Großprojekt in Leer Wann wird der Neubau am Klinikum Leer errichtet?
Vor gut zwei Jahren wurde ein neues Großprojekt am Leeraner Klinikum vorgestellt – der Bau eines neuen Gebäudes an der Augustenstraße. Doch was ist daraus geworden?
Leer - Es war ein Großprojekt, was der Geschäftsführer des Klinikums Leer, Holger Glienke, Aufsichtsratsvorsitzender und Landrat Matthias Groote sowie der ärztliche Direktor Dr. Hans-Jürgen Wietoska im Juni 2021 der Öffentlichkeit vorstellten. Am Leeraner Krankenhaus sollte ein Neubau entstehen. 20.000 Quadratmeter und 50 Millionen Euro waren damals die Kennzahlen. Im Dezember 2022 sollte mit den Bauarbeiten begonnen werden. Ab Mitte 2024 war die Fertigstellung des Gebäudes geplant. „Wenn alles glatt läuft“, hatte Glienke damals gesagt. Doch große Bauarbeiten sieht man bislang nicht. Wir haben nachgefragt.
Was und warum
Darum geht es: Der Bau eines neuen Gebäudes wird bald umgesetzt.
Vor allem interessant für: Menschen, die sich für die Gesundheitsversorgung sowie große Bauprojekte in Leer interessieren
Deshalb berichten wir: Wir haben Hinweisschilder für die Photovoltaikanlage gesehen und uns dabei gefragt, was aus dem Großprojekt geworden ist. Den Autor erreichen Sie unter: j.bothe@zgo.de
Ist das Projekt Geschichte?
Nein. Im Gegenteil. Die ersten Vorbereitungen sind sichtbar. Neben dem Haupteingang können derzeit Erdarbeiten beobachtet werden. „Sie gehören zu den ersten vorbereitenden Maßnahmen für den Neubau ,Zielplanung 2023‘“, teilt Klinikums-Sprecher Jannick Brünink auf Nachfrage mit. Im Dezember solle das Projekt mit den Ausschreibungen beginnen. Erste sichtbare Hochbauarbeiten sollen ab März/April 2024 losgehen.
Was ist der Grund für die Verzögerungen?
Laut Klinikum ist für die Verzögerung die zunächst geplante Ansiedlung der neuen Rettungswache für Leer verantwortlich. „Durch die zwischenzeitliche Umplanung der Baumaßnahme unter Berücksichtigung der Aufnahme der zentralen Rettungswache für Leer ist der ursprüngliche Bauzeitenplan rund 1,5 Jahre nach hinten gerückt“, schreibt Brünink. Der Landkreis hatte im August überraschend eine Kehrtwende gemacht und seine vor anderthalb Jahren verkündete Planung für die neuen Räume beim Klinikum aus Kostengründen verworfen. Jetzt wird wieder ein neuer Standort gesucht.
Was wird entstehen?
Nach den Planungen von 2021 soll eine Tagesklinik für Reha-Patienten aus den Bereichen Kardiologie, Orthopädie und Neurologie gebaut werden. Außerdem ist eine neue sogenannte Hotel-Station geplant. Im Obergeschoss sollen in entsprechender Atmosphäre Privatpatienten versorgt werden. Außerdem werden neue Schulungsräume und Einzelzimmer gebaut. Die Eingangshalle wird zweigeschossig, sodass auch die Operationseinheit des Klinikums erweitert wird. 2021 waren noch zwei neue OP-Säle geplant. Laut Brünink ist nun noch ein weiterer Vorgesehen, sodass es insgesamt acht geben wird.
Da der derzeitige Parkplatz überbaut wird, soll eine Tiefgarage neue Parkmöglichkeiten schaffen. Außerdem wird die Zuwegung am Klinikum geändert. Von der Annenstraße aus können Besucher am Haupteingang vorbeifahren, ihre Angehörigen oder Patienten dort absetzen und in die Tiefgarage mit 200 Parkplätzen fahren. Raus gelangen sie dann über die Christine-Charlotten-Straße.
Wie teuer wird der Neubau?
2021 war man noch von Kosten in Höhe von 50 Millionen Euro ausgegangen. Laut Klinikums-Sprecher Brünink rechnet man mittlerweile mit Kosten in Höhe von 60 Millionen Euro. Das Bauvorhaben wird komplett ohne Fördermittel finanziert, hatte Glienke vor zwei Jahren erklärt. Nur Eigenkapital und Darlehen fließen in die Finanzierung des Millionenprojekts.
Wird noch mehr gebaut?
Das Klinikum Leer lässt derzeit eine Photovoltaikanlage auf den Bestandsdächern des Klinikums installieren – laut Brünink am Standort „Augustenstraße 35-37“.
„Unser Ziel ist es, rund 500.000 Kilowattstunden pro Jahr zu erzeugen und damit etwa fünf Prozent des Energiebedarfs des Klinikums abzudecken“, erklärt der Sprecher. Die Gesamtkosten belaufen sich hierbei auf etwa 500.000 Euro.
Das Areal zwischen Augustenstraße und Großstraße („Quartier Gesundheit“), das gegenüber dem derzeitigen Haupteingang gelegen ist, werde während der Bauarbeiten für das neue Gebäude als Baustelleneinrichtung, im Wesentlichen jedoch als Übergangsparkfläche dienen.