Schwerin Erster Toter durch Vibrionen-Infektion in diesem Jahr in der Ostsee
Betroffen sind besonders ältere Menschen mit Vorerkrankungen: Vier Personen haben sich in diesem Jahr in Mecklenburg-Vorpommern beim Baden in der Ostsee bislang mit Vibrionen infiziert. Jetzt ist das erste Todesopfer zu beklagen.
Unsichtbare Gefahr im Ostseewasser: Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) hat am Dienstag den ersten Todesfall in dieser Badesaison nach einer Vibrionen-Infektion in Mecklenburg-Vorpommern gemeldet. „Ein 74-jähriger Urlauber verstarb an den Folgen der Infektion, die er beim Baden in der Ostsee erworben hatte“, teilte eine Sprecherin des Lagus mit. Der Verstorbene habe offene Wunden gehabt und sei chronisch krank gewesen, hieß es. An welchem Strandabschnitt sich die Infektion ereignete und aus welchem Bundesland der Urlauber kommt, wollte das Lagus nicht mitteilen.
Es ist bislang die vierte Vibrionen-Erkrankung in Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr. Die anderen drei Betroffenen überlebten die Infektion. Im vergangenen Jahr wurden dagegen zehn Infizierte gemeldet, von denen keiner verstarb. Auch 2021 und 2020 gab es keine Sterbefälle. Im Jahr 2019 waren zwei Tode nach Vibrionen-Infektionen zu beklagen.
Vibrionen sind Bakterien, von denen einige Arten beim Menschen Krankheiten mit schweren Verläufen verursachen können. Gefährdet sind besonders Ältere mit einem schwachen Immunsystem und relevanten Vorerkrankungen. Die Vibrionen dringen beim Baden über offene Wunden in den Körper ein und können Blutvergiftungen oder schwere Entzündungen auslösen. Symptome einer Infektion sind Schüttelfrost, Durchfall und Hautausschlag.
Nach Angaben des Lagus breiten sich die Bakterien erst bei Wassertemperaturen von mehr als 20 Grad an der gesamten Küste der Ostsee aus. Besonders betroffen sind dann flache Boddengewässer. Zwar liegen die Temperaturen inzwischen unter der Marke von 20 Grad. Das Vorkommen resultiere allerdings noch aus der Ausbreitung in den vergangenen deutlich heißeren Wochen des Sommers. „So schnell verschwinden diese Erreger nicht“, sagte die Sprecherin.