Planung in Hesel  Vier Gebiete für die Windenergie

Karin Lüppen
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Von Karin Lüppen
| 13.10.2023 18:56 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Wo sich in Zukunft die Windräder drehen könnten, hat die Samtgemeinde Hesel jetzt festgelegt. Foto: Ortgies/Archiv
Wo sich in Zukunft die Windräder drehen könnten, hat die Samtgemeinde Hesel jetzt festgelegt. Foto: Ortgies/Archiv
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In Hasselt, Firrel und Schwerinsdorf könnten rund zwölf Rotoren aufgestellt werden. Ob das so kommt, wird andernorts entschieden.

Hesel - Eine längere Planungsphase zum Thema Windenergie in der Samtgemeinde Hesel ist jetzt in einen Beschluss gemündet. Seit 2021 ging es darum, mögliche Standorte für zusätzliche Windkraftanlagen zu finden. Mit der vom Samtgemeinderat jüngst beschlossenen Änderung des Flächennutzungsplans können rund zwölf neue Windräder kommen.

Was und warum

Darum geht es: Die Samtgemeinde Hesel hat ihre aktuelle Windkraftplanung beschlossen.

Vor allem interessant für: Menschen in der Samtgemeinde und drumherum

Deshalb berichten wir: Der Samtgemeinderat hat jüngst den Beschluss gefasst

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Wie viele es letztendlich werden, hängt jedoch vom Interesse der Investoren sowie von der Größe der Anlagen ab. Für die genannte Zahl wurde eine Höhe von 250 Metern zugrunde gelegt. Diese können aber nicht irgendwo, sondern auf vier Potenzialflächen errichtet werden. Dies sind laut dem Ersten Samtgemeinderat Joachim Duin die Standorte Hasselt Süd, Hasselt Am Wald, Firrel mit dem bestehenden Windpark sowie Schwerinsdorf.

Übrige Fläche bleibt windkraftfrei

Zunächst sei noch eine weitere Fläche in der Nähe der Kurbelfähre an der Autobahn untersucht worden, doch diese fiel heraus, nachdem der Landkreis Leer auf das Vorkommen von Uferschnepfen in dem Gebiet aufmerksam gemacht hatte. „Es soll dort zehn Brutpaare geben“, sagt Samtgemeindebürgermeister Uwe Themann. Diese Vögel sind in Niedersachsen selten und deshalb geschützt.

Die ausgewiesenen Flächen erfüllen laut Duin die planerische Vorgabe, dem Ausbau von Windenergie „substanziell Raum zu geben“. Das heißt: Die übrige Samtgemeinde bleibt für Windenergie außen vor. Ob die vier Vorrangflächen wirklich ausreichen werden, um die Forderung aus dem im Februar vom Bundestag beschlossenen „Windenergieflächenbedarfsgesetz “ zu erfüllen, ist laut Themann offen.

Andere Gemeinden planen ebenfalls

Dazu muss Niedersachsen 2,2 Prozent der Landesfläche verbindlich für Windenergie ausweisen. Für den Landkreis Leer gibt das Land die Zielvorgabe, dass 1,24 Prozent seiner Fläche für die Nutzung für Windenergie auszuweisen sind. Ob diese erfüllt werden kann, hängt von den Planungen der einzelnen Kommunen ab. Neben Hesel hat Uplengen bereits den entsprechenden Flächennutzungsplan verabschiedet, in Moormerland und Westoverledingen ist das Thema in der Beratung.

Sollte landkreisweit die Flächenquote nicht erzielt werden, hätte das weitreichende Folgen: Denn die so genannte Ausschlusswirkung wäre dann hinfällig. Windkraftanlagen könnten dann auch außerhalb der Vorranggebiete aufgestellt werden. „Wir hoffen, dass wir jetzt Ruhe haben und die Ausschlusswirkung gesichert ist“, sagt Themann. Die Samtgemeinde habe dazu alles getan. Die Unterlagen hat Duin am Tag nach der Ratssitzung beim Landkreis Leer abgegeben.

Nach der aktuellen Gesetzeslage muss der Landkreis Leer diesen Antrag innerhalb eines Monats bearbeitet haben. „Sonst tritt Genehmigungsfiktion ein“, sagt der Erste Samtgemeinderat – mit anderen Worten: die Samtgemeinde könne dann auf dieser Grundlage arbeiten. Der Hintergrund ist, dass die Bundesregierung den Ausbau von Windenergie an Land deutlich beschleunigen will. Dies ist eine Folge aus der Energieknappheit durch den Ukrainekrieg, es soll aber auch dem Klimaschutz dienen.

Photovoltaik an der Autobahn

Diese beiden Faktoren haben laut Themann dazu geführt, dass die vor wenigen Jahren noch hochemotional geführte Debatte um Windkraft inzwischen ruhiger verläuft. „Die Akzeptanz hat deutlich zugenommen“, sagt der Samtgemeindebürgermeister. Im Samtgemeinderat hatte es lediglich drei Gegenstimmen gegeben.

In der gleichen Ratssitzung wurde zudem ein Standortkonzept für Photovoltaik verabschiedet. Anders als bei Windkraft ist die Errichtung von Solaranlagen in der Fläche nicht durch das Baurecht privilegiert. Laut dem Beschluss kommen rund 100 Hektar in der Samtgemeinde für Solarparks infrage. „Hochwertige landwirtschaftliche Flächen sind davon ausgenommen“, betont Themann. Solaranlagen sind demnach vor allem entlang der Autobahn und in der Nähe von Windparks vorgesehen.

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