Politiker freuen sich Jobcenter behält Betreuung von jungen Arbeitslosen
Die Bundesregierung hat ihre Pläne geändert und belässt sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche in den Händen des Zentrums für Arbeit. Der Kreistag hatte das gefordert.
Leer - Die große Änderung bei der Betreuung von Kindern und Jugendlichen in sozial benachteiligten Familien wird es nicht geben – stattdessen wird weiterhin das Zentrum für Arbeit des Landkreises Leer (ZfA) dafür zuständig sein. Kürzlich hatte der Leiter des Jobcenters, Michael Kläsener, deshalb Alarm geschlagen. Der Kreistag hatte sich daraufhin geschlossen mit einer Resolution an die Bundesregierung gegen die geplante Kürzung ausgesprochen.
Doch jetzt hat es in Berlin eine Kehrtwende gegeben, die Betreuung von Menschen unter 25 Jahren bleibt bei den Jobcentern. Es hatte Überlegungen gegeben, diese in die Hand der Agentur für Arbeit zu geben. Kläsener hatte betont, dass sich die Mitarbeiter des ZfA intensiv um ganze Familien kümmern und somit auch über die Probleme von Kindern und Jugendlichen Bescheid wissen. Dem Jobcenter stünden andere Möglichkeiten der Förderung zur Verfügung als den Arbeitsvermittlern bei der Agentur. Außerdem hätte diese Änderung auch Jugendwerkstätten vor Ort in Schwierigkeiten bringen können.
Kreistagsgruppe ist erleichtert
Die Mehrheitsgruppe im Kreistag zeigte sich in einer Mitteilung erfreut über die Entscheidung: „Das ist eine gute Nachricht für unsere Region und vor allem für alle Jugendlichen unter 25 Jahren, die einen Ausbildungsplatz oder Arbeitsplatz suchen. Und das ist auch eine sehr gute Nachricht für alle Jugendwerkstätten.“ So werden die Sprecher der Gruppe SPD/Grüne/Linke im Leeraner Kreistag, Helmut Geuken (SPD) und Tammo Lenger (Grüne), zitiert.
Es handele sich um junge Menschen, die eine intensive und individuelle Betreuung benötigten. „Gut, dass Arbeitsminister Hubertus Heil seine Meinung geändert hat und jetzt nach anderen Sparmöglichkeiten sucht“, so Geuken und Lenger. Sie bedanken sich bei allen Politikerinnen und Politkern aller Parteien, die auf kommunaler, Landes- und Bundesebene im Sinne der jungen Menschen gewirkt haben. Auch die Landesregierung habe im Bundesrat eine klare Position vertreten, dass die bewährte Regelung bleiben muss.
Grüne lobt Entscheidung
Die grüne Landtagsabgeordnete Meta Janssen-Kucz (Leer/Borkum) hat ebenfalls mit großer Erleichterung reagiert. „Damit ist die wertvolle Arbeit unserer Jugendwerkstätten in Ostfriesland und in den Jobcentern gesichert. Die Kritik sowie Widerstand der Grünen führten dazu, dass Bundesarbeitsminister Heil seine ursprünglichen Pläne aufgegeben hat“, heißt es in ihrer Mitteilung.
Die zunächst beabsichtigte Reform hätte nach Ansicht von Janssen-Kucz vor allem dazu gedient, den Etat des Bundesarbeitsministeriums zu schonen. Konkrete Hilfe und Beratung könnten die Betreuungskräfte in den Einrichtungen vor Ort viel besser leisten als die Bundesagentur für Arbeit.Leeraner Kreistag will Pläne der Bundesregierung stoppen
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