Berlin  Fake-News-Hinweise: Das bringt die Kennzeichnung in sozialen Netzwerken

Henry Borgelt
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Von Henry Borgelt
| 25.09.2023 15:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Falschinformationen in den sozialen Netzwerken sind ein Problem. Doch können Kennzeichnungen helfen? Foto: dpa | Franz-Peter Tschauner
Falschinformationen in den sozialen Netzwerken sind ein Problem. Doch können Kennzeichnungen helfen? Foto: dpa | Franz-Peter Tschauner
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Rund um die US-Wahl 2016 und die Corona-Pandemie verbreiteten sich gefährlich viele Falschinformationen im Internet. Um die Ausbreitung von Fake News einzugrenzen, führten viele Plattformen Kennzeichnungen ein. Doch bringen solche Hinweise überhaupt etwas?

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hat den Begriff der Fake News populär gemacht. Doch nicht nur in den USA spielen Falschinformationen eine demokratiegefährdende Rolle. Zusammen mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine stellte die Bundesregierung einen Anstieg an Russland-bezogenen Falschinformationen hierzulande fest.

Um die Verbreitung von Missinformationen einzuschränken, haben viele Plattformen wie Youtube, Tiktok und X, was damals noch Twitter hieß, Kennzeichnungen für solche Beiträge eingeführt. Damit sollen potenziell falsche Informationen berichtigt oder zumindest kontextualisiert werden. Nun zeigt eine Studie der Landesmedienanstalten: Solche Hinweise helfen den Menschen stark, Falschinformationen zu erkennen und als solche einzuordnen.

Die Studie der Landesmedienanstalten stellt die Transparenz, die durch solche Hinweise ermöglicht wird, in den Vordergrund. Zwar sind viele Äußerungen in den sozialen Netzwerken, die falsch sind, von der Meinungsfreiheit gedeckt, solche Hinweise und Kennzeichnungen der Plattformen ermöglichen aber einen Transparenzrahmen.

Die Probanden der Studie sollten so zum Beispiel verschiedene Beiträge auf sozialen Netzwerken einordnen und auch die Glaubwürdigkeit verschiedener Online-Artikel, die auf Falschinformationen basieren, beurteilen.

Das Ergebnis stellt eindeutig fest: Hinweise helfen den Lesern und Nutzern teilweise enorm, die gelesenen Beiträge und Artikel überhaupt zu identifizieren. Bei einem Beitrag zu den Langzeitfolgen eines Impfstoffs beispielsweise, konnten 47 Prozent der Befragten den entsprechenden Beitrag als eine Falschinformation einordnen, wenn es einen entsprechenden Hinweis der Plattform gab. Fehlt eine solche Einordnung der Plattform, erkennen nur 36 Prozent den Beitrag als eine Falschinformation.

Die Studie führt in weiteren Untersuchungen diesen Unterschied auch klar auf die Kennzeichnung der Plattform zurück.

Bei der Einschätzung fällt auch die übrige Mediennutzung der Probanden ins Gewicht. So erkennen Menschen, die alternative Medienquellen benutzen, Falschinformationen deutlich seltener, als Menschen, die „nie oder selten“ solche Quellen nutzen. Auch die Bildung hat einen Einfluss darauf, wie Falschinformationen eingeordnet werden. Laut der Studie erkannten Menschen mit einer hohen formalen Bildung den Fake-News-Beitrag häufiger, als Menschen mit niedrigerer Bildung.

Das Institut „Die Medienanstalten“ erklärt aber, dass die Kennzeichnungen noch verbesserungswürdig seien. In einem der Studie zugehörigen Youtube-Video erklärt Eva Flecken, Direktorin der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB): „Ganz sicher müssen wir bei dem Thema Kennzeichnungen noch genauer hinschauen. Die Social-Media-Plattformen spielen eine große Rolle in der Meinungsbildungsrelevanz, im Prozess der öffentlichen Diskurse, die wir führen. Und vor dem Hintergrund gilt es beim Thema Kennzeichnung noch mal nachzubessern.“

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