfer aus.

Die Angeklagten konnten als mutmaßliche Räuber ermittelt werden. Der jüngste der Angeklagten soll nach der Tat in Friesoythe damit geprahlt haben, einen „abgezogen“ zu haben. Das hatte auch die Polizei mitbekommen. Verlieren die männlichen Angeklagten nun ihre Freiheit, kam in dem Verfahren die 22-Jährige noch mit fünf Monaten Haft auf Bewährung davon. Außerdem musste sie noch in der Verhandlung ihr Handy als Tatwerkzeug abgeben.

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