Berlin  Neue Wagenknecht-Partei aus dem Stand fünftstärkste Kraft in Deutschland

Maximilian Matthies
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Von Maximilian Matthies
| 24.10.2023 13:58 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Sahra Wagenknecht und ihre Mitstreiter (v.r.) Christian Leye, Ralph Suikat, Amira Mohamed Ali und Lukas Schön bei der Vorstellung ihres Bündnisses in Berlin. Foto: AFP/JOHN MACDOUGALL
Sahra Wagenknecht und ihre Mitstreiter (v.r.) Christian Leye, Ralph Suikat, Amira Mohamed Ali und Lukas Schön bei der Vorstellung ihres Bündnisses in Berlin. Foto: AFP/JOHN MACDOUGALL
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Die neue Partei von Sahra Wagenknecht und ihren Mitstreitern mischt schon in der Gründungsphase die Parteienlandschaft in Deutschland auf. Eine erste Umfrage sieht das Bündnis auf Augenhöhe mit den Grünen. Offenbar wandern auch AfD-Wähler ab.

Politikerin Sahra Wagenknecht trifft mit ihrem „Bündnis Sahra Wagenknecht – Für Vernunft und Gerechtigkeit“ (BSW) offenbar auf Wählerzuspruch. Schon am Tag der Vorstellung des Vereins, aus dem eine neue Partei erwachsen soll, sieht eine neue Umfrage die Linken-Politikerin und ihre Mitstreiter bei zwölf Prozent. Das geht aus einer Sonntagsfrage vom Meinungsforschungsinstitut Insa für die „Bild“-Zeitung hervor. Das Bündnis wäre demnach aus dem Stand fünftstärkste Kraft in Deutschland.

Die noch zu gründende Partei befindet sich damit bereits auf Augenhöhe mit den Grünen, die auf 12,5 Prozent Stimmenanteil kommen und damit nur ganz knapp vor dem BSW liegen. Auffällig: Am meisten Verluste verzeichnet in der neuen Umfrage die AfD und befindet sich aktuell bei 18 Prozent. Das Minus an Wählerzuspruch beträgt fünf Prozent.

Auch die übrigen Parteien verlieren. Die Union ist stärkste Kraft, muss aber nach der AfD den zweitgrößten Einbruch hinnehmen: 1,5 Prozent Stimmen sind es weniger. Für die SPD geht es runter auf 15,5 Prozent (-1 Prozent), die FDP erreicht noch 5,5 Prozent (-0,5 Prozent). Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde würde die Linkspartei, die lediglich vier Prozent erhält (-0,5 Prozent).

Gegenüber der „Bild“-Zeitung erklärte Insa-Chef Hermann Binkert: „Eine Wagenknecht-Partei verändert die politische Landschaft. Bisherige Koalitionsmöglichkeiten, wie ein Jamaika-Bündnis, hätten keine parlamentarische Mehrheit mehr. Die Ampel plus Wagenknecht käme dagegen auf eine knappe parlamentarische Mehrheit.“

Der Meinungsforscher hielt ein zweistelliges Ergebnis der neuen Wagenknecht-Partei bei der Europawahl 2024 für möglich.

Antreten könnte das BSW auch bei den drei ostdeutschen Landtagswahlen im kommenden Jahr. „Wir streben an, in den drei Bundesländern zu kandidieren, aber ob wir es wirklich in allen dreien schaffen, wird natürlich davon abhängen, wie sind die Landesverbände bis dahin aufgestellt, welche Kandidaten haben wir vor Ort“, sagte Wagenknecht am Montag in Berlin. Die 54-Jährige betonte, dass die Entscheidung letztlich bei der neu zu gründenden Partei liege.

Kommendes Jahr werden in Thüringen, Sachsen und Brandenburg Landtage gewählt. In Thüringen hätte eine Wagenknecht-Partei einer Insa-Umfrage vom Juli zufolge Potenzial, stärkste Kraft im Freistaat zu werden – vor allem auf Kosten der AfD und der Linken.

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