Widerstand gegen Rechts Schülerinnen und Schüler setzen ein Zeichen
Nach einem Anschlag auf die Stiftung niedersächsischer Gedenkstätten in Celle haben die Gymnasiasten in Rhauderfehn reagiert. Mit einer Menschenkette zeigten sie ihre Solidarität.
Rhauderfehn - In der Nacht vom 14. auf den 15. August wurde die Geschäftszentrale der Stiftung niedersächsischer Gedenkstätten in Celle Ziel eines Angriffs, der der rechten Szene zugeordnet wird. Um Solidarität zu zeigen, haben die Schülerinnen und Schüler des Albrecht-Weinberg-Gymnasiums Rhauderfehn an diesem Donnerstag, 24. August, eine Menschenkette gebildet und ein Bild davon an die Stiftung gesendet.
„Die Stiftung niedersächsischer Gedenkstätten ist Trägerin der Gedenkstätte Bergen-Belsen, deren Kooperationspartner unsere Schule ist“, erklärt die Schülervertretung. „Die Stiftung ist ebenfalls Träger der Gedenkstätte Esterwegen. Beide Gedenkstätten besuchen wir regelmäßig, mit beiden arbeiten wir seit einigen Jahren zusammen“, heißt es weiter.
„Wir wollen den Namen nicht nur tragen, sondern leben“
Als die Schülervertretung von dem Angriff erfahren habe, wäre klar gewesen, dass das Albrecht-Weinberg-Gymnasium Solidarität zeigen müsse, stellt Leo Lüken, Schülersprecher des Gymnasiums, fest. „Wir sind das Albrecht-Weinberg-Gymnasium Rhauderfehn. Wir wollen diesen Namen nicht nur tragen, sondern auch leben und seine Bedeutung in unseren Schulalltag integrieren“, sagt Lüken. So habe sich die Schülervertretung dazu entschieden, ein Zeichen der Solidarität zu setzten.
Schnell sei die Idee entstanden, eine Menschenkette in Form einer Spirale zu bilden und eine Aufnahme hiervon an die Stiftung zu senden. „Bei der Menschenkette geht es um ihre Metapher: Wir versammeln uns, ziehen alle an einem Strang und solidarisieren mit euch. Das soll sie aussagen“, erklärt Lüken.
Aktion kam sehr gut an
So haben sich die Schülerinnen und Schüler auf dem Schulhof zusammengefunden. Das Foto ist mit einer Drohne aufgenommen worden. „In der Schülerschaft ist die Aktion sehr gut angekommen, da sind wir sehr froh drüber“, berichtet Lüken.
Auch der 98-jährige Namensträger war da
Auch der 98-jährige Holocaust-Überlebende Albrecht Weinberg und Gerda Dänekas waren gekommen, um an der Aktion teilzunehmen. „Es ist immer wieder ein Segen, wenn Albrecht und Gerda da sind. Deshalb beginnt die Spirale bei Albrecht. Er bildet den Kern unserer Motivation“, so Lüken. Die Stiftung niedersächsischer Gedenkstätten bedankt sich für die Aktion und möchte sie auf ihren Social-Media-Kanälen teilen. „Schön, dass ihr zusammen mit Albrecht Weinberg ein Zeichen gesetzt habt“, heißt es in einer Mitteilung.