Hüde  Der Dümmer brennt 2023: Eindrücke vom großen Spektakel in Hüde

Karsten Grosser
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Von Karsten Grosser
| 20.08.2023 09:50 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der Dümmer als Bühne: das Feuerwerk am Samstagabend. Foto: Niels Wagner
Der Dümmer als Bühne: das Feuerwerk am Samstagabend. Foto: Niels Wagner
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Party am Deich und ein Feuerwerk über dem Wasser: Tausende haben am Samstagabend das Spektakel „Der Dümmer brennt“ genossen. Eindrücke von einem Fest für alle Generationen.

„Dümmer ist nur einmal im Jahr!“ Das steht auf den T-Shirts zweier jungen Männer, die in Hüde auf der Uferpromenade stehen. In Anlehnung an einen bekannten Ballermann-Song drückt dieser Spruch aus, was in den kommenden Stunden passieren soll: ausgelassen feiern. Die Rahmenbedingungen passen. Fast alle Wolken haben sich verzogen. Es ist trocken. Ein lauer Sommerabend. Noch rund 25 Grad gegen 20 Uhr, hohe Luftfeuchtigkeit. Die Sonne versinkt als roter Feuerball auf der anderen Seite des Dümmer Sees. Sie spiegelt sich langgezogen auf dem welligen Wasser. Idyllisch – ohne Zweifel. Doch das spielt an diesem Tag eine untergeordnete Rolle.

Im Gegenteil: Die viel zitierten Blechlawinen steuern auf den kleinen Ort am Dümmer zu. Tausende Autos. Die Parkplätze sind gut ausgeschildert, die Helfer von der Arbeitsgemeinschaft Dümmerbrand gut organisiert. In fast gleichmäßigen Abständen sind sie aufgereiht, bilden eine Kassierstraße. Acht oder zehn Autofahrer können quasi gleichzeitig bezahlen. Sechs Euro, dann ab aufs Stoppelfeld, einparken, zu Fuß weiter zum See.

Tausende Menschen strömen zur Uferpromenade. Familien mit Kinderwagen, Jugendliche, Paare, Freundesgruppen, Senioren. Die ganze Bandbreite. Das Kleinkind auf der Schaukel hat den Schnuller noch im Mund, woanders spaziert ein älterer Herr mit Rollator auf dem Deich.

Manche haben Klappsessel dabei, andere breiten Picknickdecken auf dem Rasen neben dem Weg aus. Der DJ am Pult vor der „Dümmer Perle“ legt Helene Fischer auf, von der Nachbarbühne wummern Bässe herüber. Tanzen mag hier zu diesem Zeitpunkt jedoch noch niemand.

Ein wenig weiter stehen Dutzende Menschen in einer Schlange vor der „Bar dü Mar“. Alle Plätze sind belegt, sie warten geduldig auf Einlass. Die Stimmung? Friedlich. Fröhlich. Sommerlaune. Die Polizei spricht am nächsten Tag von einem Fest ohne nennenswerte Vorkommnisse.

Die Marching Band „Phantom Brigade“ ist auf dem Deich unterwegs. Die Lichter bei der „Baking Queen“ erinnern an Barbie. Auch gegenüber blinkt es: Händler verkaufen leuchtende Haarkränze und Sonnenbrillen. Vor allem die Haarkränze gehen gut weg.

Der Strand neben der Bar wird zum Club. Ein altes Militärfahrzeug dient als Plattform für den DJ, im Sand wird getanzt. Andere haben ein Bier oder Cocktail in der Hand. Die Getränke in Einwegplastikbechern auszuschenken, erscheint indes wenig zeitgemäß.

Die Dämmerung setzt ein. Längst haben sich viele Besucher schon gute Plätze gesichert, um gute Sicht auf das Höhenfeuerwerk zu bekommen. Die Leute drängen Richtung Wasser, warten dort. Kurze Momente, in denen man auf der Promenade plötzlich Platz hat. Es läuft sich wie durch ein Spalier. Um Viertel nach Zehn beginnt schließlich der Höhepunkt des Abends.

Von Pontons auf dem See werden die Raketen abgefeuert. Schon der Beginn ist beeindruckend: Lichterketten an Fallschirmen schweben langsam herab. Die „Dümmerbrand“-Besucher begleiten das Feuerwerk nun immer wieder mit Ahs und Ohs. Handys machen Fotos und noch mehr Videos. Eine Frauengruppe stimmt an: „Oh, wie ist das schön“.

Die Feuerwerker von Pook Pyrotechnik spielen mit unterschiedlichen Höhen. Fontänen, Goldregen, wuselnde Lichter – der Himmel über dem Dümmer wird zur Bühne. Um das beeindrucke Schauspiel nicht zu stören, schweigt die Musik. 15 Minuten lang nur gucken und genießen. Schön!

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