Raser in Weeneraner Spielstraße Spielende Kinder werden von der Straße gehupt
Spielende Kinder werden von der Fahrbahn gehupt und wer sich an die Tempovorgabe hält, wird überholt. Von diesen Zuständen berichten Anwohner einer Siedlung in Weener. Damit könnte bald Schluss sein.
Weener - Im Meedenweg in Weener wohnen viele Familien mit kleinen Kindern. In der Siedlung spielen die Mädchen und Jungen auf der Straße, einen Gehweg gibt es dort nicht. Denn der Meedenweg ist als Spielstraße ausgewiesen. Autos dürfen dort eigentlich nur Schrittgeschwindigkeit fahren. „Doch die Autos rasen hier zum Teil mit Tempo 50 und schneller durch“, berichtete Anwohner Hartmut Timmer. Mit einer Unterschriftensammlung fordern die Bewohner verkehrsberuhigende Maßnahmen. Am Donnerstag trafen sie sich mit Vertretern des Bauausschusses und der Stadtverwaltung vor Ort. Es wurden Ideen für Maßnahmen gesammelt, die für mehr Sicherheit sorgen sollen.
Was und warum
Darum geht es: um die Frage, mit welchen Maßnahmen man Autofahrer dazu zu zwingen kann, sich in Spielstraßen an die Verkehrsregeln zu halten
Vor allem interessant für: alle Verkehrsteilnehmer, insbesondere Einwohner in Wohnsiedlungen
Deshalb berichten wir: Anwohner und Vertreter des Bauausschusses der Stadt Weener trafen sich im Meedenweg, um sich die Situation vor Ort anzusehen. Die Autorin erreichen Sie unter: t.gettkowski@zgo.de
Nach Beobachtung der Anwohner fehle es vielen Autofahrern an Einsicht. „Mein Sohn ist hier schon angehupt worden, weil er mit dem Kettcar auf der Straße fuhr“, berichtete Timmer, Sprecher der Anwohner im Meedenweg. „Wenn man hier wie vorgeschrieben Schritttempo fährt, wird man von einigen sogar überholt“, erzählte Sandra Schouwer. Aktuell steht ein Tempo-Display an der Straße. Ein roter Smiley mit runtergezogenen Mundwinkeln zeigt an, wenn ein Verkehrsteilnehmer dort zu flott unterwegs ist. In regelmäßigen Abständen wird in der Straße auch geblitzt. „Da ist schon so mancher seinen Führerschein losgeworden“, sagte ein Anwohner.
Poller sind keine Lösung
Ein Problem ist nach Beobachtung der Anlieger, dass der Meedenweg bis auf das blaue Spielstraßen-Schild nicht wie ein verkehrsberuhigter Bereich wirkt. Zwei relativ langgestreckte und gerade Abschnitte verleiten offenbar zum Rasen. Denn durch die Straße fließt nicht nur der Anwohner-, sondern auch der Durchgangsverkehr. Den Durchgangsverkehr möchten die Anwohner am liebsten durch Poller oder andere Barrieren aus der Siedlung verbannen.
Dieser Wunsch lässt sich nach Worten von Bürgermeister Heiko Abbas aber nicht umsetzen. „Feuerwehr und Krankenwagen müssen hier durch und auch Feuerwehrleute, die hier wohnen, müssen in vorgegebenen Zeiten zum Feuerwehrhaus kommen“, machte Abbas deutlich. Auch für Paketdienste sei der Meedenweg eine Durchgangsstraße Richtung Dollardstraße.
Durchgangsverkehr nicht zu vermeiden
„Wir müssen Maßnahmen finden, die die Leute dazu zwingen, sich an die Verkehrsregeln zu halten“, betonte der Bürgermeister. Möglich sei das hauptsächlich durch bauliche Veränderungen. Nur wenn Leute Sorge hätten, dass sie sich ihre Autos kaputt fahren, könnten sie dazu bewegt werden, den Fuß vom Gas zu nehmen. Das seien nach Worten von Fachbereichsleiterin Xenia Nording Aufpflasterungen auf der Fahrbahn oder sogenannte Hamburger Kissen. „Die wiederum können zu Lärmbelastung für die Anlieger führen“, machte Günter Geerdes (SPD) deutlich.
„Alle baulichen Maßnahmen kosten Geld“, so Abbas. Es könnten auch in anderen Siedlungen Begehrlichkeiten geweckt werden, die sich auch Geschwindigkeitsbegrenzungen wünschen. Hinzu komme, dass verkehrsberuhigende Maßnahmen in der Regel mit dem Landkreis Leer abgestimmt und durch eine verkehrsbehördliche Anordnung genehmigt werden müssten.
Umsetzung kann dauern
„Bis die Ideen umgesetzt werden können, werden neun bis zwölf Monate vergehen“, dämpfte der Bürgermeister die Erwartungen der Anwohner. Der Stadtrat müsse außerdem Haushaltsmittel zur Verfügung stellen und die Maßnahmen genehmigen.
Dennoch sollen jetzt Maßnahmen geprüft werden, die sich auch ohne großen finanziellen Aufwand umsetzen lassen. Geprüft werden soll, ob sich auf der Fahrbahn Parkbuchten aufzeichnen lassen. Die Idee: Anwohner könnten dort ihre Fahrzeuge abstellen, um so die Autofahrer zum langsamen Fahren bewegen. Ziel ist allerdings ein Gesamtkonzept für Maßnahmen zu entwicklen, das die Sicherheit in verkehrsberuhigten Zonen verbessert. Und auch in anderen Siedlungen mit ähnlichen Problemen umgesetzt werden kann.