Hamburg Heizung mieten statt kaufen: Darauf sollten Verbraucher achten
Viele Hauseigentümer stehen vor großen Investitionen in die energetische Sanierung ihrer Immobilie. Neue Heizungsanlagen kann man aber nicht nur kaufen, sondern auch mieten. Lohnt sich das?
Die Anlage ist alt, Störungen und Reparaturen häufen sich: Eine neue Heizung muss her. Nur welche? Großes Fragezeichen im Heizungskeller. Lohnt sich eine Wärmepumpe, gibt es eine kommunale Wärmeplanung oder sollte man schnell noch in eine neue Gasheizung investieren?
Das Gezerre um das Heizungsgesetz hat viele Immobilienbesitzer verunsichert. Auf sie kommen in den nächsten Jahren ohnehin einige Investitionen in die Klimaertüchtigung ihres Häuschens oder auch Mehrfamilienhauses zu. Da klingt es schon verlockend, die dringend nötige neue Heizung nicht zu kaufen, sondern einfach zu mieten.
Das sogenannte „Contracting“ bieten inzwischen viele Stadtwerke und Energielieferanten an. Es ist eine Art Rundum-Sorglos-Paket: Der „Contracter“, also Dienstleister wie etwa die Stadtwerke oder private Energieversorger, liefert die neue Heizungsanlage, baut sie ein und wartet sie auch. Ein 24-Stunden-Störungsservice ist oft im Vertrag enthalten.
Dafür bindet sich der Eigentümer für meist zehn Jahre an den Vertrag und zahlt in dieser Zeit eine monatliche Miete für die Anlage. Hinzu kommen die Verbrauchskosten, die separat berechnet werden. Hier kann man sich meistens aussuchen, ob man auch die Energie vom „Contracter“ bezieht oder nur das Gerät und sich einen anderen Anbieter etwa für das Erdgas sucht. Nach Ablauf des zehnjährigen Mietvertrages kann man entscheiden, ob man das Gerät übernimmt oder nicht.
Der Vorteil dieses Modells liegt auf der Hand: Die oftmals beträchtliche Investition in eine neue Heizungsanlage entfällt, die monatliche Miete ist da für manche eher zu verschmerzen.
Aber auch die Nachteile erschließen sich schnell: Eine zehnjährige Laufzeit bedeutet, dass man sich für eine lange Zeit an den Vertrag bindet. Will der Eigentümer in der Zwischenzeit sein Haus verkaufen, müsste der neue Eigentümer in den Vertrag eintreten – das könnte sich auch auf den Verkaufspreis auswirken. Auch deshalb weist die Verbraucherzentrale darauf hin, dass sich solche Mietmodelle nur für Menschen lohnen, die ortsgebunden sind und nicht planen, umzuziehen.
In Frage kommt das „Contracting“ daher auch für ältere Menschen, denen das entsprechende Kapital für eine neue Heizung fehlt und die bei einer Bank nur selten einen Kredit zu guten Konditionen erhalten.
Ein Sparmodell ist das „Contracting“ allerdings nicht, darauf weist auch die Verbraucherzentrale hin: „Die Frage ist primär nicht, ob Contracting wirtschaftlicher ist, sondern ob Sie als Kunde bereit sind, für die angebotenen Dienstleistungen einen Aufpreis (und wenn ja, welchen) zu zahlen.“
Genau hinschauen lohnt sich in jedem Fall: Günstiger könnte es oftmals sein, sich doch selbst um eine Finanzierung für die neue Heizung zu kümmern und mit staatlichen Fördermitteln zu kombinieren.