Osnabrück  Freiheit für die Kiffer – das war längst überfällig

Marion Trimborn
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Von Marion Trimborn
| 16.08.2023 14:35 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Legalisierung von Cannabis war längst überfällig Foto: dpa/Annette Riedl
Die Legalisierung von Cannabis war längst überfällig Foto: dpa/Annette Riedl
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Die umstrittene Legalisierung von Cannabis kommt. Sie ist längst überfällig. Mit dieser zeitgemäßen Drogenpolitik passt die Ampel-Koalition die Gesetzeslage an die Realität an. Auch auf Kritik hat die Ampel reagiert.

Beim gemeinsamen Feiern ein paar Bierchen zu trinken, ist in Deutschland gesellschaftlich eigentlich schon immer akzeptiert. In solch einer geselligen Runde einen Joint zu rauchen, traut sich kaum jemand. Wer eine Kiste Bier im Auto transportiert, bleibt unbescholten, wer ein paar Gramm Cannabis dabei hat, wird bestraft. Warum ist das so?

Sowohl Alkohol als auch Cannabis sind Rauschmittel. Dabei wird Alkohol allzu oft unterschätzt: Laut wissenschaftlichen Studien ist Alkohol – bei täglichem Konsum – mit Abstand die tödlichste aller Substanzen, noch vor anderen Drogen wie Nikotin oder gar Heroin – Cannabis ist demnach am wenigsten riskant. 

Der ungleiche strafrechtliche Umgang mit Alkohol und Cannabis darf als antiquiert gelten. Es ist deshalb ein richtiger Schritt, dass die Ampel-Koalition die deutsche Drogenpolitik reformiert und zeitgemäßer gestaltet. Die Koalitionäre dürfen die vom Kabinett beschlossene Cannabis-Legalisierung zurecht als Zeichen des gesellschaftlichen Aufbruchs vermarkten.  

Nun wird die Gesetzeslage der Realität angepasst. Denn mit geschätzt drei Millionen Konsumenten, die regelmäßig Joints rauchen, ist Cannabis das am häufigsten genommene illegale Rauschmittel in Deutschland. Die Gesetzesänderung ist auch deswegen sinnvoll, weil sie Polizei und Justiz entlastet, die sich nicht mehr um dieses Bagatelldelikt kümmern müssen. Zudem wird die Verschreibung von Cannabis zu medizinischen Zwecken deutlich einfacher, was vor allem Schmerzpatienten begrüßen. 

Natürlich darf Cannabis nicht verharmlost werden, es ist eine Droge, die durchaus schädlich sein kann, vor allem wenn Kinder und Jugendliche sie konsumieren. Doch auf diese Kritik hat die Ampel-Koalition in weiser Voraussicht reagiert.

Die Legalisierung wird deutlich weniger weit gehen als ursprünglich geplant: Einen freien Verkauf von Cannabis zu Genusszwecken wird es vorläufig nicht geben. Anbau und Abgabe der Substanz sollen nur über sogenannte Cannabis-Clubs möglich sein – also nicht für jedermann. Eine Aufklärungskampagne wird bald starten. Mit diesen Einschränkungen ist die Cannabis-Legalisierung durchaus vertretbar.

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