Berlin ARD: So denken Deutsche über den Sender und die Demokratie
Wie stehen die Deutschen zum Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk und der Demokratie im Allgemeinen? Das hat die Akzeptanzstudie von der ARD untersucht und kommt dabei zu teils überraschenden Ergebnissen.
Immer wieder stehen die Öffentlich-Rechtlichen Sender in der Kritik. Erst kürzlich kritisierte der Autor Heinz Strunk in einem Interview mit der NOZ, bei ARD und ZDF gebe es eine Quotenbesetzung, die religiöse Ausmaße annehme. Immer wieder werden die Sender zudem zum Sparen aufgerufen.
Nun hat das Meinungsforschungsinstitut GIM für die Akzeptanzstudie der ARD vom 2. März bis zum 3. April insgesamt 1500 Menschen ab 14 Jahren zu den Sendern und der Demokratie im Allgemeinen befragt.
Aus der Akzeptanzstudie wurden zunächst nur ausgewählte Ergebnisse veröffentlicht. Demnach vertrauen 69 Prozent der Befragten den Angeboten der ARD. Obwohl dieser Wert 2020 noch bei 75 Prozent lag, wertet der Sender das Ergebnis als stabil, da alle Medienanbieter in den Jahren nach der Corona-Pandemie an Wertschätzung verloren hätten.
Sogar 73 Prozent empfinden die Berichterstattung der ARD als verlässlich und qualitativ hochwertig. Zudem erreiche die ARD mit 76 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung über 14 Jahren knapp 53 Millionen Menschen täglich.
Eine Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung vom Anfang des Jahres zeigt zudem: Das Vertrauen in die Öffentlich-Rechtlichen Sender ist regional sehr unterschiedlich. Demnach befanden 73 Prozent der Westdeutschen die Sender für glaubwürdig, im Osten der Bundesrepublik waren es nur 58 Prozent. Die Studie erkannte außerdem Unterschiede zwischen den Parteipräferenzen. So empfanden gerade AfD-Wähler den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk als nicht-Vertrauenswürdig.
Die Studie des GIM untersuchte außerdem die Demokratiezufriedenheit in Deutschland. So ist nur noch gut jeder zweite Deutsche nach mit der Demokratie zufrieden. Binnen zwei Jahren sank die Zufriedenheit mit der Demokratie um 18 Prozentpunkte auf 54 Prozent.
In Ostdeutschland fiel der Rückgang demnach besonders stark aus. Nach einem Minus von 22 Punkten ist dort nur jeder Dritte mit der Demokratie zufrieden. Im Westen beträgt die Zufriedenheit 58 Prozent - ein Minus von 17 Prozentpunkten.
Die ARD Akzeptanzstudie wird regelmäßig alle zwei Jahre durchgeführt.