Klimafolgen  Bei Starkregen und Dürre ein Ass im Ärmel – Sieltief als Regenbecken

Vera Vogt
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Von Vera Vogt
| 29.08.2023 16:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Das Sieltief wird erstmal von Gestrüpp befreit, dann soll noch mehr passieren. Foto: Vogt
Das Sieltief wird erstmal von Gestrüpp befreit, dann soll noch mehr passieren. Foto: Vogt
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Der Klimawandel bringt Starkregen und Dürre: In Jemgum soll das Sieltief bei beidem helfen. Schritt für Schritt geht es los.

Jemgum - Der Klimawandel bringt Starkregen und Dürre. In Jemgum weiß man das und bleibt nicht untätig: Im vergangenen Jahr hatte man Dr. Leena Karrasch, Expertin für nachhaltiges Wassermanagement, eingeladen. Sie schilderte die gegensätzlich anmutenden Probleme: „Es kommt immer öfter zu Winterniederschlägen und Starkregenereignissen“, so Karrasch. Die Wassermassen könnten häufig nicht schell genug abfließen. „Bei langen Dürreperioden kann Salzwasser ins Grundwasser gelangen“, machte Karrasch eine Folge deutlich. Das Wasser fehlt. Schritt für Schritt will man die Probleme angehen. Einer: Das Sieltief in Jemgum.

Das Tief am Sielhus soll Pflege bekommen. Foto: Vogt
Das Tief am Sielhus soll Pflege bekommen. Foto: Vogt
Nach zwei Informationsveranstaltungen auf Einladung der SPD mit Vertretern der Deich- und Sielacht kam heraus, dass man dort loslegen wird. „Noch in diesem Herbst sollen zunächst Bäume und Sträucher zurückgeschnitten werden“, erklärt Willem Berlin, Obersielrichter der Sielacht Rheiderland. Anwohner erklärten ihre Bereitschaft, sich zu beteiligen. Einst verband das Sieltief die Ems mit dem Hinterland bis Marienchor, Bühmerwold und Bunderhammrich. Es war auch Transportweg für Torf für die Bauern.

Hoffnung auf Förderung

Es geht aber nicht nur darum, das Sieltief von wuchernden Sträuchern zu befreien. „Das ist nur der erste Schritt, der zweite wird allerdings aufwendiger. Es geht darum, aus dem Sieltief so etwas wie ein großes Regenbecken zu machen. Eine Möglichkeit zu finden, es aufzustauen. Das geht allerdings nicht ohne Fördermittel“, so Berlin. Da wolle sich nun die Gemeinde Jemgum hinterklemmen. „Es gibt viele motivierte Akteure, die beim Thema Wassermanagement dabei sind“, so Berlin.

Die Sieltore am Deich kann man wegen des Schlicks nicht mehr nutzen. Foto: Vogt
Die Sieltore am Deich kann man wegen des Schlicks nicht mehr nutzen. Foto: Vogt
Es ist auch nötig, dass viele Stellen zusammenarbeiten, denn die Probleme sind vielschichtig, es sei sinnvoll mehrere Projekte miteinander zu verzahnen. Er sagt: „Früher konnte man über die alten Sieltore im Deich beim Hafen auch Wasser ins Sieltief laufen lassen, wenn es einmal zu trocken war. Das geht aber durch die Verschlickung seit Jahren nicht mehr.“

Im Förderprogramm des Bundesumweltministeriums sei laut Antrag der SPD besonders ein Punkt passend für die Gemeinde: Dort geht es unter anderem um „Maßnahmen zum Wasserrückhalt in der Landschaft und zur Renaturierung von Fließ- und Stillgewässern“ und die „Anlage von naturnahen und biodiversitätsfördernden Teichlandschaften, Rückhalt und Speicherung von Niederschlagswasser mittels naturbasierter Lösungen.“ So naturnah wie das Sieltief eben.

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