Ausbildung im Handwerk  Note 1 für Maurer Henning Dahmen im praktischen Teil

Holger Weers
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Von Holger Weers
| 16.08.2023 15:12 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Bauunternehmer Matthias Reens (links) freut sich mit Henning Dahmen, der seine Gesellenprüfung bei der Handwerkskammer für Ostfriesland mit der Note 1 (Praxis) und Note 3 (Theorie) erfolgreich abgeschlossen hat. Foto: Weers
Bauunternehmer Matthias Reens (links) freut sich mit Henning Dahmen, der seine Gesellenprüfung bei der Handwerkskammer für Ostfriesland mit der Note 1 (Praxis) und Note 3 (Theorie) erfolgreich abgeschlossen hat. Foto: Weers
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Zum zweiten Mal in Folge hat ein Auszubildender des Bauunternehmens Matthias Reens GmbH aus Strücklingen die praktische Prüfung mit der Note 1 abgeschlossen. Was Unternehmer Reens jungen Menschen rät.

Strücklingen - Auszubildende werden in allen Berufszweigen dringend gesucht - vor allem im Handwerk. Dem Bauunternehmen Matthias Reens GmbH aus Strücklingen ist es jetzt erneut gelungen, einen Auszubildenden zu präsentieren, der seine praktische Prüfung mit der Note 1 abgeschlossen hat. Im Vorjahr konnte Ilyosidin Bahridinov als Bester in seinem Ausbildungsjahrgang die praktische Gesellenprüfung im Maurerhandwerk ablegen. Das gelang nun auch Henning Dahmen aus Ostrhauderfehn, der vor der Handwerkskammer für Ostfriesland seine Gesellenprüfung im praktischen Teil mit der Note 1 und im theoretischen Teil mit der Note 3 abgeschlossen hat.

„Henning hat seine Ausbildung sehr ernst genommen und war immer wissbegierig, lern- und aufnahmefähig für die ihm aufgetragenen Aufgaben. Er wurde direkt nach seiner bestandenen Prüfung als Junggeselle in unserer Firma übernommen“, freut sich Matthias Reens.

Zweijährige Ausbildung

Für den praktischen Teil der Prüfung musste Dahmen eine zweischalige Wand erstellen. Diese besteht aus einer Innenschale mit einer 11,5 Zentimeter starken Kalksandsteinwand im 2DF-Format in Fugenglattstrich und eine Außenschale aus 11,5 Zentimeter starken Verblendsteinen, ebenfalls im Fugenglattstrich. Im theoretischen Teil ging es um Baukörper aus Steinen, Bauwerke im Hochbau sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.

Nach seiner bestandenen Prüfung mit der Note 1 im praktischen und der Note 3 im theoretischen Teil wurde Henning Dahmen von seinem Ausbildungsbetrieb Bauunternehmen Matthias Reens GmbH übernommen. Foto: Weers
Nach seiner bestandenen Prüfung mit der Note 1 im praktischen und der Note 3 im theoretischen Teil wurde Henning Dahmen von seinem Ausbildungsbetrieb Bauunternehmen Matthias Reens GmbH übernommen. Foto: Weers

Im Alter von 16 Jahren hatte Henning Dahmen seine zweijährige Ausbildung bei der Firma Matthias Reens GmbH in Strücklingen begonnen. „Ich wollte schon immer Maurer werden. Meine Eltern haben mich dabei unterstützt“, sagt der 19-jährige Ostrhauderfehner. Um in den Berufszweig reinzuschnuppern, machte er zunächst ein Praktikum bei der Firma Gruben in Potshausen. „Dort habe ich aber nur Maurerarbeiten durchgeführt“, so Dahmen. Bei der Firma Reens in Strücklingen lernte er das Handwerk dann von der Pike auf und eignete sich weitere Kenntnisse und Fähigkeiten an. „Ich will später einmal selbst mein eigenes Haus bauen, nicht nur Mauern hochziehen, sondern zum Beispiel auch Fliesen legen können“, hat sich Dahmen zum Ziel gesetzt.

„Ich schätze seine Loyalität und seine Einsatzbereitschaft gegenüber unserem Unternehmen. Nun gilt es für Henning, das Gelernte anzuwenden und sich stetig weiterzuentwickeln, wie zum Beispiel beim Erstellen von Betontreppen, beim Schalen und Bewehren von Betonbauteilen“, sagt Unternehmer Matthias Reens.

„Geht nicht alle studieren, lernt einen handwerklichen Beruf“

Für Matthias Reens ist in Sachen Ausbildung aber keinesfalls alles im Lot. „Probleme sehe ich ganz klar im Nachwuchs. Ich kann nur an alle jungen Leute appellieren: Geht nicht alle studieren, sondern lernt erst einmal einen handwerklichen Beruf. Dann werdet ihr sehen, wie viel Spaß es macht, an der frischen Luft zu arbeiten und abends zu sehen, was ihr geschaffen habt“, wirbt Reens für seinen Handwerkszweig.

Auch mit anderen Problemen habe das Unternehmen derzeit zu kämpfen. „Die hohen Zinsen bremsen die Konjunktur gerade im Einfamilienhausbereich, denn bei den Zinsen könne sich junge Familien ihren Traum vom Eigenheim nur schwerlich erfüllen. Dafür wird sich aber im Bereich der Sanierung einiges tun“, glaubt Reens. „Mit unserer derzeitigen Auftragslage sind wir trotz aller Unwägbarkeiten, die ich an dieser Stelle vor allem unserer Bundesregierung vorwerfe, gut zufrieden. Aber es wird dringend Zeit, dass unsere Politiker in Berlin aufwachen und gegensteuern, wenn nicht alles in Deutschland den Bach heruntergehen soll“, so der Unternehmer.

„Gute Handwerker braucht das Land“

Für künftige Lehrstellen-Bewerber wünscht er sich neben Freundlichkeit, Belastbarkeit, Lernfähigkeit auch Respekt und vor allem Loyalität gegenüber Vorgesetzten und Kollegen. „Wer dann seine Ausbildung erfolgreich beendet hat, kann dann irgendwann sein eigenes Traumhaus vom Fundament bis zum First selber bauen, denn das kann bei uns erlernt werden. Für die Zukunft wünsche ich mir noch viele weitere Lehrlinge, die mit guten Ergebnissen eine handwerkliche Ausbildung abschließen. Denn gute Handwerker braucht das Land“, betont Matthias Reens.

Gegenstand des Bauunternehmens Matthias Reens ist der komplette Hochbausektor, einschließlich Komplettsanierung von Gebäuden. „Wir bieten alle Arbeiten im Wohnungs-, Gewerbe- und Industriebau an, so wie natürlich auch das, was jetzt in aller Munde ist, die schlüsselfertige Sanierung. Aktuell sind wir derzeit bei einer Kernsanierung eines denkmalgeschützten Wohnhauses zur Umnutzung zu einem Bürogebäude als Generalunternehmer tätig“, berichtet Matthias Reens.

Einschließlich Bürokräfte hat das Unternehmen 14 Mitarbeiter, darunter zwei Auszubildende, einer ist im dritten Ausbildungsjahr. Mathis Reens, Sohn des Firmenchefs, hat mittlerweile auch eine Ausbildung im Betrieb seines Vaters begonnen. Er ist im zweiten Ausbildungsjahr.

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