Es werde Licht Ärger um Straßenbeleuchtung – Jetzt wird reagiert
Im Internet wurde die Straßenbeleuchtung in Weener heiß diskutiert. In Nortmoor machte das Thema schon lange Ärger. Jetzt reagieren die Kommunen.
Weener - Die Umleitung, die derzeit an der Bundesstraße 436 entlang führt, hatte die Diskussion in den sozialen Medien angefacht. Man wisse schon nicht, wo man langfahren müsse, sehen könne man es auch nicht, wurde geschrieben – dazu mehrere Bilder, fast gänzlich schwarz. Einige taten dies als Meckern ab, andere gaben der Schreiberin Recht. Sorge machte den Nutzern insbesondere die Dunkelheit am Alten Hafen. Für diejenigen, die sich nicht auskennen, bestehe die Gefahr ins Becken zu fallen.
Was und warum
Darum geht es: Im vergangenen Jahr stellten viele Kommunen die Straßenbeleuchtung eher aus. In Weener und Nortmoor soll sich etwas ändern.
Vor allem interessant für: diejenigen, die im Dunkeln rausgehen
Deshalb berichten wir: Weeneraner hatten ihre Sorgen beschrieben. Auch in Nortmoor gab es Kritik. Die Autorin erreichen Sie unter: v.vogt@zgo.de
Diese Zeitung wandte sich mit einer Anfrage zur Straßenbeleuchtung an die Stadt. Kurz darauf kam die Nachricht, dass sich dabei wieder einiges ändern wird. „In der Woche ist derzeit die Beleuchtung von 6 Uhr bis 22 Uhr und am Wochenende von 6 Uhr bis 24 Uhr geschaltet“, sagt Stadtsprecherin Kerstin Beier. Aus Energiespargründen war im vergangenen Jahr beschlossen worden, die Schaltzeiten übergangsweise einzuschränken. Mit Beginn der dunklen Jahreszeit – also Ende September – sollen die Schaltzeiten nun wieder wie vorher sein: Sonntag bis Donnerstag werden die Lampen erst um 23 Uhr ausgeknipst und gehen um 6 Uhr wieder an. Freitag bis Sonnabend werden sie eine Stunde später um 24 Uhr ausgehen und um 6 Uhr wieder angemacht.
Nun bleibt es auch in Nortmoor länger hell
Auch in anderen Kommunen ist das Thema Straßenbeleuchtung ein heißes Eisen. Bereits im vergangenen Herbst sorgte in Nortmoor die Straßenbeleuchtung für Diskussionen. Die Laternen leuchteten am Abend nur noch bis 20 Uhr. Die Gemeinde wollte dadurch Geld und Energie sparen. Doch gerade der Seniorenbeirat hatte diese Entscheidung seinerzeit scharf kritisiert.
Dann legte im April eine Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde nach: In einer Online-Abstimmung riefen sie zum Votum gegen die frühere Abschaltung der Laternen auf. Nun hat der Gemeinderat entschieden, dass die Lampen abends wieder bis 22.30 Uhr leuchten dürfen. Außerdem will man prüfen, ob die Lampen am Wochenende in der Dorfstraße sogar bis 24 Uhr leuchten können, teilte Bürgermeister Udo Dänekas mit.
Sonderregelung in Weener
Aber nicht überall wird es dunkel in Weener: Ausgenommen von der Nachtabschaltung seien ohnehin Durchgangsstraßen und der Stadtkern einschließlich Hafen und Sportboothafen in Weener. Die Sorgen der Weeneraner, dass es gerade am Hafen gefährlich werden könne, seien so unbegründet: „Die Beleuchtungssituation am Alten Hafen wird durch die kommende Umstellung der Beleuchtungszeiten zu Beginn der dunklen Jahreszeit deutlich verbessert“, sagt Beier. Auch die Kreisverkehre in Stapelmoor und Stapelmoorerheide blieben nun wieder nachts erleuchtet, wie die Lampen in Kreuzungs- und Einmündungsbereichen.
Ein Sonderfall: In den Ortsteilen Stapelmoor, Diele und Vellage werden die Durchgangsstraßen von Sonntag bis Donnerstag ab 5 Uhr eingeschaltet. Das seien Strecken, die viele Mitarbeitende bei der Meyer-Werft nutzen würden, erklärte dazu Bauamtsleiter Andreas Sinningen in der Ausschusssitzung am Dienstag.
Sicherheit durch Licht
Svenia Temmen, Sprecherin der Polizeiinspektion Leer/Emden erklärte seinerzeit, dass es keine belastbaren Daten gebe, die zeigen könnten, dass ohne Straßenbeleuchtung die Kriminalität steigen würde. „Die Beleuchtung hat etwas Beruhigendes“, erklärt sie. „Das ist ein subjektives Gefühl.“ Eine tatsächliche Wirkung lasse sich aber nicht mit Zahlen belegen.
Tatsächlich ist die Studienlage in dieser Frage unklar. Zwar gibt es Untersuchungen, die zeigen, dass Beleuchtung die Kriminalität senken kann. Diese wurden aber an Schwerpunkten durchgeführt, an denen es zuvor keine Beleuchtung aber viele Straftaten gab. Trotzdem gibt es aber für andere Orte sogar Untersuchungen, die im Falle von Straßenbeleuchtung eine erhöhte Gefahr sehen.
Definitiv riskanter ist die Dunkelheit aber für Fußgängerinnen und Fußgänger, die an einer Straße unterwegs sind, sagte Temmen. Sie empfiehlt Reflektoren. „An der Kleidung sollte auf jeden Fall etwas sein“, sagt sie. „Außerdem sollte man immer eine kleine Taschenlampe dabei haben.“ Damit würden Fußgänger nicht nur besser von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen, sondern können auch selbst mögliche Stolperfallen ausfindig machen.