Osnabrück  Donald Trump gefällt sich in der Rolle des diabolischen Systemsprengers

Thomas Ludwig
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Von Thomas Ludwig
| 25.08.2023 14:37 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
„Niemals aufgeben“ – Donald Trump bei der Ankunft am Hartsfield-Jackson Atlanta International Airport. Foto: picture alliance/dpa/AP/Alex Brandon
„Niemals aufgeben“ – Donald Trump bei der Ankunft am Hartsfield-Jackson Atlanta International Airport. Foto: picture alliance/dpa/AP/Alex Brandon
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Das Polizeifoto, dass die Ermittler von Donald Trump angefertigt haben, spricht Bände. Der Ex-Präsident spielt mit dem Schicksal seines Landes – das macht ihn für die öffentliche Ordnung der USA wirklich gefährlich.

Man kennt sie aus unzähligen Kriminalfilmen und aus der Boulevardpresse, wenn Prominente mit dem Gesetz in Konflikt kommen – jene ikonografischen Bilder, die die Polizei von Gangstern und mutmaßlichen Straftätern bei der Identitätsfeststellung anfertigt. Nun gibt es ein solches Polizeifoto erstmals auch von einem Ex-US-Präsidenten.

Und was für eins: Geradezu diabolisch fixiert Donald Trump das Kameraauge und tritt in Zwiesprache mit dem Betrachter. Nicht nur die Wut steht dem Angeklagten ins Gesicht geschrieben. Es ist auch diese Unnachgibigkeit, mit der er das politische Amerika als eine Art „Systemsprenger“ vor sich hertreibt.

Der republikanisch Präsidentschaftskandidat selbst hat das Foto bei X – ehemals Twitter und von Trump lange Zeit geschmäht – veröffentlicht, versehen mit dem Schriftzug „never surrender“, niemals aufgeben. Er sucht und findet die ganz große Bühne.

Tatsächlich ist offen, ob ihm das Foto zum Nachteil gereichen und Trump politisch endgültig erledigen wird. Die Reihen seiner Anhänger wird es sicher schließen; die Trump‘sche Glaubensgemeinschaft der Unbelehrbaren, rund ein Drittel potenzieller Wähler, ist unerschütterlich.

Beim gemäßigten konservativen Establishment hingegen könnte das Bild Eindruck machen. Gleich in vier Fällen fühlt die Justiz Donald Trump inzwischen auf den Zahn und hat Anklage erhoben; die jüngste in Georgia wegen versuchter Einflussnahme nach der Wahl 2020 und geplantem Umsturz ist für Trump das wohl gefährlichste Verfahren. Dafür steht der polizeiliche Schnappschuss symbolisch.

Will man also tatsächlich einem Mann zum zweiten Mal in Präsidentenamt verhelfen, der das demokratische System gegenseitiger Institutioneller Kontrolle systematisch schlecht redet, provoziert und damit kokettiert, es auszuhebeln?

Die innerparteilichen Konkurrenten um die Präsidentschaftskandidatur bei den Republikanern sollten alles an Kräften mobilisieren, um Trump zu verhindern. Denn solange der „Systemsprenger“ noch politisch mitmischt, werden die USA nicht zur Ruhe kommen; die öffentliche Ordnung bleibt in Gefahr.

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