Osnabrück  Der Ukraine-Krieg steckt im Patt fest – jetzt muss ein Frieden her

Marion Trimborn
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Von Marion Trimborn
| 11.09.2023 15:27 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Außenministerin Annalena Baerbock besucht Kiew. Der Ukraine-Krieg steckt in einer Pattsituation fest Foto: dpa/Jörg Blank
Außenministerin Annalena Baerbock besucht Kiew. Der Ukraine-Krieg steckt in einer Pattsituation fest Foto: dpa/Jörg Blank
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Als Zeichen der Solidarität reist Außenministerin Baerbock nach Kiew. Doch an der Front geht für die Ukraine wenig voran. Kreml-Chef Putin hat seine Macht gestärkt und ist als Gegner ernstzunehmender als je zuvor. Es bleibt nur ein Weg.

Mal wieder besucht Außenministerin Annalena Baerbock die Ukraine. Mal wieder versichert sie Kiew den Beistand Deutschlands, zögert aber bei der Lieferung der verlangten Taurus-Marschflugkörper. Baerbocks Besuch ist ein Symbol, viel mehr aber auch nicht. 

Deutschland wie auch die Ukraine müssen sich eingestehen, dass der Ukraine-Krieg in einer verlustreichen Pattsituation feststeckt. An der Front ist die ukrainische Großoffensive gescheitert und dürfte auch in Zukunft weiter scheitern. Einfach weil es gegen die riesigen russischen Minenfelder kein Mittel gibt, um rasch und erfolgreich durchzubrechen. Die Lage erinnert an die Panzerschlacht von Kursk im Zweiten Weltkrieg, ganz in der Nähe des jetzigen Kampfgebietes, als deutsche Panzer sich in den russischen Verteidigungslinien hoffnungslos fest fuhren. Heute erinnern ukrainische Generäle immer wieder an damals und operieren mit Vorsicht.

Die Wahrheit ist: Der Westen muss sich auf eine lange, vielleicht jahrelange Unterstützung der Ukraine einrichten, so schrecklich ein solcher Krieg auch ist. Ob die Staaten dazu bereit sind? Denn Russland kann auf schier unerschöpfliche Reserven an Menschen und Material zurückgreifen – mehr, als viele im Westen der Öffentlichkeit glauben machen wollen.

Zugleich sitzt Präsident Wladimir Putin fest im Kreml, er hat wichtige Gegner – zuletzt Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin – aus dem Weg geräumt. Dass er seine Macht ausbaut, egal mit welchen Mitteln, zeigen auch die Kommunal- und Regionalwahlen. Dabei hat Putin auch im besetzten Teil der Ukraine abstimmen lassen und der Kreml hat sich ungeachtet aller Betrugsvorwürfe zum Sieger erklärt. Bald wird er den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un empfangen – etwa, um Waffen für seine Offensive in der Ukraine zu kaufen?

Es gibt deshalb nur einen Weg: Man muss dem Schrecken ein Ende machen und Frieden schließen. Das ist natürlich ein schwieriges Unterfangen und erfordert von beiden Seiten Zugeständnisse. Die Ukraine müsste dafür die Krim aufgeben, die bereits seit 200 Jahren der russischen Flotte als Stützpunkt dient, und wohl auch auf russisch besetzte Gebiete verzichten.

Umgekehrt müssten die Russen akzeptieren, dass sie die Ukraine niemals ganz werden besiegen können, weil der Westen dies nicht zulassen wird. Solange diese Einsicht nicht da ist, wird der Ukraine-Krieg weiter andauern.

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