Berlin  Weltkindertag – so geht es Kindern und jungen Erwachsenen in Deutschland 

Henry Borgelt
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Von Henry Borgelt
| 20.09.2023 15:15 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Laut einer Unicef-Analyse sind viele Kinder und junge Erwachsene in Deutschland unzufrieden. Foto: dpa/EUROPA PRESS | Jorge Gil
Laut einer Unicef-Analyse sind viele Kinder und junge Erwachsene in Deutschland unzufrieden. Foto: dpa/EUROPA PRESS | Jorge Gil
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Eine Auswertung von Unicef gibt eine Übersicht über die Lage der Kinder in Deutschland und Europa. Die Analyse zeigt, dass viele Kinder besorgt über ihre eigene Lage sind.

Im Anschluss an den Bericht des Kinderhilfswerks Unicef, hat die UN-Organisation eine ausführliche Datenbank zu den Lebenssituationen von Kindern in Deutschland und Europa veröffentlicht. Die geprüften Daten wurden in Kategorien unterteilt und reichen von der Gesundheit junger Menschen bis hin zur finanziellen Situation in den jeweiligen Haushalten.

Der zuvor veröffentlichte Bericht zeigt, dass immer mehr Kinder in Deutschland ins gesellschaftliche Abseits geraten und ihre Chancen nicht nutzen können. Zudem sind 1,3 Millionen Kinder von Armut bedroht. Viele Kinder schaffen keinen Schulabschluss und auch die Zufriedenheit der Kinder ist nach der Corona-Pandemie im europäischen Vergleich stark gesunken.

Gerade bei der Lebenszufriedenheit der jungen Menschen fällt Deutschland als negatives Beispiel auf. Im europäischen Vergleich sind junge Leute in Deutschland weniger zufrieden, besonders auffällig ist der Rückgang der Zufriedenheit im Vergleich zum Jahr 2013.

Auf einer Skala von 1 („Überhaupt nicht zufrieden“) bis 10 („Vollkommen zufrieden“) liegt der EU-Schnitt bei 7,7. Deutschland kommt nur auf einen Wert von 6,7.

Um die Kinderarmut zu analysieren, verwendet Unicef die Armutsgefährdungsquote. Hier liegt Deutschland, traditionell, niedriger als der EU-Schnitt. Auch in Dänemark sind die Werte niedrig. Vergleichsweise hoch ist die Armutsgefährdungsquote in Ländern wie Spanien und Rumänien.

Der EU-Schnitt liegt 2022 bei 19,3 Prozent, der Wert für Deutschland liegt bei 14,8 Prozent.

Die Unicef fordert, dass alle Menschen in allen Lebensphasen Zugang zu guter Bildung haben sollten. Um die gesamte Bildung aller Bevölkerungsgruppen bewerten zu können, nutzt Unicef daher den Anteil der jungen Erwachsenen, die ohne Schulabschluss die Schule verlassen.

Dabei fällt auf, dass Deutschland mit einem Wert von 9,3 Prozent und 9,1 Prozent in den Jahren 2021 und 2022 über dem EU-Schnitt lag. Dieser lag 2022 bei 8,3 Prozent. Hoch ist die Zahl der jungen Menschen ohne Schulabschluss auch in Spanien, besonders niedrig in der Schweiz.

In anderen Statistiken liegt Deutschland eher im EU-Schnitt. In der Zufriedenheit der Kinder mit Freunden und Familie, und bei der selbst eingeschätzten Gesundheit etwa. Hier liegt der Wert mit 89,2 Prozent aber dennoch etwas unter dem EU-Durchschnitt von 91,2 Prozent. Angegeben wird dabei, wie viele junge Menschen die eigene Gesundheit als „Gut“ oder „Sehr Gut“ einschätzen.

Auch bei der Einschätzung junger Menschen zu Kriminalität, Gewalt und Vandalismus liegt Deutschland etwas über dem EU-Schnitt.

Einen ausführlichen Überbick finden Sie auf der Internetseite der Unicef.

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