Berlin Nahrungsergänzungsmittel: Wer braucht sie und wie sicher sind sie?
Fast überall gibt es sie als Kapseln oder Tabletten zu kaufen: Nahrungsergänzungsmittel. Doch wer sollte die Nährstoffkonzentrate zu sich nehmen und wie sicher sind sie?
Das Ziel von Nahrungsergänzungsmitteln steckt eigentlich schon in ihrem Namen: Sie sollen die Ernährung gesunder Menschen ergänzen. Dennoch herrscht viel Verwirrung um die Zulassung, den Nutzen und die potenziellen Risiken bei der Verwendung der Nährstoffkonzentrate. Im Folgenden erfahren Sie alles, was Sie über Nahrungsergänzungsmittel wissen sollten.
Grundsätzlich sollen die Nahrungsergänzungsmittel bereits gesunden Menschen helfen, ihren Körper besser mit Nährstoffen zu versorgen, wenn die persönliche Ernährung dies nicht vollumfänglich bieten kann, teilt das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) mit. Dabei dienen die Mittel nicht zur Heilung von Krankheiten, sondern sind einfache Lebensmittel.
Auch sogenannte „Health Claims“, also bestimmte Gesundheitsversprechen, dürfen nur so geäußert werden, wie sie im Zusammenhang mit normalem Gemüse und Obst geäußert werden dürfen. Denn wie Obst und Gemüse, können auch Nahrungsergänzungsmittel keine Krankheiten heilen. Zusätzlich dürfen sie, weil sie als Lebensmittel klassifiziert sind, nicht per se gesundheitsschädlich sein.
Nahrungsergänzungsmittel dürfen klassische Nährstoffe wie zum Beispiel Vitamine, Mineralstoffe, Fettsäuren und andere Stoffe wie etwa Bierhefe enthalten. Im Gesetz zur „Verordnung über Nahrungsergänzungsmittel“ ist dabei die Rede von „Nährstoffen sowie anderen Stoffen mit ernährungsspezifischer oder sonstiger Wirkung“. Ob ein Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll oder wirksam ist, wird dabei nicht geklärt. Schädliche Stoffe und auch Stoffe mit arzneilicher Wirkung dürfen nicht enthalten sein.
Eine Übersicht über weitere Nährstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln finden Sie hier.
Zunächst einmal sind gesunde Menschen mit einer ausgewogenen Ernährung nicht auf Nahrungsergänzungsmittel angewiesen. Die meisten Deutschen sind nach Untersuchungen gut mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt. Dennoch kann in besonderen Situationen – etwa bei einer Schwangerschaft oder einer veganen Ernährungsweise – eine Nahrungsergänzung sinnvoll sein. Auch eine ärztliche oder fachmännische Beratung kann dann helfen.
Was für eine Menge an Nährstoffen ein gesunder Mensch benötigt, kann dabei individuell bei den Referenzwerten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) nachgeschaut werden. Und auch wenn diese Werte nicht immer erreicht werden, befindet sich ein normaler Bürger nicht in einer Mangelsituation.
Wenn eine ausgewogene Ernährung diese Werte erreichen kann, können spezielle Gruppen aufgrund ihrer Ernährung von Nahrungsergänzungsmitteln profitieren. Zum einen sind dies Schwangere, die zeitweilig einen erhöhten Nährstoffbedarf haben. Auch Menschen, die sich vegan ernähren, fehlt bei einer rein pflanzlichen Ernährung eine Vitamin-B12-Quelle. Dieses Vitamin gibt es in tierischen Produkten wie Fleisch, Fisch, Eiern oder Milchprodukten. Zudem können Medikamente zu einer verzerrten Nährstoffaufnahme führen.
Dabei ist es immer sinnvoll, fachmännischen oder ärztlichen Rat einzuholen, denn eine Nahrungsergänzungsmitteleinnahme nach dem Gießkannen-Prinzip ist nicht hilfreich.
Ob sich Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln an die gesetzlichen Vorgaben für Inhaltsstoffe halten, überprüft die amtliche Lebensmittelüberwachung der einzelnen Länder in Europa. Dennoch ist es für die Behörden schwierig, immer alle Produkte zu überwachen. Gerade durch den riesigen Online-Markt ist eine lückenlose Kontrolle schwierig.
Zudem müssen Nahrungsergänzungsmittel keine Zulassung erhalten, sondern lediglich vor dem ersten Verkauf auf dem deutschen Markt gemeldet werden. Diese Meldung zieht aber keine zwangsläufige Prüfung nach sich.
Daher ist es ratsam, sich genaustens über die verschiedenen Ergänzungsmittel zu informieren, bevor ein Produkt gekauft wird. Zudem sollten keine Produkte erworben werden, die eine „Wunderwirkung“ versprechen oder unbekannte beziehungsweise arzneimitteltypische Stoffe enthalten.
Auch die Bewerbung der Produkte für verschiedene Gruppen, wie etwa „für Männer“, „für das Immunsystem“, oder „für die Haare“ sollte vorsichtig behandelt werden, denn: Nahrungsergänzungsmittel sind Lebensmittel und ihre Wirkung kann daher nicht über die von „normalen“ Lebensmitteln hinausgehen.