Alles für Tore Das Geschäft in den früheren ADO-Hallen brummt
Das Unternehmen IDD-Parts hat in den traditionsreichen Hallen in Aschendorf den Betrieb aufgenommen. Was passiert hinter den Werksmauern?
Aschendorf - In einem Teil der früheren ADO-Hallen in Aschendorf pulsiert neues Leben. Das Unternehmen IDD-Parts hat dort den Betrieb aufgenommen. Was passiert hinter den Werksmauern, und was hat die Firma Jansen aus Surwold damit zu tun? Wir haben uns das angesehen.
Nur wenige Schritte zwischen den Maschinen und einige Worte von Geschäftsleiter Ralf Nee (53) genügen, und es stellt sich ein Gefühl ein, wie es kleine und große Fernsehzuschauer aus „Der Sendung mit der Maus“ kennen: An einer Maschine schneiden Mitarbeiter Frank Cornelius und ein Kollege dünnwandige, schmale Metallteile zu. Sie sind maximal 8,20 Meter lang.
Alles, was mit Toren zu tun hat
In weiteren, voll automatisierten Arbeitsschritten wird zwischen zwei dieser Metallteile ein besonderer Schaum gepresst, der innerhalb von 20 Minuten komplett aushärtet. Schließlich wird das Produkt, – dessen Entstehung hier stark vereinfacht dargestellt wird – von allen Seiten mit Leisten versehen – und fertig ist ein Paneel für ein Sektionaltor.
Die Produktion solcher Paneele in unterschiedlichsten Längen und Formen bildet gewissermaßen das Hauptgeschäft von IDD-Parts in Aschendorf. Zum Portfolio gehören beispielsweise aber auch Profile, Laufrollen, Federn, Scharniere, Seile, Beschläge, Abdichtungen sowie Steuerungs- und Antriebstechnik. „Im Grunde alles, was mit Toren, Tortechnik und Service- beziehungsweise Ersatzteilen zu tun hat“, sagt Nee im Gespräch mit unserer Redaktion.
Verbindung zu Jansen-Tore
Der Papenburger ist seit 33 Jahren im Geschäft. Die allermeisten davon hat er in Diensten des Surwolder Unternehmens Jansen Tore verbracht. IDD-Parts und Jansen sind beziehungsweise waren ohnehin eng miteinander verknüpft.
In aller Kürze: Die Jansen-Sparte Jansen PU Technik, wo Nee ebenfalls in führender Position tätig war, ging seit 2020 „fließend“ in die neue IDD-Parts-Niederlassung über. Nach zuvor mehreren Umzügen (Lippstadt, Surwold, Lathen, Aschendorf und wieder Surwold) ist das Unternehmen unter dem neuen Namen nun abermals in der früheren Kreisstadt sesshaft geworden – aus Platzgründen und nun hoffentlich auf Dauer, wie Nee sagt. Denn auf dem Jansen-Gelände sei es einfach zu klein geworden.
Da traf es sich gut, dass Jansen schon vor Jahren einen Teil des Gebäudekomplexes der früheren ADO-Gardinenwerke von der Inhaberfamilie Wulf gekauft hat. Genauer gesagt, handelt es sich um den Trakt links der alten Werkstraße. Der andere, weitaus größere Teil wurde kürzlich ebenfalls veräußert. Zeitweise hatte Jansen sein Gelände an der Hüntestraße selbst genutzt, das Nee zufolge insgesamt rund 36000 Quadratmeter umfasst.
Nun ist auf einer Fläche von zunächst 6500 Quadratmetern IDD-Parts als Mieter eingezogen. Für eine sechsstellige Summe wurde saniert und umgebaut. In den Büros riecht es noch frisch. „Hier war überall Baustelle. Jetzt steht das Gebäude glänzend da“, sagt Nee. Dazu zählt für ihn auch das Öffnen und Verglasen der Außenhaut der alten Werkshallen, damit mehr Licht in die Produktionsstätte fällt.
Täglich gehen bis zu 60 Online-Bestellungen ein
Dort sind zurzeit acht Mitarbeiter beschäftigt. Nee könnte aber mehr gebrauchen, wie er betont. Denn das Geschäft brummt. „Wir haben richtig Fahrt aufgenommen.“
Nach den Worten des 53-Jährigen gehen täglich zwischen 40 und 60 Bestellungen von Kunden vornehmlich aus Deutschland, aber auch aus westeuropäischen Nachbarländern sowie England und Skandinavien ein. Alles laufe online. „Und wir sind in der Lage, innerhalb kürzester Zeit zu liefern“, betont der Geschäftsleiter. Täglich würden die Produkte von einem Paketdienst abgeholt. Größere Bestellungen werden per Lkw transportiert. Zu den Großkunden zählen Nee zufolge Branchenriesen wie Hörmann, Nassau und Novoferm. IDD-Parts mit Hauptsitz in den Niederlanden betreibt derweil auch Niederlassungen in Frankreich, Italien und Polen.
Nee hat sich beruflich dem Verschäumen von Torpaneele verschrieben. Laien könnten sich das etwa wie beim Einbauen von Fenstern vorstellen. „Unser Schaum ist aber viel edler. Anders gesagt: Wenn ich unseren Schaum als Bauschaum bezeichnen würde, wäre das eine Beleidigung.“
Der Geschäftsleiter verhehlt seinen Stolz auf die Schaumanlage ebenso wenig wie auf andere „seiner“ Maschinen, die er zum Teil selbst entwickelt habe. Und ein Ende scheint nicht in Sicht. „Ich habe noch 1000 Ideen im Kopf“, sagt Nee.