Deutschland Stiftung Warentest testet Wärmepumpen: Diese ist am besten
Wärmepumpen sind teuer. Wer in das Heizsystem investiert, möchte sicher sein, dass sich die Investition auch lohnt. Die Stiftung Warentest hat getestet, welche Wärmepumpe am effizientesten heizt.
Erstmals hat die Stiftung Warentest im September 2023 Wärmepumpen auf Effizienz und Umwelteigenschaften geprüft. Das Ergebnis ist durchaus positiv: Alle im Test untersuchten Luft-Wasser-Wärmepumpen sind in der Lage, ein typisches Einfamilienhaus zu heizen – mit Einschränkungen sogar ein schlecht gedämmtes mit klassischen Heizkörpern.
Hinsichtlich der Energieeffizienz unterscheiden sich die getesteten Wärmepumpen allerdings teilweise deutlich. Was die Stromkosten betrifft, gibt es zwischen dem Testsieger und dem Tabellenletzten einen Unterschied von 600 Hundert Euro – pro Jahr.
In einem mittelmäßig gedämmten Haus mit 140 Quadratmetern Wohnfläche braucht die effizienteste Pumpe weniger als 5.000 Kilowattstunden pro Jahr, das Schlusslicht mehr als 6.500 Kilowatt.
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Testsieger ist eine Wärmepumpe von Viessmann, und zwar das Modell Vitocal 250-A AWO-E-AC 251.A10. Sie schnitt mit der Note „Gut“ (2,1)„ ab und ist laut Warentestern sowohl bei Radiatoren- als auch bei Fußbodenheizungen sehr wirtschaftlich.
Auf Platz zwei ist die Wärmepumpe Wolf CHA-10/400V mit der Note 2,3. Sie ist bei Heizkörperheizungen etwas weniger effizient als die Viessmann-Pumpe, aber bei Fußbodenheizungen ebenfalls sehr effizient.
Beide Geräte stammen von deutschen Herstellern. Sie konnten die Tester mit einem geringen jährlichen Klimaeinfluss – durch Stromverbrauch und Wahl des Kältemittels – überzeugen. Außerdem nutzen sie das laut Stiftung Warentest vergleichsweise klimaschonende Kältemittel Propan (R290).
Zwei Geräte bekamen nur die Note „Befriedigend“: Ein Gerät von Daikon und eines von Mitsubishi Electric.
Je besser gedämmt ein Haus ist, desto größer ist die Fläche, die Wärmepumpen beheizen können. Im Schnitt können die sechs getesteten Wärmepumpen 228 Quadratmeter bei guter, 137 Quadratmeter bei mittelmäßiger und 93 Quadratmeter bei schlechter Dämmung heizen, so die Tester – mit guter Dämmung lässt sich also mehr als die doppelte Fläche als bei schlechter versorgen.
Auch die Geräuschentwicklung spielte eine Rolle für das Gesamttestergebnis. Bis auf eines schneiden alle Testgeräte diesbezüglich „gut“ ab. Vor allem nachts allerdings könne der Betrieb einer Luft-Wasser-Wärmepumpe störend wirken.
Die Experten empfehlen daher, vor dem Einbau abzuklären, wie groß der Abstand zwischen Pumpe und Nachbargrundstück sein muss und welche Anforderungen es hinsichtlich ihrer Ausrichtung gibt. Leisere Betriebsmodi verringerten zwar die Geräuschentwicklung, indem sie den Ventilator drosseln, das bedeute aber auch eine geringere Effizienz.
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In der Handhabung (Montage, Inbetriebnahme, Anleitungen und App) erzielten alle sechs Wärmepumpen gute bis sehr gute Bewertungen. Der Datenschutz allerdings wurde durchweg nur mit „Befriedigend“ bewertet.
Mit Material der dpa