Osnabrück  Renaissance im ÖPNV braucht einen Schub mutiger Innovationen

Thomas Ludwig
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Von Thomas Ludwig
| 31.08.2023 14:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Vielen Menschen ist der Öffentliche Nahverkehr immer noch zu unbequem. Das soll sich ändern. Foto: picture alliance/dpa/Christoph Soeder
Vielen Menschen ist der Öffentliche Nahverkehr immer noch zu unbequem. Das soll sich ändern. Foto: picture alliance/dpa/Christoph Soeder
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Bundesverkehrsminister Volker Wissing hat Reformen im Öffentlichen Nahverkehr angemahnt. Damit trifft er einen wunden Punkt. Der liberale Minister sollte sich aber nicht auf die Rolle des Mahners zurückziehen.

Kosteneffizienz ist das eine, Kundenfreundlichkeit das andere – beides zusammenzubringen ist die Kunst der Stunde und alles andere als einfach. Schon vor gut einem Jahr hat Verkehrsminister Volker Wissing darauf hingewiesen, man müsse den Öffentlichen Personennahverkehr von den Bedürfnissen der Fahrgäste aus denken und nicht von den Strukturen aus. Wenn damit mal wirklich ernst gemacht würde – es wäre ein wirklicher Meilenstein.

Nun hat Wissing seine Forderung nach Reformen erneuert. Damit, dass der Bund über mehrere Jahre ordentlich Geld für den ÖPNV in die Hand nimmt, glaubt er, seinen Teil beigetragen zu haben.

Und es ist ja auch richtig: Es kommt nun auf das Zusammenwirken der Länder, der kommunalen Spitzenverbände und der Verkehrsunternehmen an. 

Ordentliche Taktfrequenzen, Verzahnung mit Taxi-Unternehmen und Rufbusse im ländlichen Raum, attraktive Preise auch über Tarifzonen hinweg, einfache Bezahlsysteme, bevorzugte Verkehrsführung in Ballungsräumen – es gibt eine Menge zu tun zur Verbesserung des ÖPNV. Ideen und Innovation sind kaum Grenzen gesetzt; die Digitalisierung bietet enorme Chancen für Verbesserungen. Einerseits.

Andererseits: Das vom Bund in Aussicht gestellte Geld bis 2030 wird für die erforderlichen Investitionen wohl kaum ausreichen. Denn wer die Nachfrage ankurbelt, muss mit dem erhöhten Kundenaufkommen auch klar kommen. Dazu braucht es deutlich mehr Personal und mehr Fahrzeuge als heute.

Mit Geld allein ist es aber nicht getan. Für eine Renaissance im Öffentlichen Personennahverkehr braucht es vor allem Innovationskraft und Mut. Wie innovativ können, wie mutig wollen Städte, Landkreise und Verkehrsunternehmen aber sein?

Das 9-Euro-Ticket war ein Produkt kompromisslosen Aufbruchs, das 49-Euro-Ticket war dann schon nicht mehr ganz so konsequent. Bisweilen scheint es, als hätten Bund, Länder und Unternehmen bei der Mobilitätswende Angst vor der eigenen Courage.

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