Umfrage zu Plattdeutsch bei Edeka Ostfriesland ohne Platt ist für viele nicht vorstellbar
Die Ostfriesische Landschaft führt derzeit eine Umfrage zur Plattdeutschen Sprache durch. Auch in Rhauderfehn wurde für das Projekt geworben. So kann geholfen werden.
Rhauderfehn - Der Septembermonat steht in Ostfriesland im Zeichen der plattdeutschen Sprache. Zahlreiche Aktionen und Projekte rund um das Niederdeutsche finden statt. Mitte September waren die Plattdeutschbeauftragten Harm Evers (Gemeinde Rhauderfehn) und Artur Reents (Landkreis Leer) mit einem Infostand im Edeka-Center Rhauderfehn vertreten.
Ausgerüstet mit Aufstellern der Ostfriesischen Landschaft, Flyern, Fragebögen und Buttons suchten sie das Gespräch mit den Menschen vor Ort. Dabei wurde vööl up platt gesprochen. Auch Rhauderfehns Bürgermeister Geert Müller unterstützte die Aktion. „Es läuft sehr gut, wir sind sehr zufrieden“, freute sich Harm Evers über die gelungene Aktion. Im Laufe des Nachmittages kamen viele Interessierte an den Stand und ließen sich auf einen Snack up Platt ein. Neben den Gesprächen wurden zahlreiche Fragebögen, ausgegeben vom Plattdüütskbüro der Ostfriesischen Landschaft, ausgefüllt. „Die meisten geben an, dass sie sich Ostfriesland ohne Platt nicht vorstellen können“, beobachtete Evers. Die Umfrage des Plattdüütskbüros dient der Ermittlung der Entwicklung des Sprachstands in Ostfriesland. Anliegen der Ostfriesischen Landschaft ist, dass die Zahl der aktiven Sprecherinnen und Sprecher des ostfriesischen Plattdeutsch hoch bleibt. Eine gezielte Förderung der Sprache ist auf Grundlage aktueller Umfragedaten möglich.
Letzte Erhebung von 2007
Die letzte Erhebung des Plattdüütskbüros in 2007 zeigte, dass 50 Prozent der 6.121 Befragten gut Plattdeutsch sprechen können. 75 Prozent gaben an, gut Plattdeutsch zu verstehen. Auch Familie Kohnen aus Rhauderfehn und Freund besuchten den Stand der Plattdeutschbeauftragten. „Wir verstehen Plattdeutsch, sprechen es aber weniger“, sagte Michelle Kohnen. „Ich arbeite als Handwerker, die Basics kann ich“, ergänzte ihr Partner Christopher Kohnen. Mit ihren Kindern Robin und Sophie sprächen sie ausschließlich Hochdeutsch, Niederdeutsch würden die Kinder von den Großeltern lernen. Aus Sicht von Artur Reents, der seit 2009 Plattdeutschbeauftragter vom Landkreis Leer ist, entwickele sich in Sachen Förderung von Niederdeutsch aktuell viel. So wurde in diesem Jahr beispielsweise an der Universität Oldenburg zum Wintersemester 2023/2024 das Fach Niederdeutsch als Bachelor-Studiengang eingerichtet. „Auf 25 Studienplätze kamen über 50 Bewerbungen. Das ist der Stand von März/April“, so Reents. Auch die Schulen seien jetzt offener dafür, aber es herrsche Lehrkräftemangel. Das große Interesse an Platt zeige sich auch bei regionalen Plattdeutsch-Veranstaltungen, die gut besucht seien. „Die Menschen sind an Plattdeutschkursen interessiert. Sie möchten sich auf Platt unterhalten, haben aber sonst keine Gelegenheit dazu. Die Bude ist immer gut gefüllt“, berichtete Harm Evers, der gemeinsam mit dem Seniorenbeirat Rhauderfehn 2023 das Projekt „Hochdeutsch trifft Plattdeutsch“ ins Leben rief. Seine Vision ist, ein plattdeutsches Netzwerk mit Veranstaltungskalender und Angeboten aufzubauen. Auch ein Sprachkurs ist angedacht.
Wer die Umfrage der Ostfriesischen Landschaft unterstützen möchte, kann dies noch bis zum 30. September tun. Der Fragebogen zum Status der Regionalsprache ist online auf der Webseite der Ostfriesischen Landschaft zu finden unter https://platt.ostfriesischelandschaft.de