Osnabrück Welche Pläne hat die neue Wagenknecht-Partei in Niedersachsen?
Bisher haben Sahra Wagenknecht und ihre Mitstreiter einen Verein gegründet, eine Partei soll folgen. Wie dabei die Zukunftspläne für Norddeutschland aussehen, haben wir Amira Mohamed Ali, Bundestagsabgeordnete aus Oldenburg und Vorsitzende des Vereins „Bündnis Sahra Wagenknecht“, gefragt.
Am Montag folgte mit der offiziellen Vorstellung des Vereins „Bündnis Sahra Wagenknecht“ (BSW) der lang erwartete Bruch Sahra Wagenknechts mit der Linkspartei. Mit ihr verlassen neun weitere Abgeordnete die Linke, darunter auch Amira Mohamed Ali aus Oldenburg. Ziel des Vereins sei die Gründung einer Partei Anfang kommenden Jahres, hieß es bei einer Pressekonferenz in Berlin.
Mitmachen können Sympathisanten des neuen Vereins beim BSW allerdings nicht. Der Verein hat sich dem Sammeln von Spenden und der Vorbereitung der Parteigründung verschrieben. Neue Mitglieder nimmt er nicht auf. Es sei zudem auch nicht vorgesehen, Landesverbände des Vereins zu etablieren, erklärt Amira Mohamed Ali auf Anfrage unserer Redaktion.
Erst nach Parteigründung sollen Landes-Parteiverbände entstehen. „Wann genau, wird sich in den nächsten Monaten klären“, berichtetet die BSW-Vorsitzende. Das Feedback auf die Vereinsgründung falle in jedem Fall positiv aus, erklärt sie. „Wir erhalten aus allen Teilen der Republik viele positive Zuschriften“, erklärt Mohamed Ali, „auch aus Norddeutschland.“ Zudem erhalte sie aus ihrem Wahlkreis viele zustimmende Nachrichten, so die Bundestagsabgeordnete. „Darüber freue ich mich sehr!“
Mit Blick auf ihre jetzt ehemalige Partei gibt sich Mohamed Ali selbstbewusst. Sie sei sehr zuversichtlich, dass sich die neue Partei auch in Norddeutschland politisch verankern werde, erklärt sie. Die norddeutschen Landesverbände der Linken hatten sich in einer Reaktion auf die Vereinsgründung betont gelassen gegeben und sich keine großen Sorgen vor einer möglichen neuen Konkurrenz gemacht.
Im Hintergrund laufen indes die Arbeiten an den Landesverbänden, so Mohamed Ali. „Wir sind zurzeit aktiv dabei, Strukturen in den Bundesländern aufzubauen“, erklärt sie. Dies brauche aber Zeit. Es meldeten sich viele Menschen bei Wagenknecht und ihren Mitstreitern und deshalb müsste genau geschaut werden, „wer wirklich unsere politischen Überzeugungen teilt“, betont die Vereinsvorsitzende.