Osnabrück  ZF-Joint-Venture mit Apple-Zulieferer Foxconn zieht nach Osnabrück

Nina Kallmeier
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Von Nina Kallmeier
| 28.09.2023 17:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der neue ZF-Standort am Großhandelsring: Hier wird das Joint Venture mit Apple-Zulieferer Foxconn seinen Firmensitz haben. Foto: Nina Kallmeier
Der neue ZF-Standort am Großhandelsring: Hier wird das Joint Venture mit Apple-Zulieferer Foxconn seinen Firmensitz haben. Foto: Nina Kallmeier
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Ende Juli hatte der Automobilzulieferer ZF verkündet, dass Apple-Zulieferer Foxconn aus Taiwan 50 Prozent der Achsmontage-Sparte übernimmt. Die wurde bislang aus Dielingen heraus gesteuert. Das soll sich künftig ändern. Neuer Sitz der Firmenzentrale ist Osnabrück. Ein Zieltermin für den Einzug steht schon fest.

Noch prangt am Hallengebäude am Großhandelsring der Schriftzug „Bosch“. Das soll sich in den kommenden Monaten ändern. Denn in Osnabrück wird sich ein neues Unternehmen ansiedeln: Die Firmenzentrale des Joint Ventures zwischen Automobilzulieferer ZF und Apple-Zulieferer Foxconn wird ins Gewerbegebiet nahe der Innenstadt ziehen.

Im Juli hatten ZF und Foxconn bekannt gegeben, dass das Unternehmen aus Taiwan eine 50-prozentige Beteiligung an der ZF Chassis Modules GmbH erwerben wird – ein Geschäftsfeld von ZF, in dem die Montage von Pkw-Achssystemen gebündelt ist. Gesteuert wurde die Produktlinie bislang aus Dielingen am Dümmer.

Ein Umbau, um das dann eigenständige Unternehmen loszulösen, sei dort zu aufwendig gewesen, so Peter Holdmann, der künftig die Division „Chassis Solutions“ von ZF verantworten wird. Beim Joint Venture wird er im Aufsichtsrat des Unternehmens sitzen. „Wir haben ohnehin ein kleines Platzproblem in Dielingen, daher haben wir für das Joint Venture eine eigene Adresse gesucht.“ Und in Osnabrück gefunden.

Das Gebäude am Großhandelsring 3 hat das Joint Venture angemietet. Bis April kommenden Jahres werde es auf die Bedürfnisse des Unternehmens umgebaut. Am 1. April 2024 soll der Einzug stattfinden, schildert Holdmann die aktuellen Planungen.

Konkret bedeutet das: Die Zahl der ZF-Arbeitsplätze am Dümmer wird sich um 80 verringern. „Daraus werden aber am Ende 120 in Osnabrück werden“, stellt Holdmann in Aussicht. Osnabrück sei auch deshalb ein guter Standort für den neuen Firmensitz, da rund 60 Prozent der Mitarbeiter, die nun vom Dümmer in die Hasestadt wechseln, aus Osnabrück kommen und bislang gependelt sind. „Es gab aber auch nicht all zu viele Optionen.“

Montiert werden die Achsen in Deutschland auch weiterhin nicht. ZF Chassis Modules ist Auftragsfertiger für die Fahrzeughersteller mit 18 Produktionsstandorten und 3300 Mitarbeitern weltweit. Diese liegen Holdmann zufolge nah an den Werken der Fahrzeughersteller.

Das Geschäft läuft gut, das Joint Venture rechnet mit 4,5 Milliarden Euro Umsatz in diesem Jahr. Für 2025 und 2026 liege dieser schon höher als ursprünglich erwartet. „Das Joint Venture wird bis 2027 auf über sechs Milliarden Euro Umsatz wachsen“, so Holdmann. Grund dafür seien unter anderem neue Aufträge, derzeit würden beispielsweise neue Werke in Ungarn aufgebaut. Einen Anteil habe aber auch die E-Mobilität, die die Module verteuere.

Das aktuelle Führungsteam bleibt im Joint Venture erhalten, das sei auch dem neuen Miteigentümer wichtig gewesen, so Holdmann. An der Spitze des neuen Unternehmens steht als CEO Eike Dorff, Finanzvorstand ist Urs Rienhoff.

Für Peter Holdmann ist die Zusammenarbeit von ZF und Foxconn im Joint Venture ein Start. „Es gibt sehr intensive Diskussionen über Felder, in denen die beiden Unternehmen zusammenarbeiten können“, sagt er. Und auch Foxconn-CEO Young Liu sagte bereits: „Wir sind sehr daran interessiert, mit ZF weitere Partnerschaftsmöglichkeiten im Transport- und Mobilitätsbereich zu erschließen.“

Ganz abgeschlossen ist die Partnerschaft noch nicht. ZF und Foxconn gehen davon aus, dass das sogenannte „Closing“ im März oder April 2024 erfolgen wird – also pünktlich zum Umzug der Firmenzentrale nach Osnabrück.

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