Modernisierung der Grundschulen in Leer Kleine Fortschritte und ein Provisorium
Auf dem Weg zu Grundschulen, die baulich, energetisch und digital für die Zukunft fit sind, geht es in Leer voran. Allerdings noch in kleinen Schritten. Im Hintergrund werden große Pläne vorbereitet.
Leer - Stadtverwaltung und Politik haben sich für die kommenden Jahre ein großes Projekt vorgenommen: Alle sieben Grundschulen sollen bis Ende 2025 zu Ganztagsschulen und mittelfristig energetisch, digital und baulich fit für die Zukunft werden. Wenn man sich die zum Teil ziemlich alten und sogar denkmalgeschützten Gebäude anschaut, ahnt man, dass das aufwändig werden wird.
Was und warum
Darum geht es: Auf dem Weg zu einer Stadt mit modernen, zeitgemäßen und zukunftsstarken Grundschulen geht es voran, wenn auch noch langsam.
Vor allem interessant für: Schüler, Eltern, Lehrkräfte und Schulleitungen
Deshalb berichten wir: Der Schulausschuss hat getagt. Die Autorin erreichen Sie unter: k.mielcarek@zgo.de
Bürgermeister Claus-Peter Horst (parteilos) hatte angekündigt, dass es keine Denkverbote geben werde. Man werde genau analysieren, welcher Aufwand jeweils betrieben werden müsse, um ein bestehendes Gebäude zu sanieren und umzubauen und was ein Neubau kosten würde. Eine entsprechende Aufstellung habe die Stadtverwaltung am Donnerstag im nichtöffentlichen Teil der Sitzung des Schulausschusses vorgelegt, berichten Teilnehmer der Sitzung. Diese Aufstellung soll in den nächsten Wochen und Monaten Grundlage der Diskussion darüber sein, wie man in Zukunft vorgehen werde. Im öffentlichen Teil der Sitzung war das kein Thema. Dort ging es aber um Fortschritte, die an zwei der Grundschulen gemacht wurden – auf ganz unterschiedliche Weise.
Eichenwallschule
Mit Beginn des laufenden Schuljahrs habe die Eichenwallschule ihren Betrieb als Ganztagsschule aufgenommen, berichtete Björn Steinau, Leiter des Fachdiensts Jugend, Schule und Sport bei der Stadtverwaltung. Dies sei auch ohne jeden Umbau gelungen, könne aber auch nur eine Übergangslösung sein, denn das Kollegium nehme viele bauliche Einschränkungen in Kauf. So seien zwei Klassenräume für die Mensa aufgegeben worden. Der Hausmeisterraum sei zur Spülküche geworden, die Bibliothek werde zusätzlich als Ruheraum genutzt. Der Differenzierungsraum sei zum Klassenraum geworden, ein Zimmer einer ersten Klasse werde auch als Ganztages-Betreuungsraum genutzt, zählte er auf.
Trotz aller Einschränkungen, die am Donnerstag auch eine Lehrerin bestätigte, habe der Einstieg „super geklappt“. Das Ganztagsangebot werde von 103 Kindern genutzt, 41 davon kämen jeden Schultag, die restlichen an ein, zwei oder drei Tagen. Das Essen für die Mensa liefere noch die Lebenshilfe, später wolle man wie bei den anderen Schulen auf Apetito umsteigen. Das Unternehmen liefert Mahlzeiten an, die dann vor Ort zubereitet werden. Angesichts der Einschränkungen im Schulalltag solle man aber nicht zu lange mit einem Umbau des Schulgebäudes warten, sagte Steinau.
Hoheellernschule
Seit Jahren ein Sorgenkind für die Stadtverwaltung ist das Gebäude der Hoheellernschule. Sie ist seit rund sieben Jahren eine Dauerbaustelle. Es hat mehrere Wasserschäden gegeben. Bei der Sanierung wurde Asbest gefunden, zuletzt wurden massive Schäden am Dach festgestellt. Seit Jahren stehen Container auf dem Schulhof, in denen große Teile des Unterrichts stattfinden. Jetzt kann das Schulgebäude nach und nach freigegeben werden, berichtete Patrick Pastille vom Gebäude- und Energiemanagement der Stadt. Das Erdgeschoss sei schon wieder in Betrieb genommen worden. Die Dachsanierung sei nahezu abgeschlossen. Sobald diese so weit sei, könne der Innenausbau des Obergeschosses beginnen. Man werde alles tun, es möglichst früh fertigzustellen, so Pastille. Noch einige Zeit in Anspruch nehmen werde der Dachausbau, wo auch der Denkmalschutz eine Rolle spielen werde. Auf einen Zeitplan legte sich Bürgermeister Horst ausdrücklich nicht fest. Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung soll er das damit begründet haben, dass man die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen wolle. Weil immer wieder Unvorhergesehenes geschehen sei, hatte man den Terminplan immer wieder nach hinten schieben müssen.
Vor einigen Wochen war es nach einem Sturm erneut zu einem Wasserschaden gekommen, dieses Mal am Dach. Noch sei nicht geklärt, wer die Verantwortung dafür übernehmen müsse, sagte Pastille. Sowohl die Hersteller der eingebauten Teile als auch der Dachdecker versicherten, dass der Fehler nicht bei ihnen liege. Nun sei ein Gutachter am Zuge. Ausschussmitglieder berichten, dass es im nichtöffentlichen Teil der Sitzung geheißen habe, dass tatsächlich niemandem ein Fehler nachgewiesen werden könne, sondern das ganze als Sturmfolge eingeschätzt werden müsse. Damit blieben die Kosten bei der Stadt. Es sei aber kein großer Bauschaden entstanden, betonte Pastille.