Umbau, Umzug, Neueröffnung  Was sich in der Leeraner Innenstadt gerade ändert

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Von Ute Nobel
| 23.09.2023 13:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 9 Minuten
Was gibt es eigentlich für Veränderungen in Leer? Bei einem Spaziergang werfen wir einen Blick in die Schaufenster der Stadt. Bilder: Nobel
Was gibt es eigentlich für Veränderungen in Leer? Bei einem Spaziergang werfen wir einen Blick in die Schaufenster der Stadt. Bilder: Nobel
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In der Leeraner Innenstadt verändert sich gerade einiges. Welche Läden kommen, welche Gebäude stehen leer, was wird umgebaut? Ein Spaziergang durch Altstadt und Fußgängerzone.

Leer - Wer in letzter Zeit durch die Leeraner Innenstadt gelaufen ist, dem wird es aufgefallen sein: Einige Ladengeschäfte stehen leer, andere sind umgezogen oder haben neu eröffnet. Diese Zeitung hat nachgefragt: Was kommt wo neu, was bleibt bestehen und welche Gebäude stehen weiterhin leer? Ein Spaziergang durch die Leeraner Innenstadt.

Unser Spaziergang startet in der Altstadt. Was direkt auffällt: Zwischen der Rathausstraße und der Brunnenstraße gibt es viele kleine Läden, Leerstand gibt es so gut wie keinen. Johannes Dröge, Vorsitzender der Altstadtfreunde, freut sich darüber. „In der Altstadt haben wir tatsächlich eher wenig Probleme, neue Mieter zu finden“, sagt er.

Beim Abbiegen von der Rathausstraße in die Brunnenstraße sticht dann aber doch ein großes, leerstehendes Gebäude ins Auge:

Das ehemalige Taraxacum

Im ehemaligen Taraxacum war zwischenzeitlich der „Buchladen in der Altstadt“ zu finden. Allerdings ist der im Juni schräg gegenüber in kleinere Geschäftsräume in die Brunnenstraße 1 gezogen. „Die sind kleiner, dafür aber trocken“, sagt Yvonne Bergmann, Inhaberin des Buchladens. Sie wäre eigentlich gerne im Taraxacum geblieben, allerdings seien die Wände so feucht, dass sie Angst um ihre Ware hatte. „Bücher und Spiele verzeihen einem keine Feuchtigkeit“, sagt sie. Seitdem steht das ehemalige Taraxacum wieder leer. Nach Angaben von Johannes Dröge, Vorsitzender des Vereins Altstadftfreunde Leer, wolle der Eigentümer aber zeitnah sanieren. Vom Eigentümer selbst haben wir auf Anfrage bisher zwar die Bestätigung bekommen, dass saniert werde, allerdings keine weitern Infos zu den genauen Plänen.

Neuer Häkelladen und ehemalige Tüll-Bar

Früher hat sich die Tüll-Bar in der Brunnenstraße über beide Ladengeschäfte erstreckt, die das Gebäude mit der Hausnummer 18 beherbergt. Die Tüll-Bar ist nun seit einiger Zeit geschlossen. Der eine Teil des Gebäudes steht seitdem immer noch leer, in dem anderen hat sich Pamela Gohra mit einem Wollgeschäft selbstständig gemacht: Die Häkelschafe. Dort verkauft sie geprüfte Häkelgarne und Zubehör für handgefertigtes Kinderspielzeug. Das Gebäude gehört einer Frau aus Österreich, die aber regelmäßig in Leer zu Besuch ist. Auch im Oktober werde sie wieder in Leer sein, um mit potenziellen neuen Mietern zu sprechen. „Es gibt viele Interessenten, es wäre für die Altstadt natürlich schön, wenn es wieder ein Ladengeschäft wird und kein Büro. Das macht den Charme der Altstadt aus. Wir werden sehen“, sagt die Eigentümerin des Gebäudes im Gespräch mit dieser Zeitung.

Das AOK-Gebäude mit den grünen Säulen

Das alte Gebäude mit den grünen Elementen in der Fassade steht ebenfalls in der Brunnenstraße und gehört der AOK. Die will es nach Informationen dieser Zeitung seit einiger Zeit verkaufen. Es hatte in der Vergangenheit Pläne gegeben, das Gebäude zu sanieren und am hinteren Teil des Komplexes anzubauen. Die sind aber wohl vom Tisch.

Die ehemalige Bäckerei Aits

Ein paar Häuser weiter steht auch die ehemalige Bäckerei Aits zum Verkauf. „Wir haben einige Interessenten“, sagt Uwe Brahms, der das Objekt über seine Immobilienfirma verkauft. Es gab auch das Gerücht, dass die Inhaberin zweier Cafés in der Umgebung, Melina Gatzka-Gröttrup, dort ein weiteres Café Kuchenliebe eröffnen wird. „Wir haben uns aber gegen den Kauf entschieden“, sagt Gatzka-Gröttrup im Gespräch mit dieser Zeitung. Ein neues Café wird sie aber dennoch in der Leeraner Innenstadt eröffnen – darauf werden wir bei unserem Spaziergang noch in der Mühlenstraße stoßen.

Weiter in die Mühlenstraße

Weiter geht es in die Mühlenstraße. Hier gibt es mehr Leerstand als in der Altstadt. Nach Angaben von Andreas Fricke, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Leer, stehe Leer im Vergleich zu anderen Städten aber noch sehr gut dar. „Der prozentuale Leerstand ist deutlich unter Bundesniveau“, sagt er. „Auch wenn der Leerstand bei uns nicht nennenswert ist, müssen wir darauf achten, dass es nicht mehr wird“, sagt Fricke. Denn leere Ladengeschäften gibt es trotzdem.

Ladengeschäft in der Mühlenstraße 47

In der Vergangenheit hatte die Mühlenstraße 47 einen Blumenladen und zuletzt eine Boutique beherbergt. Nun steht das Ladengeschäft bereits seit längerer Zeit leer.

Ehemaliger Juwelier Hurdelbrink

Eine Neuerung gibt es beim ehemaligen Juwelier Hurdelbrink – jedenfalls optisch. Dort sieht man seit einiger Zeit große Bilder im Fenster, die an einen Karibikurlaub erinnern. Nach Angaben eines Mitarbeiters der Eisdiele, die sich im Nebengebäude befindet, habe sein Chef die Bilder dort angebracht, ansonsten hätte das Gebäude aber nichts mit der Eisdiele zu tun. „Das sieht schöner aus, wenn die Gäste draußen sitzen“, sagt der Mitarbeiter. Die Eisdiele baut ihre Tische und Stühle für die Gäste regelmäßig direkt vor dem ehemaligen Juweliergeschäft auf.

Die ehemalige Stadtapotheke

Das Gebäude der ehemaligen Stadtapotheke steht wieder leer. Zwischenzeitlich war dort der Optiker Fielmann eingezogen – allerdings nur vorübergehend, weil in der eigentlichen Filiale umgebaut wurde. Auf die Anfrage dieser Zeitung, ob es bereits einen neuen Mieter gibt, gab es vom Eigentümer bisher noch keine Rückmeldung.

Ladengeschäft in der Mühlenstraße 65

In der Mühlenstraße 65 konnten sich Kunden zuletzt von einem Friseurteam die Haare schneiden lassen, nun steht das Gebäude wieder leer. Aber es gebe bereits einen neuen Mieter, teilt der Eigentümer mit. Welche Art Unternehmen sich dort niederlässt, wollte er aber nicht sagen.

Neues Café in ehemaligem Restaurant

Zwischen dem Bettengeschäft Feder und Bett und der Boutique Kalo wird ein neues Café eröffnet. „Es wird ein anderes Konzept, darauf kann man gespannt sein“, sagt Melina Gatzka-Gröttrup, die bereits zwei Cafés in Bingum und Großwolde betreibt und nun gemeinsam mit Karolina Neuland, der Inhaberin der Boutique Kalo, das Café in der Mühlenstraße 70a eröffnen wird. Wann genau der erste Kaffee ausgeschenkt werden kann, konnten die beiden Inhaberinnen noch nicht sagen. „Wir hoffen, noch im Oktober eröffnen zu können“, sagt Neuland.

Aus Hoppe wird Ruberg und Hoppe

In dem Gebäude zwischen Hema und dem Restaurant Aries hing längere Zeit Werbung für den Küchen-Meisterbetrieb Ruberg aus Emden. Die ist nun verschwunden, eine Nachfrage bei dem Unternehmen lieferte auch den Grund: „Wir schließen uns mit der Firma Hoppe zusammen und werden zu Ruberg und Hoppe“, teilte Mitarbeiterin Jenna Howe mit.

Es werde bei Hoppe bereits umgebaut, Ende Oktober soll es dann eine Neueröffnung unter neuem Namen geben. Fahnen mit dem neuen Firmennamen wehen bereits auf dem Parkplatz des Gebäudes, das vom Ostersteg aus zu erreichen ist. In das leerstehende Geschäft in der Mühlenstraße zieht Ruberg dementsprechend nicht mehr ein.

Ehemaliges Ernsting`s Family/ Mühlenstraße 74-76

In der Mühlenstraße 74 bis 76, gegenüber von Hema, war früher das Textileinzelhandelsunternehmen Ernsting`s Family untergebracht – auch ein Plakat erinnert noch daran und gibt einen Hinweis zu dem Umzug des Unternehmens in die Mühlenstraße 111.

Pläne für das OLB-Gebäude

Es gab große Pläne für das Gebäude der Oldenburgischen Landesbank: Für 30 Millionen Euro sollte ein Gebäudekomplex mit Geschäftsräumen und Wohnungen zwischen Mühlenstraße, Ledastraße und Vaderkeborg entstehen. Baubeginn für das riesige Quartier, das der Duisburger Projektentwickler Fokus Development 2015 vorgestellt hatte, sollte eigentlich bereits 2020 gewesen sein. Passiert ist noch nichts. Anfragen dieser Zeitung an das Duisburger Unternehmen blieben unbeantwortet.

Depot schließt nicht wirklich

Die vielen Plakate im Schaufenster des Einzelhandelunternehmens Depot lassen auf den ersten Blick vermuten, dass der Laden schließt. Aber das sei nicht der Fall, teilt uns auf Anfrage eine beauftrage PR-Agentur mit. Die Depot-Filiale sei „Teil einer bundesweiten Sonderverkaufsaktion“, heißt es weiter, bei der die Artikelpalette „verschlankt“ würde, um dann „pünktlich zur neuen Weihnachtskampagne eine neue Sortimentsstruktur“ anbieten zu können. Ob der Laden zwischenzeitlich wirklich schließt und ob und wann er dann wieder öffnet, teilte uns weder die beauftragte Marketingagentur mit, noch konnten Depot-Mitarbeiter vor Ort diese Frage beantworten.

Neuer Laden für große Größen

Perfect heißt der neue Laden, den Leffers in der ehemaligen Gerry-Weber-Filiale in der Mühlenstraße 122 eröffnet hat. Es gebe „Mode für junge, starke Frauen“ – von Größe 42 bis 54, teilt Leffers mit.

Ehemalige Commerzbank

In der ehemaligen Commerzbank scheint saniert zu werden - was genau dort entsteht, konnten wir bisher nicht herausfinden.

Leerstand in der Mühlenstraße 141

„Immer eine gute Wahl“ scheint die Mühlenstraße 141 nicht gewesen zu sein: Das Gebäude steht jedenfalls seit mehrern Jahren leer. Zuvor war dort ein Bekleidungsgeschäft, das auch die Aufschrift auf dem Vordach des Gebäudes angebracht hatte.

NKD im ehemaligen Bioladen

Der Textileinzelhändler NKD ist seit dem Umzug des Biomarktes Kücks nach Logabirum in den Geschäftsräumen in der Mühlenstraße 128 zu finden. Andreas Fricke, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Leer, freut sich darüber. „Dass eine so große Ladenfläche schnell wieder besetzt werden konnte, spricht für Leer“, sagt er. Für kleinere Einzelhändler scheint der Teil der Mühlenstraße, der in Richtung Bahnhof gelegen ist, nicht so interessant zu sein. Dafür siedeln sich hier Ketten wie NKD, Deichmann und Woolworth an.

Einlagern im Frisia-Parkhaus

Und auch ein ganz neues Unternehmen hat in der dortigen Lage, in direkter Nähe zum Bahnhof, eine Fläche gemietet: Im Frisia-Parkhaus hat das Unternehmen Storebox eine Filiale eröffnet – ganz ohne Mitarbeiter. „Mit den Selfstorage-Lagern von Storebox und dem digitalisierten Buchungsprozess kann unkompliziert zusätzlicher Stauraum geschaffen werden“, teilt das Unternehmen mit. Dort können Lagerfächer und -räume in der Größe von 0,5 bis 12,9 Quadratmetern gemietet werden.

Und dort endet auch unser Spaziergang. Wirklich viel Leerstand gibt es zwar nicht, dennoch würden sich sowohl Andreas Fricke von der Werbegemeinschaft Leer als auch Johannes Dröge von den Altstadtfreunden freuen, wenn auch die letzten leerstehenden Ladengeschäfte wieder neu belebt würden, machen beide im Gespräch mit dieser Zeitung deutlich.

Weiterhin spannend bleibt die Entwicklung in der OLB-Filiale, ob das AOK-Gebäude in der Altstadt in naher Zukunft verkauft werden kann und welche großen und kleinen Läden in Zukunft die Leeraner Innenstadt bereichern werden.

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