Schlimmste Wege zuerst  Moormerland will nach Jahren wieder Straßen ausbauen

Karin Lüppen
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Von Karin Lüppen
| 01.11.2023 12:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der Ausbau der Kiefernstraße in Warsingsfehn in den Jahren 2015 und 2016 war eine der letzten Straßenbaumaßnahmen, die in Moormerland umgesetzt wurden. Foto: Wolters/Archiv
Der Ausbau der Kiefernstraße in Warsingsfehn in den Jahren 2015 und 2016 war eine der letzten Straßenbaumaßnahmen, die in Moormerland umgesetzt wurden. Foto: Wolters/Archiv
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Für den Ausbau der schlechtesten Straßen in Moormerland soll eine Prioritätenliste aufgestellt werden. Die Ortsräte durften als erste Vorschläge melden.

Moormerland - Seit mindestens sechs Jahren wurden in Moormerland keine Straßen mehr saniert oder ausgebaut – mit wenigen Ausnahmen. Entsprechend sind viele Wege in der Gemeinde in keinem guten Zustand. Deshalb soll nun eine Reihenfolge aufgestellt werden, nach der Ausbauten geplant werden. Dabei waren die Ortsräte in den vergangenen Wochen als erste am Zuge.

Zugrunde lag eine alte Prioritätenliste aus dem Jahr 2015. Seitdem seien lediglich noch die Kiefernstraße in Warsingsfehn sowie die Maßnahmen Klunderburgstraße und Lange Reihe im Zuge der Dorferneuerung Rorichum sowie die Dorfstraße West und Dorfstraße Ost im Zuge der Dorferneuerung Terborg ausgebaut worden – aus „verschiedenen Gründen“, wie es in der Beschlussvorlage heißt.

Stillstand wegen Diskussion über Beiträge

Zu diesen Gründen gehörte unter anderem die Diskussion über die Straßenausbaubeitragssatzung der Gemeinde Moormerland. Nach Protesten von Anliegern war beraten worden, ob die Finanzierung von Straßenausbauten auch ohne direkte Beteiligung von Anliegern möglich wäre. Das wäre zum Beispiel über höhere Grundsteuern möglich gewesen. Am Ende blieb es doch bei der Beitragssatzung, allerdings soll bei sehr hohen Anliegerbeiträgen zum Beispiel Ratenzahlungen möglich sein.

„Für die Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit“, so heißt es in der Vorlage weiter, sollen nun wieder Gemeindestraßen saniert oder ausgebaut werden. Es folgt gleich der Hinweis, dass „sowohl aus Kostengründen als auch aus Gründen der Planung jährlich maximal ein bis zwei Straßen, abhängig von der Länge der Straße, saniert beziehungsweise erneuert werden“ könnten. Dies mussten die Ortsräte berücksichtigen.

Ortsräte melden wenige Straßen

„Geht man davon aus, dann würde es mehr als zehn Jahre dauern, die Liste abzuarbeiten“, sagte Berthold Koch, Ortsbürgermeister in Neermoor, auf Anfrage. Denn allein aus dieser Ortschaft stehen 20 Straßen auf der Liste von 2015. Daher habe sich der Ortsrat Neermoor entschieden, zunächst nur zwei Straßen zu melden. Davon verspricht man sich, dass diese dann tatsächlich in den kommenden Jahren an die Reihe kommen. Es sind die Burgstraße und die Freiligrathstraße in Neermoor. Die Maßnahme Burgstraße sei bereits für die Haushaltsplanung vorgesehen.

In Oldersum lief es laut Ortsbürgermeister Jens de Vries ähnlich. Dort fiel die Wahl auf die Maßnahmen Heereweg / Bunktillweg, Kreuzweg und Hinter der Bleiche. Auf der alten Liste hatten inklusive der genannten fünf Maßnahmen gestanden. Die Auswahl sei dem Ortsrat nicht schwer gefallen, so de Vries, es seien die Straßen mit dem schlechtesten Zustand.

Thema noch in öffentlicher Beratung

Aus den Vorschlägen der Ortsräte muss eine Liste für die ganze Gemeinde erstellt werden. Über die endgültige Reihenfolge wird letztlich der Gemeinderat entscheiden. Das soll in der Dezembersitzung geschehen. Vorher befasst sich noch der Bauausschuss am 2. November (die öffentliche Sitzung beginnt um 19 Uhr im Rathaus) sowie der Verwaltungsausschuss (nicht öffentlich), dem die Spitzen der Ratsfraktionen angehören, mit dem Thema.

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