Schneller vorankommen  Für Radfahrer im Landkreis Leer soll vieles besser werden

Karin Lüppen
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Von Karin Lüppen
| 28.08.2023 12:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Ein besseres Radwegenetz soll das Fahrradfahren im Alltag angenehmer machen. Es ist ein Vorhaben für die nächsten Jahre. Foto: Ortgies/ Archiv
Ein besseres Radwegenetz soll das Fahrradfahren im Alltag angenehmer machen. Es ist ein Vorhaben für die nächsten Jahre. Foto: Ortgies/ Archiv
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Die Arbeit am Radwegekonzept geht in die Endrunde. Ein besonderes Augenmerk liegt auf unfallträchtigen Knotenpunkten.

Leer - Seit vielen Monaten wird im Landkreis Leer an einem Konzept für die Verbesserung von Radschnellwegen gearbeitet. Jetzt geht die Diskussion in die Endrunde, denn am 11. September soll der Kreistag das Programm beschließen. Es gibt sogar schon eine Liste der Radwege, die zuerst verbessert werden sollen.

Was und warum

Darum geht es: Der Landkreis Leer plant die Verbesserung des Radwegenetzes. Ein Konzept dafür befindet sich in der Abstimmung.

Vor allem interessant für: Menschen, die mit dem Fahrrad unterwegs sind

Deshalb berichten wir: Das Radwegekonzept war Thema einer Ausschusssitzung.

Die Autorin erreichen Sie unter: k.lueppen@zgo.de

Der Ausschuss für Kreisentwicklung, Umwelt, Natur, Verkehr und Klima hat vorige Woche bereits für das Konzept gestimmt. Es sieht die Verbesserung vor allem der Hauptverbindungen zwischen den Städten und Gemeinden vor, aber besonders unfallträchtige Knotenpunkte stünden ebenfalls im Fokus, sagte Johannes Pickert vom Büro Planungssocietät, das das Konzept ausgearbeitet hat. „Dort passieren nämlich die meisten Unfälle“, sagte Pickert, der über Video dazugeschaltet war.

Langes Warten nervt viele

Wie er sagte, sollen solche Punkte dahingehend umgestaltet werden, dass eindeutig zu erkennen ist, wenn Radfahrer Vorrang haben. Außerdem sollten die Bedarfsknöpfe an Ampelschaltungen so geregelt werden, dass Radfahrende nicht ständig lange warten müssen, nur „weil sie eine Schleife verpasst haben“, sagte Pickert. Derzeit sei das an vielen Stellen im Landkreis Leer so. Er beruhigte aber: „Es ist bei Ihnen nicht anders als überall sonst in Deutschland.“

Die Erste Kreisrätin Jenny Daun sprach von „dicken Brettern“, die zu bohren seien. An vielen Stellen seien die Radwege derzeit zu schmal, an anderen Punkten werden Radfahrer gezwungen, stark befahrene Straßen zu kreuzen. Nicht immer sei der Landkreis an diesen Punkten verantwortlich, für die Umbauten müssten dann die jeweiligen Kommunen davon überzeugt werden, sich zu beteiligen. „Es gibt sehr viele Wünsche, die sich an Land und Bund richten“, sagte Daun – sie seien Baulastträger vieler überörtlicher Straßen.

Kreistag entscheidet bald

Am 11. September soll der Kreistag über das Radwegeverkehrskonzept beschließen. Dieses ist über das Kreistagsinformationssystem öffentlich einsehbar. In dieses Konzept sind unter anderem die Ergebnisse einer Onlinebefragung eingeflossen, bei der Einwohner des Landkreises kritische Punkte markieren und beschreiben konnten, die ihnen im Alltag als Radfahrer auffallen oder ärgern. Außerdem sind Planungen, die von den Städten und Gemeinden bereits verfolgt werden, berücksichtigt worden.

Im Anschluss an die Abstimmung benannte Daun eine Liste von Radwegen, bei denen eine Verbesserung dringend nötig ist. Diese haben zwar eine Priorität innerhalb des Radwegeverkehrskonzeptes, ab wann an den Punkten konkret gearbeitet wird und in welcher Reihenfolge, konnte die Kreisrätin nicht sagen. Die Entscheidung über einzelne Maßnahmen trifft der Kreistag, sofern es um eigene Straßen geht. Ansonsten sind die Projekte auch von der Zusammenarbeit mit anderen Stellen wie Landesstraßenbaubehörde oder Kommunen abhängig.

Schnellweg soll schnell gehen

Als ein vorrangiges Projekt bezeichnete Jenny Daun den Bau des Radschnellweges Emden-Papenburg. Dieses Projekt wurde bereits in einzelnen Teilen umgesetzt, aber auf dem Gebiet des Landkreises Leer muss zum Beispiel ein Radweg an der Kreisstraße 23 in Ihrhove umgebaut werden. Ein anderes Stück betrifft die Überquerung der Eisinghausener Straße in Leer. Dies ist auch einer der Punkte, die Pickert erwähnt hatte: An der Stelle müsse für die Autofahrer deutlich gemacht werden, dass ein Radschnellweg die Straße kreuzt, so Daun.

Gleiches gilt für einen Teil der Verbindung, die entlang der K8 in Veenhusen verläuft und wo Radfahrer ebenfalls auf die andere Seite wechseln müssen. An diesen Stellen sollen farbliche Markierungen und Piktogramme aufgebracht werden. Eine Verbreiterung des Radweges ist in Veenhusen wegen der engen Bebauung nicht möglich.

Moormerland ist noch ein weiteres Mal auf der Liste vertreten und zwar mit dem Radweg an der Rudolfswieke. Hier seien viele Radfahrende unterwegs, die zwischen Hesel und Moormerland pendeln. Ausgerechnet in einer 90-Grad-Kurve, an der die Autofahrer „abknickende Vorfahrt“ haben, werden die Radfahrenden auf die andere Seite gelotst. Technisch seien die Radwege nicht auf dem heute geltenden Standard. Dort sollen weitere Schilder aufgestellt werden, bis ein Umbau möglich ist.

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