Berlin  Trotz Vollzeitjob: So vielen Beschäftigten droht eine Rente von weniger als 1500 Euro

Jakob Patzke
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Von Jakob Patzke
| 11.09.2023 20:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Trotz jahrzehntelanger Arbeit können Millionen von Menschen in Deutschland nicht von ihrer Rente leben. Foto: dpa/ Stephanie Pilick
Trotz jahrzehntelanger Arbeit können Millionen von Menschen in Deutschland nicht von ihrer Rente leben. Foto: dpa/ Stephanie Pilick
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Trotz einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden über 45 Jahre hinweg droht fast jedem Zweiten in Deutschland eine Rente von weniger als 1500 Euro. Das zeigt eine aktuelle Erhebung des Bundesarbeitsministeriums.

Das deutsche Rentensystem steckt in der Krise. Wegen des demographischen Wandels gibt es immer mehr Rentner, während die Zahl derjenigen, die in die Rentenkasse einzahlen, abnimmt. Folglich müssen sich die Menschen in Deutschland künftig auf niedrigere Renten einstellen, was durch aktuelle Zahlen des Bundesarbeitsministeriums untermauert wird.

Demnach erhalten von den derzeit rund 22 Millionen sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigten nach jetzigem Stand zirka 9,3 Millionen eine Rente von unter 1500 Euro. Das entspricht 42,3 Prozent.

Dazu müssen sie aktuell bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden insgesamt 45 Jahre lang gearbeitet und dabei einen Stundenlohn von 20,78 Euro erreicht haben. Dies entspricht einem Bruttomonatslohn von 3602 Euro. Zunächst hatte das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet.

Für eine künftige monatliche Rente von 1300 Euro braucht es momentan einen Stundenlohn von 18,01 Euro bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden über 45 Jahre. Das entspricht einem Bruttomonatslohn von 3122 Euro.

Bei einer Rente von 1200 Euro monatlich ist ein Stundenlohn von 16,62 Euro bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden über 45 Jahre nötig. Hier beträgt der Bruttomonatslohn 2882 Euro.

Derweil diskutieren Politiker und Experten, wie das deutsche Rentensystem nachhaltig reformiert werden kann. Erst kürzlich hatte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, gefordert, das deutsche Rentensystem mithilfe von Beamten als Beitragszahler zu entlasten.

Denn bislang zahlen die Staatsbediensteten nicht in die Rentenversicherung ein. Während die Angestellten in das Rentensystem einzahlen, berechnet sich die Pension der Beamten nach dem letzten Einkommen des Empfängers.

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