Nach Diskussion um Schwimmlehrer Leeraner Schwimmbad Plytje bietet neue Schwimmkurse an
Nachdem dem privaten Schwimmlehrer Andreas Kuppe gekündigt wurde, gab es viel Kritik, weil zahlreiche Kinder ihren Kurs verlieren. Nun hat das Plytje das eigene Kursangebot aufgestockt.
Leer - Gut zweieinhalb Wochen ist es her, dass dem privaten Schwimmlehrer Andreas Kuppe vom Leeraner Schwimmbad Plytje zum Jahresende ordentlich gekündigt worden war. Fast 170 Kinder, die er wöchentlich trainiert, würden dann ihre gewohnten Schwimmkurse verlieren, hatte der 51-Jährige geschätzt.
Was und warum
Darum geht es: Rund 170 Kindern bringt Andreas Kuppe aktuell pro Woche das Schwimmen bei. Das Plytje hat ein neues Kurskonzept, mit dem es die Plätze trotz Kündigung des Schwimmlehrers auffangen möchte.
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Deshalb berichten wir: Im Internet hatte die Kündigung von Andreas Kuppe für Kritik gesorgt. Wir wollten wissen, wie das Plytje nun vorgeht. Die Autorin erreichen Sie unter: r.heinig@zgo.de
Das führte in den sozialen Medien zu Kritik an dem Schwimmbad: Es sei seit der Corona-Pandemie sowieso schon schwierig genug, freie Kursplätze für Kinder zu finden. Und auch die Eltern sind verärgert. Sie hatten Kuppe als einfühlsamen Schwimmlehrer kennengelernt. Inzwischen wurde von den Eltern sogar eine Online-Petition ins Leben gerufen, die die Rücknahme der Kündigung und damit den Erhalt der Schwimmkurse fordert. „Es ist schlimm, dass das Schwimmbad so viele Kinder vor die Tür setzt“, sagte Samira Schneider, Mutter von sechs Kindern, die bisher alle bei Kuppe Schwimmkurse besucht hatten, gegenüber dieser Zeitung. Der 51-Jährige selbst habe sich nicht erklären können, wie es zu seiner Kündigung kam. Nachdem Anja Buse Anfang dieses Jahres die Leitung des Plytje übernommen hatte, sei es zwar immer wieder zu kleineren Auseinandersetzungen gekommen, so Kuppe. „Aber nichts, was eine Kündigung rechtfertigt“, findet er.
Wird das Plytje nun die eigenen Kurse aufstocken?
Nun gibt es Neuigkeiten vom Plytje. Ab kommendem Jahr – also sobald die Kurse von Kuppe ausgelaufen sind – bietet das Schwimmbad selbst ein größeres Kursangebot an. „Neben einigen Umstrukturierungen, Optimierungen und der Wiedereinführung bestehender Kurse, wird es ab 2024 drei komplett neue Kinder-Kurse geben“, teilen die Geschäftsführerinnen Lisa Kesse und Anja Buse auf Anfrage mit.
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Um das zu erreichen, sei unter anderem das Personal aufgestockt und weiter qualifiziert worden. Bisher biete das Plytje neun unterschiedliche Kinderkurse an. „Zukünftig werden es 16 verschiedene Kinderkurse sein – vom Babyschwimmen bis zum Goldabzeichen, in jeder Altersgruppe und für jeden Anspruch“, so die Geschäftsführerinnen.
Wie viele neue Kursplätze wird es geben?
Eine Aussage zu der genauen Zahl der dann wöchentlich zur Verfügung stehenden Kursplätze könne die Geschäftsführung nur bedingt treffen, da diese Zahl nicht aussagekräftig sei. Aber: „Unser Kurssystem ist so aufgebaut, dass wir für alle einen passenden Kurs, beziehungsweise eine passende Kurszeit, anbieten möchten“, so die Geschäftsführung. So werde es ab 2024 drei verschiedene Seepferdchen-Kurse geben.
Dabei unterscheiden sich diese in der Anzahl der wöchentlichen Kursstunden – sie finden einmal, zweimal oder dreimal pro Woche statt. Anhand der wöchentlichen Kursstunden berechne sich die Dauer eines Kurses. Deshalb sei laut der Schwimmbadleitung eine Aussage der zur Verfügung gestellten Kinderkursplätze über ein Jahr zielführender. „Inklusive der Crashkurse in den Ferien stellen wir nun 3825 Kursplätze im Jahr 2024 für Kinder zur Verfügung, anstatt unserer 1823 Kursplätze aus dem laufenden Jahr 2023“, schreiben Buse und Kess.
Werden damit die Kurszeiten von Andreas Kuppe aufgefangen?
Nach Andreas Kuppes Angaben unterrichtet er rund 170 Kinder pro Woche. Geht das Plytje davon aus, dass er „wie auf seiner Homepage beschrieben, einen Kurszyklus von zehn Unterrichtseinheiten absolviert und wir die Ferienzeit abrechnen, da zu dieser Zeit die Kurse von Herrn Kuppe pausieren, kommen wir auf 680 Kinder im Jahr“, sagen die Geschäftsführerinnen.
Rechne man diese Zahl auf die 1823 Plätze, die das Plytje aktuell pro Jahr bereitstellt, müssten laut Schwimmbadleitung im kommenden Jahr 2503 Kursplätze angeboten werden, um die Schwimmstunden von Kuppe aufzufangen. „Wie bereits beschrieben, haben wir jedoch tatsächlich eine vollumfängliche Umstrukturierung vorgenommen und können ab dem kommendem Jahr sogar 3825 Kindern einen Platz anbieten“, heißt es von der Schwimmbadleitung.
Werden auch die Menschen mit Behinderung, die aktuell von Kuppe unterrichtet werden, im neuen Modell bedacht?
Neben den Kursen für Kinder bietet Andreas Kuppe auch wöchentliches Schwimmtraining für Menschen mit Handicap an, sagt er. „Auch die verlieren dann einen sicheren Ort zum Schwimmen“, fürchtet der 51-Jährige.
Kurse für Menschen mit Behinderung werden vom Plytje aktuell nur als Personaltraining – also als Einzeltraining – angeboten, heißt es dazu von der Schwimmbadleitung. „Sollten die Anfragen diesbezüglich steigen, werden wir einen eigenständigen Kurs in Erwägung ziehen. Dies gilt ebenso für weitere Kursanpassungen, da wir den tatsächlichen Bedarf abwarten wollen“, so Buse und Kess.