Kolumne „Zugezogen“  Glücksspiel

Clarissa Scherzer
|
Eine Kolumne von Clarissa Scherzer
| 03.10.2023 10:16 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Clarissa Scherzer schreibt die Kolumne „Zugezogen“. Foto: privat
Clarissa Scherzer schreibt die Kolumne „Zugezogen“. Foto: privat
Artikel teilen:

Die GA-Kolumnistin Clarissa Scherzer berichtet in der heutigen Folge über einen Bingoabend im Musik-Café Marienheil. Es geht um Ingo-Bingo, Gerappel und den guten Zweck.

Rhauderfehn - Am Samstag waren 45 Millionen Euro im Jackpot. Die Chance zu gewinnen liegt bei 1 zu 140 Millionen. Obwohl ich auf die Schnelle nicht weiß, was ich damit machen würde, ist der Wunsch da, die Kohle haben zu wollen. Manuela mäht gerade Rasen, dabei könnte sie doch viel besser schnell noch ein paar Lottoscheine ausfüllen, kommt mir der Gedanke. Meinen Vorschlag findet sie gut. „Ich hab schon gegoogelt, welche Zahlen am häufigsten gezogen werden“, sagt sie grinsend, stellt den Mäher zur Seite und fährt zum nächsten Kiosk.

Ich hoffe, sie hat mehr Glück als ich neulich beim Bingoabend im Musik-Café-Marienheil, zu dem ich Dirk überredete. Bingo ist wie Lotto, nur, dass man beim Ankreuzen nicht alleine ist. Alle Plätze im Saal waren voll. Neben Einheimischen waren auch Glücksspieler aus Osnabrück angereist. Vorne an der Bingotrommel stand Helmut ter Hazeborg alias Ingo-Bingo und drehte an der Kurbel, bis die Funken sprühten. Die Zahlen rappelten durcheinander. Rappeldirappeldirapp. „Nach dem letzten Bingoabend schrieb jemand bei Facebook, das ist alles Lug und Betrug, das fand ich nicht so schön“, rief Ingo-Bingo beim Kurbeldrehen.

„Wer möchte, kann gerne mal am Rad drehen.“ Noch ein letztes Rappeldirapp, dann wurden die ersten Zahlen verkündet: „B10, O77, I18, B34.“ Nichts davon fand sich auf meiner Bingokarte wieder. Auch nicht die Zahlen danach und danach und danach. Bei Dirk sah es ähnlich aus. Viele Zahlen, wenig Kreuze. „Bingo!“, schrie unsere Tischnachbarin plötzlich und holte sich ein Betonschwein ab. Über zwei Stunden wechselten sich Gerappel und Bingoschreie ab. Für Eckenbingo, Doppelbingo, Dreifachbingo, Doppeldreifachbingo und doppelten Rittberger wurden Geschenke verteilt. Bei Schnapszahlen gab es Live-Musik, die wir tischweise zur Ermittlung des Awards-Siegers/Siegerin bewerteten. Musikerin Pia Harbers bekam den 2. Marienheil-Award. Für Leukin wurden 429,38 Euro gesammelt. Meine Familie und ich jubeln heute Abend, wenn es beim Lotto heißt: 49, 19, 20, 35, 7, 6.

Ähnliche Artikel
Kolumne „Zugezogen“

Rhede