Bonn Karte zeigt: So steht es um die Zukunftsfähigkeit in Ihrer Region
Mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland leben in Regionen mit positivem Zukunftspotenzial. Dennoch ist die „Zukunftsfähigkeit“ in Kreisen und Städten ungleich verteilt. Leben Sie in einer zukunftsfähigen Region?
Eine Studie der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung hat in 400 Kreisen und Städten nicht nur die Entwicklung von strukturschwachen und Wohlstandsregionen in Deutschland, sondern auch die Zukunftsfähigkeit von Kreisen und Städten untersucht. Dabei weist die Zukunftsfähigkeit darauf hin, inwiefern Städte und Kreise auf einzelne Herausforderungen vorbereitet sind und reagieren können.
Es geht darum, Städte klimaresistenter zu machen, Lieferketten zu diversifizieren, wirtschaftliche Abhängigkeiten im globalen Kontext zu verringern, die Industrie klimaneutral umzubauen oder etwa das Gesundheitssystem zu stärken. Das Ziel besteht darin, Wirtschaft und Gesellschaft widerstandsfähiger gegenüber negativen Ereignissen zu machen, um eine nachhaltigere Zukunft zu gewährleisten.
Mehr als die Hälfte der Menschen leben laut der Studie in Regionen mit „positiven Zukunftspotenzialen“. Dennoch ist die Zukunftsfähigkeit in Deutschland nicht homogen verteilt. Zurückzuführen ist dies auf die bisherigen Ungleichheiten der Städte und Kreise.
Wie die Studie zeigt, zählen nicht nur Großstädte wie München, Berlin oder Bremen zu den „räumlichen Innovationspolen“, sondern auch „alte Krisenregionen“ in Ostdeutschland und im Ruhrgebiet, wie zum Beispiel Dortmund und Bochum. Großstädte zeichnen sich vor allem durch hohe Werte bei den Beschäftigten in Wissensberufen, Erreichbarkeit im Schienenverkehr und der Vielzahl von Glasfaseranschlüssen aus. Ländliche Regionen mit Innovationspotenzial punkten bei der Erzeugung von erneuerbaren Energien.
In der Grafik sehen Sie die Zukunftsfähigkeit der Kreise und Städte in Deutschland:
Positive Zukunftsaussichten haben zudem „resiliente ländliche Räume“, unter anderem in Bayern, in Schleswig-Holstein und in Brandenburg. Die wirtschaftliche Diversität, die Betreuungsquote von Kleinkindern sowie die Glasfaser- und Schienenanbindung sind in diesen Regionen überdurchschnittlich.
In der Zukunft werden nicht nur Regionen mit „partiellen Anpassungshemmnissen“, sondern vor allem Gebiete mit „besonderen strukturellen Herausforderungen“ Unterstützung benötigen. Aufgrund der demografischen Struktur besteht in diesen Teilen des Landes eine erhöhte Gefahr des Fachkräftemangels. Eine weitere Problematik ist, dass Investitionen durch kommunale Verschuldung und geringe Innovationskraft kaum möglich sind.
„Räume mit besonderen strukturellen Herausforderungen“ verzeichnen häufig einen geringen Anteil an Beschäftigten in Wissensberufen, wenige Unternehmensgründungen sowie geringe kommunale Sachinvestitionen.
Der Osten zeigt erneut eine Zweiteilung: Großstädte wie Berlin, Dresden, Leipzig und Jena strahlen positiv auf ihr Umland aus, während ländliche Gebiete mit zukünftigen Herausforderungen nicht davon profitieren.