Eine Straße blüht auf  Norderstraße in Weener mausert sich immer weiter

Tatjana Gettkowski Vera Vogt
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Von Tatjana Gettkowski und Vera Vogt
| 17.08.2023 19:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Mit Nummer 43 geht die Schönheit los. Foto: Vogt
Mit Nummer 43 geht die Schönheit los. Foto: Vogt
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Derzeit wird der Verkehr in der Norderstraße mit einer Ampel geregelt, denn ein Haus wird saniert. Es reiht sich damit in eine Serie ein, die sich sehen lassen kann.

Weener - Günter und Lore Prahm haben das über 200 Jahre alte Haus in der Norderstraße 51 in Weener in einem Jahr Bauzeit sanieren lassen. Weener - Wer durch Weener fährt, könnte dort schon kurz gestanden haben: In der Norderstraße. Dort regelt eine Ampel den Verkehr, weil die Fassade der Nummer 41 saniert wird. Das ganze Haus soll wieder in altem Glanz erstrahlen. Wenn es so weit ist, wird es sich in eine Reihe schmucker Gebäude einreihen. Aus der Norderstraße, die viele Jahre mit Leerständen ein trostloses Bild abgab, ist richtig etwas geworden.

Nummer 45 und 47 haben ihre Klinkerfassaden zurück. Foto: Vogt
Nummer 45 und 47 haben ihre Klinkerfassaden zurück. Foto: Vogt
Die Häuser 43 bis 49 in der Norderstraße waren bis 2021 einige Jahre von Bauzäunen verdeckt. Als das Gerüst abgebaut wurde, war der Überraschungs-Effekt groß. Martin und Christina-Marie Jhering, die gegenüber wohnen, haben die vier Gebäude gekauft, um sie so wieder herrichten zu lassen, wie sie zur Zeit ihrer Erbauung ausgesehen haben und die unterschiedlichen Bauepochen deutlich zu machen.

Norderstraße war eine der wichtigsten in Weener

Die Norderstraße in der Altstadt zählte zu den Hauptgeschäftsstraßen in Weener. Das Haus Nummer 43 hat vermutlich einem Kaufmann gehört, der mit dem prachtvollen Baustil auch seinen Wohlstand nach außen zeigen wollte. Das Haus hat eine bewegte Geschichte. „Neben einem Kolonialwarenladen waren dort eine Brauerei und später eine Buchhandlung untergebracht“, erzählte Martin Jhering. Ältere Weeneraner erinnern sich vielleicht noch an das Fischgeschäft, das dort einmal beheimatet war.

Nebenan im Haus mit der Nummer 45 wohnte der Silber- und Goldschmiedemeister Dirk Byl. Er eröffnete im Jahr 1838 eine Werkstatt hinter dem Wohnhaus. Das Werkstattgebäude musste im Zuge der Sanierung allerdings weichen, weil sonst kaum Tageslicht in das eigentliche Wohnhaus gekommen wäre. Byl war gleichzeitig Rendant der damals neugegründeten Sparkasse in Weener.

Häuser haben Klinkerfronten zurück

Die Sparkassengeschäfte erledigte er in seiner Werkstatt. Im Wohnhaus soll in den 1970er Jahren eine Nachfahrin des Goldschmiedemeisters gewohnt haben. „Viele in der Straße kannten sie als Fräulein Byl“, hat Martin Jhering bei seinen Recherchen über die Geschichte des Gebäudes in Erfahrung gebracht. Bei der Sanierung hat die Fassade ihr altes Erscheinungsbild zurückerhalten. Putz wurde durch alte Klinkersteine ersetzt.

Die Norderstraße war in dern 1960er Jahren eine belebte Geschäftsstraße. Damals war dort Elektro Fokken beheimatet. Foto: privat
Die Norderstraße war in dern 1960er Jahren eine belebte Geschäftsstraße. Damals war dort Elektro Fokken beheimatet. Foto: privat
Ebenfalls völlig verändert hat sich die Fassade der Gebäude 47 und 49. Hier war früher Radio Fokken. Die Arkaden vor den Schaufenstern des ehemaligen Elektronikgeschäfts wurden abgebaut und die Gebäudefront wurde nach vorne an die Straße versetzt und bildet dort nun eine Linie mit den Nachbarhäusern des historischen Ensembles.

Auch die Nummer 51 hat ein schönes Antlitz. Foto: Vogt
Auch die Nummer 51 hat ein schönes Antlitz. Foto: Vogt
Auch die Hausnummer 51 kann sich sehen lassen. Günter und Lore Prahm haben das über 200 Jahre alte Haus seinerzeit leerstehende Gebäude sanieren lassen. An der Front hängt eine kleine Infotafel.
Das sind die Kramer-Schwestern vor dem Haus. Foto: Vogt
Das sind die Kramer-Schwestern vor dem Haus. Foto: Vogt
In das „Lüttje Kramer Huus“ sei demnach Friederike Marie Adriane Kramer nach dem Tode ihres Mannes Heinrich Ludwig gezogen – aus dem großen Kramer-Haus daneben. Das Foto auf der Tafel zeigt sie und ihre Schwester vor rund 100 Jahren vor dem Haus.

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