Osnabrück Patientenschützer: Ausländische Ärzte müssen besser Deutsch sprechen
Die Zahl ausländischer Ärzte in deutschen Krankenhäusern wächst und wächst – ohne sie geht im Gesundheitswesen nichts mehr. Nicht selten aber klagen Patienten über Sprachbarrieren. Jetzt schlagen Patienschützer Alarm.
Angesichts der stetig steigenden Zahl ausländischer Ärzte in Deutschland fordern Patientenschützer ein höheres Niveau bei den alltagssprachlichen Prüfungen der Mediziner.
„Zu den bereits eingeforderten Nachweisen allgemein- und fachsprachlicher Prüfungszertifikate muss es zusätzlich einen bundesweit geltenden C1-Standard in der Patientenkommunikation geben”, sagte der Vorsitzende der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, unserer Redaktion. Bislang gebe es eine solche Regelung nur im Saarland.
„Gerade hochbetagte Patienten, die auch an Schwerhörigkeit oder Demenz leiden, brauchen Ärzte mit Sprachgefühl”, betonte Brysch. Der Nachweis über die Fachsprache auf C1-Niveau allein reiche deshalb nicht aus.
„Eine gute Arzt-Patienten-Kommunikation bleibt die Grundlage für den Therapieerfolg. Alltagssprachliche Deutschkenntnisse sind deshalb für ausländische Mediziner unabdingbar”, sagte Brysch. Ansonsten seien „Missverständnisse vorprogrammiert, die zu Paralleluntersuchungen, aber auch zu Behandlungsfehlern führen können”.
Auch Krankenhausträger seien gefordert, die sprachliche Eignung für die konkrete Tätigkeit regelmäßig zu überprüfen. Der Nachweis müsse dokumentiert werden.
Seit der Jahrtausendwende kennt die Zahl der in deutschen Kliniken und Praxen beschäftigten Ärzte nur eine Richtung: nach oben. Ende 2022 gab es laut Statistik der Bundesärztekammer 59.883 berufstätige Ärzte aus dem Ausland in Deutschland, so viele wie nie zuvor. Die größten Gruppen darunter stammen aus Syrien und Rumänien.
Nach Ansicht von Patientenschützer Brysch ist die allgemeinsprachliche Qualifikation umso wichtiger, als Deutschland auch in Zukunft Ärzte aus dem Ausland benötige. „Die Fakten zeigen, dass das deutsche Gesundheitssystem auf ausländische Ärzte angewiesen ist. Eine Zunahme um 112 Prozent in den vergangenen zehn Jahren spricht hier eine überdeutliche Sprache. Gerade in den Krankenhäusern kann so die Personallücke geschlossen werden”, sagte Brysch.
Erschwerend komme hinzu, „dass für einheimisches medizinisches Fachpersonal das Ausland attraktiver ist. Rund 2.300 Ärztinnen und Ärzten haben Deutschland 2022 verlassen. Gleichzeitig steigt die Teilzeitquote seit Jahren explosionsartig“, so Brysch: „Ohne Zweifel ist das eine Zwickmühle”.